Watching the detectives

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Das Krimi-Weblog von Hinternet

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Zu keiner Zeit wissen, was los ist

bote_2_200.jpgDoch, der Herr Klingenmaier von der "Stuttgarter Zeitung" weiß schon, was mit dem "Boten" und seinem Autor los ist: "Rudolph hält nicht nur ein Kabel der historischen Kriminalerzählung an ein Kabel der Science-Fiction und freut sich über den Funkenflug. Er stellt noch einen anderen literarischen Kurzschluss her. „Der Bote“ ist wohl die bisher konsequenteste Hommage an die Provinzgeschichten Arno Schmidts diesseits der Satire." Hui, wenn das Schmidt hört, krieg ich demnächst im Elysium was zu hören... Und den Schluss der Rezension noch, weil er so schön ist und sowieso nicht im Netz steht: "Rudolph unterminiert die Gewissheit, ein Krimi bewege sich vom Rätsel zur Aufklärung. Je mehr er aufklärt, desto rätselhafter wird alles, bis die Erzählung im Surrealen angekommen ist, als sei diese einfache Welt die Schleife eines Computerspiels. Was nun abstrakt klingen mag, aber höchst vergnüglich zu lesen ist."



Alles umsonst!

waskrimi_200.jpg So langsam wird es Zeit, mal all die Zettel und Aufsätze und den sonstigen Krempel zum Krimi ein wenig zu ordnen. Ganz modern natürlich in schönen E-Book-Ausgaben, als PDF und / oder EPUB. In seiner ersten Lieferung versammelt der Autor die 150 Haupt- und zahlreichen Nebenzettel des Was-ist-Krimi-Projekts sowie alle weiterführenden Texte, darunter ein längeres, ansonsten nicht mehr zugängliches Elaborat ("Schlechter Krimi Wirklichkeit") sowie eine launige, bislang unveröffentlichte Erzählung zu William Turner und seinen merkwürdigen Bildern. Alles in allem über 80 Druckseiten, ab sofort verfügbar als PDF und EPUB (bei letzterer Ausgabe machen die eingebundenen Bilder je nach Lesegerät ein paar Schwierigkeiten, ist eben ne altertümliche Technik, bitte Erfahrungsberichte), natürlich völlig kostenlos und unverbindlich, wird einem hier ja sowieso alles geklaut im Netz. Ich bitte um →kurze Nachricht, schon kommt das gewünschte Teil.



Christine Lehmann: Totensteige

lehmann.jpg Vorweg: Das ist kein Roman über die Finanzkrise, das Eurorettungskarussell oder einen zu lockeren Bundespräsidenten, der waidgerecht zur Strecke gebracht wird. Und weil er das nicht ist, ist er genau das: Ein Roman über den Mechanismus, der solchen Dingen innewohnt, sie antreibt, manchmal erst erschafft. Sagen wir also: Christine Lehmanns "Totensteige" ist ein fundamentaler Roman, in einigem sogar ein fundamentalistischer, der keine literarische Ideologie neben der kriminalliterarischen duldet. Und diese Ideologie zugleich gnadenlos vorführt. 537 Seiten lang.



Episode

evb1_180.jpgSo. In wenigen Stunden wird bei Amazon der erste Titel der Reihe "Criminalbibliothek des 19. und frühen 20. Jahrhunderts" für moderate 99 Cent (ungefähr...) verfügbar sein. "Das wandernde Licht" von Ernst von Wildenbruch ist eine 1893 erschienene Novelle und eines der ganz frühen Beispiele für "psychologische Krimis". Der Text wurde zeichengetreu neu gesetzt und vom Herausgeber mit einem Glossar sowie einem ausführlichen, auch die historischen Umstände erklärenden Nachwort versehen. Ich hätte den Titel gerne kostenlos abgegeben, das funktioniert aber leider nicht, weil Amazon das für sog. "gemeinfreie Titel" nicht vorsieht.
Weitere Werke werden folgen. Der Titel existiert auch im epub-Format für Lesegeräte außerhalb des Kindle-Spektrums, wird als solcher aber nicht auf öffentlichen Plattformen angeboten. Wer daran interessiert ist, kann sich →ganz diskret per Mail an mich wenden. Der Amazonlink wird nachgereicht.



Kalenderblatt. Beinahe ein Prosagedicht

Tag des Urheberrechts. Heute erwacht Marie-Luise Herzogenbroich-Krempscheid voller Tatendrang und Kampfeslust. Sie wird sich artikulieren, die Finger in sämtliche Wunden legen, den Pharisäern die Leviten lesen, den zum ewigen Fegefeuer Verdammten zurufen: TUT ES NICHT, LASST AB! BLEIBT SAUBER! BEZAHLT! Ja, sie wird es tun voller Inbrunst, denn: In ihren Albträumen hat sie das Armageddon erblickt, die Maginotlinie des Copy & Paste, die Killing Fields des Kreativen, den Schlachthof der Träume von Reibach und Ruhm. Millionen von Dieben, die Raubfinger am klickbereiten missbrauchten Tier, der unschuldigen Maus, nur eines im Sinn: für umme downloaden. Und was, oh Zeus? Natürlich IHREN Roman! Klebebindung, kein Lesebändchen, Erstauflage 300 Stück: "Bitterlich sollst du mir büßen – ein Iserlohn Krimi". Oh, welch schreckliche Vision! Millionen von Dieben! Die sich in ihr intellektuelles Verderben stürzen, nur einen Mausklick entfernt und doch ein Abgrund der gerechten Strafe.



Sternenbote

bote_2_200.jpgSchön, wenn Sonntagnachmittage so enden: "Fazit: Sehr spannender und ungewöhnlicher Krimi, weitab vom Mainstream. Ich bin begeistert." - Schreibt Claudia Junger über "Der Bote" und, hm, ich glaube, sie vollkommen Recht. Die Rezension findet man →hier, die Seite sei auch allgemein empfohlen. "Ich vergebe überzeugte 4/4 Punkten. Mit Sternchen." Dabei kann ich gut leben...



Sternenbote

bote_2_200.jpgSchön, wenn Sonntagnachmittage so enden: "Fazit: Sehr spannender und ungewöhnlicher Krimi, weitab vom Mainstream. Ich bin begeistert." - Schreibt Claudia Junger über "Der Bote" und, hm, ich glaube, sie vollkommen Recht. Die Rezension findet man →hier, die Seite sei auch allgemein empfohlen. "Ich vergebe überzeugte 4/4 Punkten. Mit Sternchen." Dabei kann ich gut leben...



Stunde der Wahrheit

Ist Ihnen dieser Blog 1,02 Euro wert? Das möchte ich jetzt doch mal wissen. Seit 2005 gibt es WTD kostenlos, was auch so bleiben soll. Tausende von Artikeln, soeben wieder einer, siehe unten. Gleichzeitig habe ich bei Amazon →ein kleines E-Book veröffentlicht, dessen Inhalt in anderer Form ebenfalls kostenlos zugänglich ist. Aber das ist eine gute Gelegenheit, einmal festzustellen, was Ihnen dieser Blog wert ist. Kaufen Sie das E-Book und bekunden Sie damit: Yap, die siebenjährige Arbeit des Bloggers, dafür leg ich auch gerne mal bares Geld auf den Tisch! Ich jedenfalls bin mal gespannt, was jetzt passiert...



Stunde der Wahrheit

Ist Ihnen dieser Blog 1,02 Euro wert? Das möchte ich jetzt doch mal wissen. Seit 2005 gibt es WTD kostenlos, was auch so bleiben soll. Tausende von Artikeln, soeben wieder einer, siehe unten. Gleichzeitig habe ich bei Amazon →ein kleines E-Book veröffentlicht, dessen Inhalt in anderer Form ebenfalls kostenlos zugänglich ist. Aber das ist eine gute Gelegenheit, einmal festzustellen, was Ihnen dieser Blog wert ist. Kaufen Sie das E-Book und bekunden Sie damit: Yap, die siebenjährige Arbeit des Bloggers, dafür leg ich auch gerne mal bares Geld auf den Tisch! Ich jedenfalls bin mal gespannt, was jetzt passiert...



Diebsgesindel

Die Geschichte der Literatur ist die Geschichte der Urheberrechtsverletzungen. Ein Krimi ohne Täterfrage, denn Täter sind wir alle ausnahmslos. Keine Widerrede! Ja, auch SIE sind schuldig, SIE verstoßen permanent gegen das Urheberrecht, SIE sind ein Schwarzleser oder, noch schlimmer, ein brutaler Zuhälter wehrloser geistiger Ergüsse!



Diebsgesindel

Die Geschichte der Literatur ist die Geschichte der Urheberrechtsverletzungen. Ein Krimi ohne Täterfrage, denn Täter sind wir alle ausnahmslos. Keine Widerrede! Ja, auch SIE sind schuldig, SIE verstoßen permanent gegen das Urheberrecht, SIE sind ein Schwarzleser oder, noch schlimmer, ein brutaler Zuhälter wehrloser geistiger Ergüsse!



Hier baut für Sie: George V. Higgins -1-

(Manchmal beschäftigt mich ein Autor über längere Zeit; man liest, man notiert, man nimmt sich etwas vor - und dann kommt etwas anderes und heischt Aufmerksamkeit. Damit mir nun aber George V. Higgins, der eines längeren Aufsatzes mehr als würdig ist, nicht entkommt, veröffentliche ich diese Arbeit in kleineren Häppchen. Unregelmäßig, aber ganz bestimmt...)



Hier baut für Sie: George V. Higgins -1-

(Manchmal beschäftigt mich ein Autor über längere Zeit; man liest, man notiert, man nimmt sich etwas vor - und dann kommt etwas anderes und heischt Aufmerksamkeit. Damit mir nun aber George V. Higgins, der eines längeren Aufsatzes mehr als würdig ist, nicht entkommt, veröffentliche ich diese Arbeit in kleineren Häppchen. Unregelmäßig, aber ganz bestimmt...)



Habt ihr mal nen Euro?

drood_cover_200.jpgAlso, ich bin jetzt auch E-Book-Verleger. Glaub ich wenigstens. →Die ersten hundert Folgen des Drood-Projektes für 1,02 Euro, das sind 99 Cent plus Mehrwertsteuer, obwohls dann eigentlich mehr sein müssten... na ja. Jedenfalls:Könnt ihr kaufen oder gleich alle fast inzwischen 500 Folgen umsonst lesen. Kaufen wäre aber mal nett. Danke. Ich kauf mir auch ne schöne Pizza von dem Geld.



Habt ihr mal nen Euro?

drood_cover_200.jpgAlso, ich bin jetzt auch E-Book-Verleger. Glaub ich wenigstens. →Die ersten hundert Folgen des Drood-Projektes für 1,02 Euro, das sind 99 Cent plus Mehrwertsteuer, obwohls dann eigentlich mehr sein müssten... na ja. Jedenfalls:Könnt ihr kaufen oder gleich alle fast inzwischen 500 Folgen umsonst lesen. Kaufen wäre aber mal nett. Danke. Ich kauf mir auch ne schöne Pizza von dem Geld.



Norbert Sahrhage: Blutiges Zeitspiel

sahrhage.jpgSollen wir's kurz machen? Dieser Krimi ist nicht besser oder schlechter als viele andere auch. Es regionalt ein wenig (Bielefeld und Umgebung!), ein paar biedere Bullen grasen auf der schon arg gemähten Wiese des Polizeikrimis, es geht um Handball und Mord und, am Rande, auch um etwas ganz, ganz Schreckliches. Gelesen, vergessen. Sollen's doch die Piraten ins Internet stellen und als Umsonstkultur verscherbeln. Aber etwas bleibt haften. Nichts Gutes. Nein, diesmal nicht die Sprache, über die wollen wir gnädig hinweglesen. Es ist etwas anderes, nennen wir es einmal: den Ton.



Norbert Sahrhage: Blutiges Zeitspiel

sahrhage.jpgSollen wir's kurz machen? Dieser Krimi ist nicht besser oder schlechter als viele andere auch. Es regionalt ein wenig (Bielefeld und Umgebung!), ein paar biedere Bullen grasen auf der schon arg gemähten Wiese des Polizeikrimis, es geht um Handball und Mord und, am Rande, auch um etwas ganz, ganz Schreckliches. Gelesen, vergessen. Sollen's doch die Piraten ins Internet stellen und als Umsonstkultur verscherbeln. Aber etwas bleibt haften. Nichts Gutes. Nein, diesmal nicht die Sprache, über die wollen wir gnädig hinweglesen. Es ist etwas anderes, nennen wir es einmal: den Ton.



Erklärung der deutschen Krimiautorinnen und -autoren

Zunächst einmal bitten wir um Nachsicht. Wir sind Autorinnen und Autoren, das heißt: wir schreiben, das Lesen ist nicht unsere Stärke, dafür sind die EndverbraucherInnen unserer Werke zuständig. Auch das wirkliche Leben interessiert uns eher weniger, was nicht verwundern sollte, tummeln wir uns doch bevorzugt im Kitsch eines Genres, von dem wir nicht wissen, wie es entstanden ist. Doch hat man uns neulich von bösen Menschen erzählt, die uns bestehlen wollen, so wie früher die Piraten auf dem Meer Handelsschiffe überfielen und ausraubten und das hat etwas mit Internet zu tun, aber sorry, davon verstehen wir auch ziemlich wenig, aber unser Verlag hat uns gesagt, wir sollen uns eine Homepage machen und bei Facebook vorbeischauen, das wäre gut für den Abverkauf.



Erklärung der deutschen Krimiautorinnen und -autoren

Zunächst einmal bitten wir um Nachsicht. Wir sind Autorinnen und Autoren, das heißt: wir schreiben, das Lesen ist nicht unsere Stärke, dafür sind die EndverbraucherInnen unserer Werke zuständig. Auch das wirkliche Leben interessiert uns eher weniger, was nicht verwundern sollte, tummeln wir uns doch bevorzugt im Kitsch eines Genres, von dem wir nicht wissen, wie es entstanden ist. Doch hat man uns neulich von bösen Menschen erzählt, die uns bestehlen wollen, so wie früher die Piraten auf dem Meer Handelsschiffe überfielen und ausraubten und das hat etwas mit Internet zu tun, aber sorry, davon verstehen wir auch ziemlich wenig, aber unser Verlag hat uns gesagt, wir sollen uns eine Homepage machen und bei Facebook vorbeischauen, das wäre gut für den Abverkauf.



Induktion, Deduktion

rohmkiller.jpgKeine Rezension. Nicht dass mich Guido Rohms "Die Sorgen der Killer" sprachlos gemacht hätte. Das schafft nur das unterirdisch Schlechte, das Schriftstehlerische, das also, dem das fehlt, was Rohms 13 Erzählungen allemal bieten: die Prägnanz der Sätze, die Unmittelbarkeit, mit der das Ungeheuerliche neben dem beiläufig Alltäglichen erzählt wird, das gut gefüllte stilistische Arsenal des Autors, das es ihm auch erlaubt, eine Geschichte in einem einzigen, seitenlangen Satz zu erzählen, ohne dass der innere Geschmackstaxameter auf "Manierismus!" pegelt. All das steckt in den Erzählungen wie zuvor schon in den Romanen Guido Rohms, auch Humor, der nicht zum Lachen ist und das Tragische, das natürlich zum Lachen ist. Nennen wir das ruhig einmal die Dialektik des Seins, gar nicht philosophisch, einfach nur beobachtend, in Wörter kondensiert, aufgeschrieben.



Induktion, Deduktion

rohmkiller.jpgKeine Rezension. Nicht dass mich Guido Rohms "Die Sorgen der Killer" sprachlos gemacht hätte. Das schafft nur das unterirdisch Schlechte, das Schriftstehlerische, das also, dem das fehlt, was Rohms 13 Erzählungen allemal bieten: die Prägnanz der Sätze, die Unmittelbarkeit, mit der das Ungeheuerliche neben dem beiläufig Alltäglichen erzählt wird, das gut gefüllte stilistische Arsenal des Autors, das es ihm auch erlaubt, eine Geschichte in einem einzigen, seitenlangen Satz zu erzählen, ohne dass der innere Geschmackstaxameter auf "Manierismus!" pegelt. All das steckt in den Erzählungen wie zuvor schon in den Romanen Guido Rohms, auch Humor, der nicht zum Lachen ist und das Tragische, das natürlich zum Lachen ist. Nennen wir das ruhig einmal die Dialektik des Seins, gar nicht philosophisch, einfach nur beobachtend, in Wörter kondensiert, aufgeschrieben.



Wolfgang Burger: Die falsche Frau

burger.jpg Ein Heidelberger Polizeikrimi. Muss das sein? Wo sich Regionalität und Beamtentum paaren, da erblickt Langeweile das Licht der Welt. Verkauft sich natürlich gut, traurig genug, Autorinnen und Autoren nehmen aber in Kauf, sich in einem Panoptikum voller totformulierter Gemeinplätze zu bewegen. Überhaupt: Regiokrimi ist out (das Publikum hat es nur noch nicht gemerkt), Polizeikrimi ist out (die Schreiber derselben haben es nur noch nicht gemerkt). Da geht man mit einer gehörigen Dosis Skepsis an Wolfgang Burgers "Die falsche Frau", wie in einen falschen Film sozusagen, aber bevor man sich mit Popcorn in den Schlummerzustand frisst, wird’s dann doch noch ein unterhaltsamer Abend.



Wolfgang Burger: Die falsche Frau

burger.jpg Ein Heidelberger Polizeikrimi. Muss das sein? Wo sich Regionalität und Beamtentum paaren, da erblickt Langeweile das Licht der Welt. Verkauft sich natürlich gut, traurig genug, Autorinnen und Autoren nehmen aber in Kauf, sich in einem Panoptikum voller totformulierter Gemeinplätze zu bewegen. Überhaupt: Regiokrimi ist out (das Publikum hat es nur noch nicht gemerkt), Polizeikrimi ist out (die Schreiber derselben haben es nur noch nicht gemerkt). Da geht man mit einer gehörigen Dosis Skepsis an Wolfgang Burgers "Die falsche Frau", wie in einen falschen Film sozusagen, aber bevor man sich mit Popcorn in den Schlummerzustand frisst, wird’s dann doch noch ein unterhaltsamer Abend.



Wolfgang Burger: Die falsche Frau

burger.jpg Ein Heidelberger Polizeikrimi. Muss das sein? Wo sich Regionalität und Beamtentum paaren, da erblickt Langeweile das Licht der Welt. Verkauft sich natürlich gut, traurig genug, Autorinnen und Autoren nehmen aber in Kauf, sich in einem Panoptikum voller totformulierter Gemeinplätze zu bewegen. Überhaupt: Regiokrimi ist out (das Publikum hat es nur noch nicht gemerkt), Polizeikrimi ist out (die Schreiber derselben haben es nur noch nicht gemerkt). Da geht man mit einer gehörigen Dosis Skepsis an Wolfgang Burgers "Die falsche Frau", wie in einen falschen Film sozusagen, aber bevor man sich mit Popcorn in den Schlummerzustand frisst, wird’s dann doch noch ein unterhaltsamer Abend.



Zukunft des Kriminalromans?

Na, das ist ja mal eine besondere Montagsattraktion! Ludger Menke →bespricht den "Boten" und mag ihn sogar. "Ein verstörender und unbequemer Roman, dessen kraftvoller Realismus gebrochen und veredelt wird durch die bildstarken Phantasie des Autors. Die Mechanismen von Macht und Ohnmacht, von Durchtriebenheit und Dummheit legt Rudolph in einem zukunftsweisenden Stück Literatur offen." Und weils so schön ist, finden auch → "Die Sorgen der Killer" des geschätzten Kollegen Guido Rohm ihre angemessene Würdigung.



Zukunft des Kriminalromans?

Na, das ist ja mal eine besondere Montagsattraktion! Ludger Menke →bespricht den "Boten" und mag ihn sogar. "Ein verstörender und unbequemer Roman, dessen kraftvoller Realismus gebrochen und veredelt wird durch die bildstarken Phantasie des Autors. Die Mechanismen von Macht und Ohnmacht, von Durchtriebenheit und Dummheit legt Rudolph in einem zukunftsweisenden Stück Literatur offen." Und weils so schön ist, finden auch → "Die Sorgen der Killer" des geschätzten Kollegen Guido Rohm ihre angemessene Würdigung.



Zukunft des Kriminalromans?

Na, das ist ja mal eine besondere Montagsattraktion! Ludger Menke →bespricht den "Boten" und mag ihn sogar. "Ein verstörender und unbequemer Roman, dessen kraftvoller Realismus gebrochen und veredelt wird durch die bildstarken Phantasie des Autors. Die Mechanismen von Macht und Ohnmacht, von Durchtriebenheit und Dummheit legt Rudolph in einem zukunftsweisenden Stück Literatur offen." Und weils so schön ist, finden auch → "Die Sorgen der Killer" des geschätzten Kollegen Guido Rohm ihre angemessene Würdigung.



Was ist Krimi? Neues aus der Zettelwirtschaft 15

Und wieder ist ein Zehner voll. Diesmal mit einem Ausflug ins Literaturwissenschaftliche, Gedanken über Eskapismus und Bundespräsidenten, die Dummheit, das Elend deutschen Fernsehschaffens und - die Langeweile. Sowie noch vieles mehr. Hier am Stück, auf Facebook aktuell in Filets gehackt.



Was ist Krimi? Neues aus der Zettelwirtschaft 15

Und wieder ist ein Zehner voll. Diesmal mit einem Ausflug ins Literaturwissenschaftliche, Gedanken über Eskapismus und Bundespräsidenten, die Dummheit, das Elend deutschen Fernsehschaffens und - die Langeweile. Sowie noch vieles mehr. Hier am Stück, auf Facebook aktuell in Filets gehackt.



Und wieder muss sich einer das Gel aus dem Haar waschen und gehen

"Er heuchelt Interesse für die völlig überteuerten Weine, die der Händler von Gegenüber auf samtbezogenen Röhren präsentiert." Den Satz kennst du doch!, meldet ein hinterster Winkel meines Hirns. Der Satz steht in Guido Rohms "Die Sorgen der Killer", aber daher kenne ich ihn nicht, ich hab ihn ja eben gerade erst gelesen. Aber, flüstert es aus meinem Hirn, du hast ihn eben auch schon früher einmal gelesen und das bedeutet, ob dir das gefällt oder nicht: Guido Rohm ist ein Dieb.



Und wieder muss sich einer das Gel aus dem Haar waschen und gehen

"Er heuchelt Interesse für die völlig überteuerten Weine, die der Händler von Gegenüber auf samtbezogenen Röhren präsentiert." Den Satz kennst du doch!, meldet ein hinterster Winkel meines Hirns. Der Satz steht in Guido Rohms "Die Sorgen der Killer", aber daher kenne ich ihn nicht, ich hab ihn ja eben gerade erst gelesen. Aber, flüstert es aus meinem Hirn, du hast ihn eben auch schon früher einmal gelesen und das bedeutet, ob dir das gefällt oder nicht: Guido Rohm ist ein Dieb.



Sherlock auf der Couch

Doch, kein Witz: Die Märzausgabe der Krimicouch ist online. Darauf auch meine →neue Kolumne, die sich diesmal mit dem ewigen Phänomen Sherlock Holmes beschäftigt sowie zwei Buchbesprechungen: ein gelungenes Werk von →Robert Brack zum Reichtagsbrand 1933 und ein leider eher mittelmäßiges von →John Harvey. Lesen Sie, urteilen Sie.



Sherlock auf der Couch

Doch, kein Witz: Die Märzausgabe der Krimicouch ist online. Darauf auch meine →neue Kolumne, die sich diesmal mit dem ewigen Phänomen Sherlock Holmes beschäftigt sowie zwei Buchbesprechungen: ein gelungenes Werk von →Robert Brack zum Reichtagsbrand 1933 und ein leider eher mittelmäßiges von →John Harvey. Lesen Sie, urteilen Sie.



Das ZDF verfilmt "Ich war Dora Suarez"

10_raymond_dora_suarez.jpg"Totale! Halbtotale, ja! Und jetzt voll auf die Fresse!" Helge P. Mauritz vibriert. Helge P. Mauritz zittert und schwitzt, schwitzt und zittert, auf seiner inneren Ejakulationsuhr ist es fünf vor Zwölf, Tendenz steigend. Endlich! Kamerachecks, Kamerafahrten, wie lange hat er darauf gewartet, wie lange dafür gekämpft! Helge P. Mauritz schaut auf den Monitor, hm. Das Gesicht Edwin Drumms ist nicht zerfurcht genug, noch nichts erlebt, der Knabe, keine existentielle Krise, keine raffgierige Exfrau, nur die ewigen Promiempfänge, das Stolzieren auf roten Teppichen, das Posen vor Objektiven, schneller Sex zwischen aufgespritzten Lippen und natürlich Alk, Alk, Alk. Und Koks. Das Backpulver für Teigwaren, die Gesichter sein wollen. Helge P. Mauritz hasst Schauspieler. Er braucht sie aber.



Das ZDF verfilmt "Ich war Dora Suarez"

10_raymond_dora_suarez.jpg"Totale! Halbtotale, ja! Und jetzt voll auf die Fresse!" Helge P. Mauritz vibriert. Helge P. Mauritz zittert und schwitzt, schwitzt und zittert, auf seiner inneren Ejakulationsuhr ist es fünf vor Zwölf, Tendenz steigend. Endlich! Kamerachecks, Kamerafahrten, wie lange hat er darauf gewartet, wie lange dafür gekämpft! Helge P. Mauritz schaut auf den Monitor, hm. Das Gesicht Edwin Drumms ist nicht zerfurcht genug, noch nichts erlebt, der Knabe, keine existentielle Krise, keine raffgierige Exfrau, nur die ewigen Promiempfänge, das Stolzieren auf roten Teppichen, das Posen vor Objektiven, schneller Sex zwischen aufgespritzten Lippen und natürlich Alk, Alk, Alk. Und Koks. Das Backpulver für Teigwaren, die Gesichter sein wollen. Helge P. Mauritz hasst Schauspieler. Er braucht sie aber.



Offener Brief an Guido Rohm

krimipapst_klein.jpg Ja, ich widerspreche! Ich kann, verehrter Herr Rohm, Ihren Ekel vor dem kriminalliterarischen Katholizismus, dieser allerorten grassierenden Selbstbeweihräucherung, sehr gut nachvollziehen. Diese Monstranzengeilheit, dieses Konklavenklüngeln, das Dealen mit Volksopiaten schon auf Schulhöfen, die klammheimlichen Schweinereien in der halbdunklen Sakristei, wenn Messdiener zu Messlatten degradiert werden. Und, oh doch!, die Päpste! Die Päpste und ihre Li-la-letzter-Versuch-Soldateska! An der Spitze der doch so fruchtbaren Literatur thront die furchtbare Impotenz, aber sehen Sie, Meister, das ist eben Sprache, das ist Etymologie, das ist Arno Schmidt: fruchtbar, furchtbar, ein Aufwasch.



Offener Brief an Guido Rohm

krimipapst_klein.jpg Ja, ich widerspreche! Ich kann, verehrter Herr Rohm, Ihren Ekel vor dem kriminalliterarischen Katholizismus, dieser allerorten grassierenden Selbstbeweihräucherung, sehr gut nachvollziehen. Diese Monstranzengeilheit, dieses Konklavenklüngeln, das Dealen mit Volksopiaten schon auf Schulhöfen, die klammheimlichen Schweinereien in der halbdunklen Sakristei, wenn Messdiener zu Messlatten degradiert werden. Und, oh doch!, die Päpste! Die Päpste und ihre Li-la-letzter-Versuch-Soldateska! An der Spitze der doch so fruchtbaren Literatur thront die furchtbare Impotenz, aber sehen Sie, Meister, das ist eben Sprache, das ist Etymologie, das ist Arno Schmidt: fruchtbar, furchtbar, ein Aufwasch.



Guido Rohm: Der Doktor und sein Vieh

krimipapst_200.jpgKollernde Kleriker unter sich. Prügelpapst und Krimiautor Guido Rohm nimmt sich die Kirchenfürsten des Genres zur Brust, ein gargantueskes, einigen Mut erforderndes Unterfangen, wird doch Rohm nach diesem Kraftakt als vogelfrei erklärt und von den vergifteten Pfeilen der Kritik zur Strecke gebracht werden. Wir freuen uns, Ihnen heute das Sahnestück der Aufsatzsammlung präsentieren zu können, eine feinsinnig-grobe Abrechnung mit einer sich im Affentempo vermehrenden Spezies, einem Konklave des Schreckens gewissermaßen, den wie radioaktiv verseuchte Pfifferlinge aus dem Boden des Internets sprießenden Krimipäpsten nämlich, Menschen im geistigen Zölibat, statt Messdienern Bücher auf den Knien, von Kopulationsphantasien durchschüttelt, die ewigen Handarbeiter des Betriebs... doch lesen Sie selbst. Rohm, Autor von →"Die Sorgen der Killer", wird besagte Sammlung demnächst unter dem Titel "Einmal legen und blasen, bitte. Szenen aus dem Buchbordell" in einem namhaften Verlag veröffentlichen. Obligatorisch erklärt die wtd-Herausgeberschaft, dass sie keineswegs alle im folgenden Traktat geäußerten Ansichten teilt. Sie ist lediglich →"Der Bote". Die dem Aufsatz beigegebene Zeichnung stammt natürlich aus der Feder des Klassezeichners Peter Ludwig.



Warnung vor dem Buche

bote_2_200.jpg Jetzt ist →"Der Bote" so gut wie da - und mit ihm die Angst. In welche Hände wird er geraten? Am Ende gar in die falschen? Wen wird er erzürnen, welche Kritikerinnen, welche Leserinnen. Und ja, heutzutage dreht sich alles gleich um "Schadensersatz"! Autoren verklagen Kritiker, Leser Autoren – und man kann nichts dagegen machen? Oh doch, kann man. Man kann schon einmal öffentlich bekannt machen, wer bitteschön den "Boten" nicht anfassen sollte. Weder mit gierigen noch schmierigen Fingern. Ein paar Ausschlusskriterien finden sich im Folgenden, womit ich, das sei getont, auch gleich jegliche Verantwortung / Haftung strikt von mir weise. Lesen auf eigene Gefahr!



Zum Weltfrauentag

Gerlach_Frauen_U1_650px.jpgNein, nein, ich sag ja gar nichts Lobendes zu diesem Buch! Erstens, weil es in den nächsten Tagen →bei Conte erscheinen wird und ich ja Conte nicht loben darf, sonst haben wir hier eine Wulff-Debatte. Und Ehrensold von Conte? Vergesst es. Zweitens, weil der Titel natürlich frauenverachtend ist! Frauen von Brücken werfen? Gehts noch? Andererseits: Das Buch ist von Gunter Gerlach! Den haben wir doch allseits in bester Erinnerung. Und noch andersseitiger: Ich hab das Ding schon gelesen, als es noch kein Buch war und da war es auch schon prächtig und so ganz anders als der übrige Krimiquark. Ja, und jetzt ist es sogar ein Buch, also wohl noch prächtiger und: Es kostet akkurat jene 11,90, die ihr ja schon in meinen "Boten" investieren wollt, der auch die Tage zu haben sein wird. Nehmt also gleich beide.



Wie ein Krimi funktioniert
  • Leser: Geil mich auf.
  • Autor: Geil mich auf.
  • Leser: Ah!
  • Autor: Ah!
  • Leser: War ich gut?
  • Autor: Ich war besser.

Man könnte die Geschichte eines Mannes schreiben, der als pubertierender Jüngling durch die nächtlichen Straßen zog, um Blicke in Schlafzimmer zu werfen, auf Frauen in Unterwäsche oder weniger oder gar nichts, der sich heimlich bei solchen Anblicken selbst befriedigte, darauf achtete, keine Geräusche zu machen, nicht entdeckt zu werden. Ein aufregendes Abenteuer für einen Jungen und er nahm sich vor, es zu wiederholen, immer wieder, irgendwann immer die selbe Frau, die sich am Abend in ihrem Schlafzimmer im Erdgeschoss auszog, vor den Spiegel trat, sich musterte, unter die Decke kroch. Die Frau, die sich unbeobachtet wähnte, kein Rollläden besaß, um ihr Haus war Garten, um Haus und Garten ein Zaun, aber der war kein Hindernis für den Jungen.



Rezensionsnachhut

Mordskalender_200px.jpg"Warum kommt diese Buchbesprechung erst jetzt? Wäre es nicht besser gewesen, sie zum Jahreswechsel 2011/2012 zu veröffentlichen, also richtig passend zur Geschenkezeit?" - Die Antwort auf diese Fragen kann man →in einer Besprechung von rezension.org nachlesen, die sich dem "Mord(s)kalender 2012" widmet. Für mich als Mitherausgeber ist es ein denkwürdiges Ereignis, denn zum ersten Mal wurde einem Buch, an dem ich beteiligt war, "Lesbarkeit" bescheinigt. Fünf von fünf Sternen - und auch sonst freuen wir uns. Und versprechen: Der "Mord(s)kalender 2013" ist schon in Arbeit.



Das Verschwinden der Beweise
  • Assistent: Da liegt die Leiche.
  • Kommissar: Wo? Ich sehe nichts.
  • Assistent: Das ist der Beweis.
  • Kommissar: Für was der Beweis?
  • Assistent: Für einen unnatürlichen Tod.
  • Kommissar: Erzählen Sie weiter.

Es schaudert einen. Jemand könnte auf einen Knopf drücken und alles wäre verschwunden, die gesamte Literatur juché ausgelöscht, nicht einmal Asche bliebe übrig. Ein Buch kann überleben. Jemand findet es, liest es. Das Nibelungenlied. Sogar die Merseburger Zaubersprüche, ja, sogar die steinernen Hieroglyphen, vorgeschichtliche Felskritzeleien. Schrift auf Dingen, das Schwarze auf dem Weißen. Alles vorbei.



Dpr erklärt euch das Internet

Was ist das Internet. Das Internet ist das Leben, also ein krimineller Ort. An ihm haust der Idealist einträchtig neben dem Intriganten, hier trifft sich intellektueller Tiefsinn mit der Facebookhymne "Bin gerade aufgestanden", hier blättert man von einem Foto der syrischen Gräuel unvermittelt zu dem einer geschändeten Vierjährigen. Im Internet werden Geschäfte gemacht und zwar im doppelten Wortsinn, wobei der Teufel wie immer auf den größten Haufen scheißt. Es wird beschenkt und bestohlen, ge- und missbraucht, ein Philosophensatz besitzt die gleiche digitale Wertigkeit wie der Satz eines geistigen Brandstifters. Also, noch einmal: Das Internet ist das Leben ist ein krimineller Ort, eine Inszenierung, ein Konvolut von Texten, Literatur im Rohzustand, die darauf wartet, dramaturgisch hergerichtet zu werden, ein Krimi.



Ach übrigens: die Zeiten ändern sich

Damit ich auch mal was zum Urheberrecht gesagt habe und zum "JA!", das einem gerade auch aus krimiliterarischer Richtung entgegenschallt: Verschissen, Leute. Arschkarte gezogen. Das läuft jetzt so wie in der Musikindustrie, als MP3 aufkam. Unsere MP3s heißen ebooks und vergesst mal schnell so etwas wie "Kopierschutz". Die illegale Verbreitung von ebooks wird man nicht verhindern können, es sei denn, man stellt einfach keine mehr her, was aber illusorisch ist. Keine Sorge, unsere Papierbücher wird wohl keiner nachdrucken, lohnt sich einfach nicht (natürlich nur aus Kostengründen...), und was ich sonst so an Texten ins Internet stelle, also ehrlich: Das darf jeder kostenlos lesen, verlinken, zitieren, meinetwegen auch auf seine Seite stellen, solange er mir das mitteilt, meinen Namen und die Quelle nennt und keine Kohle damit macht. Ansonsten müssen wir uns einfach was einfallen lassen, damit die Leute Geld für unsere Ergüsse ausgeben. Wäre doch mal was anderes als Kulturpessimismus. Außerdem kann ich sowieso nicht vom Schreiben leben. Ich habs also gut.



Aus dem Leben eines Krimidesigners

Neulich landete ein dickes, ja, sagen wir ruhig: wohlhäbiges Buch auf dem wtd-Redaktionstisch, teure Broschur mit angeklebtem Lesebändchen, und auf dem Cover ein Aufkleber: „Ein kulinarischer Policeprocedural aus dem Rhein-Main-Donau-Kreis für alle Freunde des Noir und des Katzenkrimis“. Wir waren sprachlos. Und wie immer, wenn wir sprachlos sind, dachten wir angestrengt darüber nach, was in den Köpfen wildfremder Menschen vor sich gehen mag, wenn sie nachdenken. In welchem Gehirn werden solche Monstrositäten ausgebrütet? All die neuen „Subgenres“ und special-interest-Krimis, die „Kirchenthriller für Makrobiotiker“, die „Whodunits für Linkshänder“, der „erste Vollpfosten-Fußballkrimi zur Frauen-WM 2012?“ Dem wollten wir auf den Grund gehen.



Ein Blick über die Grenze

Die Krimicouch setzt mich jetzt auf Facebook als Appetitanreger ein. Hoffentlich vergeht den Leuten nicht der Appetit, wenn sie lesen, was ich zur französischen Krimitradition zu sagen habe. →Hier nachzulesen.



Zehn Krimis – und warum sie „politisch“ sind

Ob es tatsächlich noch Leserinnen und Leser gibt, die sich von unserer kleinen Diskussion über „politische Krimis“ so etwas wie eine endgültige, am besten noch schlagwortartige Definition erhoffen? Wohl kaum. Wer sich mit Kriminalliteratur beschäftigt, wird irgendwann erfahren müssen, dass jeder Versuch, sie griffig zu schubladisieren, damit endet, sie elegant aus der Hand gleiten zu sehen. Erkenntnisgewinn hat seinen Preis, die Erkenntnis nämlich, dass hinter jeder Definition viele mögliche andere stehen, jede Antwort Fragen generiert und diese wieder Antworten und so weiter. Aber wir geben nicht auf. Eine Grundbedingung für das Denken ist die Unendlichkeit, das Niemals-abgeschlossen-sein. Man erfreut sich an gemeinsamen Nennern, Zwischenergebnissen, Dingen also, auf die man weiter bauen kann. Haben wir die? Ja, doch, ein paar schon. Die wichtigste Einsicht, die auch Else Laudan in ihrem letzten Beitrag hervorhebt: Was ein politischer Krimi ist, entscheiden die Leserinnen / Leser. Also auch ich. Nachfolgend zehn Krimis, die für mich politisch sind. Warum? Das sei jeweils in ein, zwei Sätzen kurz zusammengefasst.



Jim Nisbet: Tödliche Injektion

nisbet_injektion.jpg Es gibt keinen Grund, „Tödliche Injektion“ zu lesen. Gegen die Todesstrafe sind wir sowieso, über das schwere Leben in Fixerkreisen ausreichend informiert. Auch Ehekrisen und üble Gesellen, die älteren Frauen das Gesicht wegblasen, kennen wir aus der Kriminalliteratur zur Genüge. Ok, das Cover ist gewohnte Pulpmaster-Klasse und die Sache mit der Kakerlake, der man den Rücken lackiert hat... oder Colleen, deren mit Kratern übersätes Gesicht es schafft, dass wir an Hässlichkeit und Schönheit zugleich denken... aber sind das wirklich gute Gründe, sich einen „Noir“ reinzuziehen, also ein Stück Krimikuchen, das weder süß noch sahnig noch angenehm im Abgang ist? Nö. Es gibt nur einen einzigen Grund, der allerdings alle Nichtgründe überwiegt: Jim Nisbet hat das Buch geschrieben.



Eine geheime Gesellschaft

Wer nach ihr googelt, wird nicht fündig, wer Betroffene auf sie anspricht, erntet heftiges Kopfschütteln. Die „Deutsche Gesellschaft zur vollständigen Beseitigung der Kriminalliteratur“? Gibt es nicht! Was soll das sein? Hä? Wohl verrückt geworden? – Die Wirklichkeit jedoch sieht anders aus. Mächtige Buchscheiterhaufen, die nächtens auf entlegenen Weizenfeldern vor sich hin lodern; Krimikritiker mit ausgelaufenem Auge, gebrochenen Rippen und zerquetschten Genitalien; Autoren, die plötzlich „keine Lust mehr auf Krimi“ haben und sich – „äh, ich hab geerbt!“ – selbst in einer mallorquinischen Finca frühverrenten. Also gibt es sie doch, die DGVBK? Ja! Nur: Wer oder was ist das, wer oder was steckt dahinter? WTD ist es gelungen, den Mantel des Schweigens zu lüften.



David Osborn: Jagdzeit

osborn.jpg Drei Mörder, zwei Opfer, ein Rächer. Die Rollen in David Osborns „Jagdzeit“ sind klar verteilt, das Setting verspricht Hochspannung nach dem Reinheitsgebot des Genres. Ein turbulenter, harter Thriller, der seit seiner Erstveröffentlichung 1974 nichts verloren hat und zumindest an Patina nichts dazugewonnen. Aber ganz so reibungslos und als Filetstück für im Lesesessel versunkene Genießer verläuft dann die Lektüre doch nicht. Zum Glück.



Krimikritik 1990 - aus den Tiefen einer Bibliothek gezogen

Alle Jubeljahre fällige und hochmotiviert angegangene Renovierungen von Arbeitszimmern mit integrierter Bibliothekswand fördern unweigerlich interessante altertümliche Funde zutage. Na sieh mal an, „Der Mord an Suzy Pommier“ von Emmanuel Bove! Könnte man doch mal wieder nachlesen, was die literarische Moderne so alles mit dem Krimi angestellt hat. Und das hier? „Von Büchern und Menschen“, 1990 in der Frankfurter Verlagsanstalt erschienen, wie das Preisschild verrät für 2 Märker irgendwann einmal aus der Krabbelkiste gefischt. Was Krimirelevantes? „Über die Rauchgewohnheiten Sherlock Holmes’“. Ok, kann, aber muss jetzt nicht sein. Moment – und was ist DAS hier?



James Dickey: Flussfahrt

dickey.jpg Eine klassische Konstellation des Spannungsgenres. Vier Männer, allesamt solide amerikanische Mittelschicht, planen einen aufregenden Wochenendtrip. Mit zwei Kanus wollen sie einen ungebändigten wilden Fluss erobern, es ist die letzte Chance, denn das ganze Gebiet soll bald geflutet und zum Freizeitareal werden. Ed, der Erzähler, ist Werbegrafiker, Motor des Ganzen ist Lewis, Fitnessfanatiker, ein ganzer Kerl mit Drang zum Abenteuer. Sie fahren los. Alles scheint so wie erwartet und erhofft: Anstrengend, aufregend, urwüchsig, prima Erfahrungen für Stubenhocker in einer archaischen Welt. Dann aber begegnen sie dem Bösen und werden auf den Ursprung der Kreatur zurückgeworfen, auf den Kampf ums nackte Überleben, in dem jeglicher Anflug von Zivilisation und Moral nur störend ist.



Haasschmarrengeknödel

„Hannibal Lecter Scheißdreck dagegen, sagen sie. (...) Nein, was ich eigentlich sagen wollte, wir müssen ihn halt jetzt bewachen, den Küstner. Das ist sein Name. (...) Und er macht einen Zirkus, das kann man gar nicht erzählen. (...) Ein Weichei sondergleichen praktisch.“



Das Buch und ich

(Die Diskussion um das Wesen und die Wirkung politischer Krimis geht weiter. Und zwar, was nahe liegt, unter dem Gesichtspunkt der Nützlichkeit des Lesens überhaupt. Else Laudan beschreibt, warum sie liest und was ein Roman haben muss, um keine Zeitverschwendung zu sein. Persönlich – und natürlich politisch...)



Angebot, unmoralisch

und nur ganz en passant: →hier. Erste und letzte Werbemaßnahme.



Dickey, Osborn, Household: ein Archetypus des Krimis

Es ist dünnes Eis, auf dem wir wandeln. Darunter brodelt Magma, unter der Erdkruste wie unter dem Zivilisationsüberzug, und jeden Moment drohen wir einzubrechen, unser bisschen Zivilisiertheit verdampft im Triebhaften, das angelernte Gute löst sich im archaisch Bösen auf. So jedenfalls sagt es ein Gemeinplatz der philosophischen Psychologie, davon handelt Kriminalliteratur generell. Von dieser hauchdünnen Distanz zwischen Kultur und Natur, Gutbürgerlichkeit und Verbrechen.



Nachruf auf Guido Rohm

pathologie-252.jpg Der Kriminalschriftsteller Guido Rohm (Blut ist ein Fluss, als Simon Beckett Tiere u.a.) hat heute, in den frühen Morgenstunden des 14. Mai 2011 →das Zeitliche gesegnet. Diese an sich schon erschütternde Nachricht trifft mich umso schwerer, als ich selbst diese Katastrophe ausgelöst habe. Bei den Arbeiten an meinem neuen, sehr mysteriösen, inzwischen schon Kultstatus erreicht habenden Werk Das große Totenbuch der Kriminalliteratur. Eine Vademekum für die ganze Familie (im Herbst bei Conte) war mir aufgefallen, dass noch kein Kriminalschriftsteller, keine Kriminalschriftstellerin an einem 14. Mai die Welt betreten resp. das Zeitliche gesegnet hat. Eine entsprechende launige Aufforderung bei Facebook nahm Rohm zum Anlass, mir in die Hand hinein zu versprechen, dieses Manko pünktlich zu beheben. Er hat Wort gehalten. Wer aber war Guido Rohm?



Auf die Couch gesetzt

... hat der Blogchef eine →kleine Kolumne zum Thema "Wie kommt das Buch zu seinen Lesern?" sowie →eine Besprechung von Anne Goldmanns "Das Leben ist schmutzig". Sauber.



Andrej Longo: Sarahs Mörder

longo.jpg Dass es in Sarahs Mörder nur am Rande um Sarahs Mörder geht, dämmert einem schnell. Auch Neapel, dieser korrupte, stinkende Moloch, bildet keineswegs das Zentrum des schmalen Romans, mag es uns der Verlag noch so dringend nahe legen. Sarahs Mörder handelt ganz einfach von einem Jungen, der das Leben kennenlernt, auf die harte Tour zwar, aber dennoch sensibel, von einer Katastrophe in die kleinen Nervenzellen des eigenen Lebens abgeleitet.



Sammeln für die Trümmerarbeit

Ich kann nun wirklich nicht behaupten, die Verlage stünden bei mir Schlange und heischten „neue Produkte“. Bei einer Sache (nennen wir sie hochtrabend Desiderat) jedoch scheint es tatsächlich verschärftes Interesse zu geben, der Beantwortung der Frage „Was ist Krimi?“.



Ein Genre fällt in sich zu sich zusammen. William Faulkners „Die Freistatt“

freistatt.jpgLexikonwissen

Sanctuary (engl.): Zuflucht, Schutzgebiet, Freistätte, Freistatt (gehoben), Altarbereich, Heiligtum, heiliger Ort

„Schätzen Sie Faulkner im allgemeinen nicht; oder aber nur speziell dieses 1 Buch?“. „Allgemein nich. Und schpeziell schon gleich gar nich.“ (Arno Schmidt, „Piporakemes!“; mit dem „1 Buch“ ist der Erzählband „New Orleans Sketches“ gemeint, den Schmidt übersetzt hatte)



Hier auch noch

Den folgenden Text kann man auch →hier lesen, aber das ist natürlich Werbeumfeld und deshalb gehört er auch auf wtd, wo ja nicht geworben wird, das heißt anders geworben. Man kann sich auch das Werbeumfeld einmal anschauen, ist ja nix Schlimmes. Ein Autor wirbt für sein Buch, andere werben für Atomkraft, Windmühlenflügel begegnen diesen wie jenem, ach, so ist das nun einmal.



Faulkner wieder- und fertiggelesen

Als ich auf Facebook nach einem geeigneten „klassischen Krimi“ für eine ausführliche Betrachtung fragte, nannte mir der gute Frank Nowatzki William Faulkners „Sanctuary“(„Die Freistatt“). „→(Jim)Nisbet hatte mir speziell Sanctuary ans Herz gelegt. Definitiv Crime.“ Hm, guter Typ, also guter Tipp, also das Büchlein angeschafft. Schon nach den ersten Sätzen wusste ich: Hast du schon einmal gelesen. Jahre her, in einem ganz anderen Zusammenhang und auch nicht zu Ende. Jetzt habe ich das nachgeholt und durchaus mit Gewinn. Und da man im Hinblick auf eine zukünftige bessere Welt ja alles teilen sollte, tue ich das auch mit meinen Leseerfahrungen. Anfang nächster Woche.



Eilmeldung

Morgen schlepp ich mal die ersten Exemplare von "Pixity" ab. Wer bis 10 Uhr morgen früh ordert, kriegt auf jeden Fall sein Vorabbuch. Zögerer vertrauen auf ihr Glück... nähere Informationen →hier.



Hans Helmich: Stadt der Spitzel

helmich.jpgEinen guten Stoff findet der Krimiautor auf der Straße oder in den Geschichtsbüchern. Man kann auch beides kombinieren, wie es Hans Helmich in seinem Debüt „Stadt der Spitzel“ getan hat: das Verflachen, Gewinnmaximieren und Klüngeln der Medien trifft die Hausbesetzerszene der frühen 80er Jahre in Berlin. Der Stoff ist also weniger das Problem. Seine Be- und Verarbeitung entscheiden über die Qualität, auch, man will es kaum glauben, die Sprache und ihr möglichst unfallfreies Umschiffen von Klischees. Überhaupt: Klischees.



Blog zum Roman

"Pixity" wird seit heute gedruckt, nächste Woche kommen die ersten Exemplare zum Autor, gegen Monatsende ist der Titel dann überall erhältlich. Den Blog zum Krimi gibts ab sofort hier.



Schreiben ist nicht Fotografieren

Nicht erst das dräuende Zeitalter des Dreidimensionalen – Menschen mit komischen Brillen vor Leinwänden und Monitoren – behauptet das Primat der plastischen Detaildarstellung über die flüchtige Konturenskizze. Es war schon immer so. Wer so zeichnen kann wie unsereiner höchstens fotografieren, gilt, zumindest in gewissen Kreisen, als künstlerisch hochbegabter als der Liebhaber des Abstrakten, bei dem ein Gesicht, falls überhaupt noch als solches erkennbar, immer zum bloßen Strichcode gerät. Wer es mit der künstlerischen Tiefenschärfe hält, kontert den Vorwurf des Banausentums mit dem Hochlebenlassen des ehrlichen, weil verifizierbaren Handwerks. Ein paar Striche kann jeder (vor allem Kindergartenkinder, man kennt das Argument), à la nature hingegen ausschließlich das wahre Talent.



Machen Sie doch was sie wollen

Auch Arbeit kann spannend sein, sogar im Krimi, dort vor allem. Lesen Sie den →zweiten Teil meiner kleinen Spannungsstudie auf der Krimicouch und seien Sie wie ich gespannt, wie es →diesem Titel ergehen wird, der gerade in den Druck einsteigt. Bestellen Sie das Ding, wo auch immer, notfalls →beim Autor, dann haben Sie es möglicherweise vor allen anderen und auf Wunsch auch signiert und gewidmet und ganz bestimmt ohne Aufpreis. Oder lesen Sie kostenlos, wie →das Drood-Projekt von einer Spannung in die nächste pehst oder lesen Sie gar nicht und schauen lieber Fernsehen wie der Herr Klingenmaier (kleiner Facebook-Insiderscherz). Werbung aus, Arbeit an.



Ein saarländischer Regionalkrimi

jamaika.jpgWas sich am 30. August 2009 im Saarland ereignete, schien so vorhersehbar wie jeder rasch gelesene Krimi. Ein Prolog, der die Spannung anzuheizen gedenkt, im Grunde aber schon das Ende vorwegnimmt, falsche Spuren und endlich, innerhalb von wenigen Zeilen, die nicht überraschende Auflösung. Wahlsonntag eben. Käme es zu einer rot-rot-grünen Koalition, gar mit den Linken als stärkster Partei? Würde es die arg gerupfte CDU schaffen, ihre erwartbaren Stimmenverluste in Grenzen zu halten und wäre die FDP wieder einmal in der Lage, genügend strategische Stimmen aus dem schwarzen Lager zu generieren, um in den Landtag zu kommen?



Rund

Na, wenigstens heute ist das →Edwin-Drood-Projekt eine runde Sache. Seit 100 Tagen erscheint jeden Morgen eine neue Folge des berüchtigten Endloskrimis, ein Ende ist nicht abzusehen, es wird aber ein abruptes sein und die Leserschaft für alle Zeit rätselnd zurücklassen. Aber erst einmal egal. Heute wird gefeiert, morgen wieder geschrieben.



Stefan Kiesbye: "Hemmersmoor"

So, liebe Leute, jetzt dürft ihr euch wohlig gruseln. Es wird lustig gemordet, alles natürlich ohne Sinn und Verstand. Ein Schauerroman, der seine Leserinnen und Leser im Regen stehen lässt. Oder doch nicht und warum nicht? Die Antwort gibt es →hier auf der Schauerroman-Couch.



Menschen in ausweglosen Situationen. Ein Kurzkrimi

Mist. Mein Bruder hatte eine Dummheit begangen und sie hatten ihn dabei erwischt. Nichts Schlimmes, bewahre! Ein Schokoriegel vom Tresen der Tankstelle, danach noch mal schnell das gute teure Benzin nachgeladen und ohne zu bezahlen weggefahren. Dumm nur: die Videokameras. Zwei wunderschöne Porträts meines Herrn Bruders und dazu gestochen scharf das Nummernschild seines Autos.



Kurze, aber düstere Zukunftsvision

„Es“(1) „ist“(2) „ein Rätsel“(3).

(1) Leo Perutz, Zwischen neun und neun, Rowohlt 1988, S. 18
(2) H.G. Wells, Die Zeitmaschine. Diogenes 1974. Deutsch von Peter Naujack. S. 20
(3) Robert van Gulik, Der See von Han-yuan, Diogenes 1990, S. 89



Kurt Bracharz: Der zweitbeste Koch

bracharz.jpgDer zweitbeste Koch ist immer besser als der erstbeste, denn der heißt bekanntlich Hunger. Nur leider ist der zweitbeste, ein Chinese, spurlos verschwunden. Er hat in einer Art Mega-China-Event-City mitten in Wien gekocht, einem fernöstlichen Disneyland mit Restaurants, Hotels, einem Riesenrad (kleiner als das im Prater) – und einem Zoo. In diesem kulinarischen Paradies verkehrt auch Romanheld Xaver Ypp und das von berufswegen, er ist nämlich Gourmetkritiker der Zeitschrift „Lukull“.



In Gottes Ohr

"Viele junge Kollegen wissen nichts über das Genre, blicken mich fragend an, wenn ich zum Beispiel den Namen Chandler erwähne" (....) Es reicht eben nicht nur Deutsch zu können, um einen Krimi zu schreiben, auch wenn viele pensionierte Lehrerinnen das zu glauben scheinen."

Sagt Frank Göhre der →TAZ. Aber obs denn hilft?



Deutscher Krimi endlich auf Weltniveau!

- oder: das bescheuertste Projekt aller Zeiten. Immerhin: Superlative verspricht das soeben freigeschaltete →"Edwin-Drood-Projekt", der einzige Kriminalroman, der als FRAGMENT angelegt ist. Jeden Tag schreibt der Autor eine Seite - und erst der Tod wird ihm den Laptop aus der Hand nehmen. Ein unvollendeter Krimi also, vielleicht der längste Krimi der Welt - wenn der Autor nur lange genug lebt. Eine Hommage an Charles Dickens und sein "Das Geheimnis des Edwin Drood", jetzt endlich auch in Deutschland. Also schauen Sie, lesen Sie!



Noch einmal: Frauen und Krimis

Schön, wenn man zitiert wird und Google einem das sagt. Sonst hätte ich den →Artikel von Christine Lehmann

Miss Marple ist schon lange tot. Ausstieg aus den Frauenformen. In: Das Argument 287, »Stärken von Frauen« (3/2010)

nicht so rasch entdeckt.

"Ich sehe aber für uns Autorinnen durchaus fundamental neue Möglichkeiten im Gegensatz zu dem, was mit männlich dominierten Romanen erzählbar ist: (...) Bis zum Beweis des Gegenteils glaube ich, dass das Entlarven und Brechen der Machtverhältnisse bis in feinste Strukturen alltäglicher Kommunikation nur von Frauen geleistet werden kann, sofern sie die nötige Sensibilität dafür besitzen."

Munter auf, das Gegenteil bewiesen! Oder auch nicht.



Schlachteplatte 03.10

(Wieder ist Hausschlachtung angesagt, diesmal mit fünf Damen. Vier liegen im brodelnden Kessel der Krimikritik, die fünfte rührt gekonnt in der Blut- und Buchstabensuppe. Anna Veronica Wutschel inmitten von Wellfleisch (Jenny Siler), Leberwurst (Anne Holt), Leberknödel (Kathy Reichs) und Schweinefüßchen (Val McDermid). Wohl bekomm's.)



Listensäue

Es war eine dieser Nächte, in denen der Gewissenswurm durch die Gedärme kriecht, das eigene Tun als ein Nichtstun vor einem steht und den Kopf schütteln würde, hätte es denn einen, eine in zermürbender Wachheit verbrachte Nacht, in der man erst einschlafen kann, wenn der Hahn kräht, doch es ist kein erquickender Schlaf, es ist ein Schlummer der Resigination, der Traum albt wie die Kuh kalbt, sagten die Altvorderen – und siehe, sie hatten recht.



Man wird irgendwie ruhiger

... oder toter? Ja, kann sein. Jedenfalls täuscht sich gewaltig, wer von mir eine ausführlich-kritische Reaktion auf →diesen Artikel erwartet. So siehts aus, wenn sich "die Kultur" des Krimis annimmt und von Krimikultur weit und breit nichts zu sehen ist. Tante ZEIT eben, behäbig wie meist, die Skelette sitzen im Lesezimmer und kämpfen mit dem Papier. Ach, lasst sie doch. Man lacht nicht mehr drüber, man regt sich nicht mehr auf. Man nimmt einfach nur noch zur Kenntnis. Man liegt also im Trend.



Leser als Kritiker

Jetzt hat es Thomas Willmann erwischt. Sein hoch gelobtes Buch "Das finstere Tal" ist Gegenstand einer →"Leserunde" auf der Krimicouch, der Autor beteiligt sich, einer schönen Tradition folgend, an der Diskussion. Ein Buch wird abschnittweise gelesen, die Initiatoren und Teilnehmer der Runde sind keine berufsmäßigen Rezensenten, sondern mehr oder weniger zufällig zusammengekommene Interessenten mit unterschiedlichen Vorstellungen von dem, was "Krimi" sein sollte. Man geht respektvoll miteinander um, macht aus seinem Herzen aber keine Mördergrube. Den einen gefällts, den anderen weniger, manche schauen auf die Details, manche eher auf das Große-Ganze, die üblichen Fragen werden verhandelt – wer war's warum? – und auch dieses oder jene eher abseitige Feld bestellt. Kurzum: Das ist spannend und nicht nur für den Autor, die Autorin aufschlussreich.



Bestätigung

Wer immer noch glaubt, Peter J. Kraus übertreibe in seinem Krimi "Joint Adventure", der sei auf einen Bericht in der →heutigen taz verwiesen: Marihuana-Referendum in Kalifornien.



Logischer Abfall oder Abfälliges über die Logik

DIe →neue Kolumne für die Krimicouch ist on air. Das Thema hat sich aus den "Gesprächen über Krimis" herausgeschält, es geht um Logik und Nichtlogik und überhaupt. Darf ab sofort kostenlos gelesen werden.



Kinky tazzt

Kein Wunder, dass unser Alligator gestern das →Interview mit Kinky Friedman in der TAZ übersehen hat. Spricht doch der Auch-Krimiautor über Gott und Obama, aber kaum übers Schreiben und gar nicht über Krimis. Aber nett ist das Gespräch dennoch und Raymond Chandler wird auch einmal zitiert: "Der sagte einmal, eigentlich ist alles in der Literatur ziemlich wertlos. Bis auf das, was zwischen den Zeilen steht. Das, was ich gelungen finde an meiner Arbeit, das steht zwischen den Zeilen." Ja, okay, obwohl ja zwischen den Zeilen eigentlich alles nur weiß ist. Aber ist schon was dran.



Gestern in der Post

temme_pendragon.jpgHatte ich schon beinahe vergessen, aber gestern lag es in der Post: ein Bändchen mit Geschichten von Jodokus D.H. Temme, "Wer war der Mörder?" betitelt. Neben der Titelgeschichte werden die Kriminalerzählungen "In einer Brautnacht" und "Der tolle Graf" präsentiert sowie die westfälische Sage "Der letzte Burggraf von Stromberg". Biografisches und Bibliografisches, ein Aufsatz des Bloggers zum Noirpotential Temmes runden das bei Pendragon erschienene Buch ab. Kostet 12.95, hat 284 Seiten und hilft vielleicht mit, einen der Ahnen des deutschen Krimis dem interessierten Publikum näher bekannt zu machen. Dann hätte es seinen Zweck erfüllt. Besprechen darf ich das Teil ja wieder mal nicht...



Gespräche über den Krimi -2-

Ein Flughafen, Winter, Schneesturm. Flüge fallen aus, es ist Nacht, die Hotels überfüllt, Gestrandete sitzen auf Bänken, sie schlafen, sie essen, sie hören Musik oder sie reden miteinander, Zufallsbekanntschaften.

Zwei Herren mittleren Alters, gebildet, belesen, sind ins Gespräch gekommen. Man plaudert über Literatur. Die Zeit vergeht, der Schneesturm bleibt. Hören wir weiter zu, was Sie zu sagen haben...



Gespräche über den Krimi -1-

Ein Flughafen, Winter, Schneesturm. Flüge fallen aus, es ist Nacht, die Hotels überfüllt, Gestrandete sitzen auf Bänken, sie schlafen, sie essen, sie hören Musik oder sie reden miteinander, Zufallsbekanntschaften.

Zwei Herren mittleren Alters, gebildet, belesen, sind ins Gespräch gekommen. Man plaudert über Literatur. Die Zeit vergeht, der Schneesturm bleibt. Hören wir, was Sie zu sagen haben...



Gespräche über den Krimi -1-

Ein Flughafen, Winter, Schneesturm. Flüge fallen aus, es ist Nacht, die Hotels überfüllt, Gestrandete sitzen auf Bänken, sie schlafen, sie essen, sie hören Musik oder sie reden miteinander, Zufallsbekanntschaften.

Zwei Herren mittleren Alters, gebildet, belesen, sind ins Gespräch gekommen. Man plaudert über Literatur. Die Zeit vergeht, der Schneesturm bleibt. Hören wir, was Sie zu sagen haben...



Ein Verlegerbrief

leroux.jpgSehr geehrter dpr! Mit größter Freude und Genugtuung begrüßen wir Ihre in der gestrigen Ausgabe des Online-Krimimagazins WTD bekannt gemachte Entscheidung, den in unserem Hause veröffentlichten Krimi "Joint Adventure" von Peter J. Kraus nicht zu rezensieren. Wie Sie vielleicht wissen, haben Ihre Leseempfehlungen, die Produkte unseres Verlags betreffend, in der Vergangenheit stets zu dramatischen Absatzeinbrüchen geführt. Manch hoffnungsvoll begonnene Laufbahn als Kriminalschriftsteller fand so ein abruptes Ende, es kam zu Massenentlassungen in unserem Hause etc., mithin zu Heulen und Zähneklappern, bitterer Not und Depression allenthalben.



Ein Verlegerbrief

leroux.jpgSehr geehrter dpr! Mit größter Freude und Genugtuung begrüßen wir Ihre in der gestrigen Ausgabe des Online-Krimimagazins WTD bekannt gemachte Entscheidung, den in unserem Hause veröffentlichten Krimi "Joint Adventure" von Peter J. Kraus nicht zu rezensieren. Wie Sie vielleicht wissen, haben Ihre Leseempfehlungen, die Produkte unseres Verlags betreffend, in der Vergangenheit stets zu dramatischen Absatzeinbrüchen geführt. Manch hoffnungsvoll begonnene Laufbahn als Kriminalschriftsteller fand so ein abruptes Ende, es kam zu Massenentlassungen in unserem Hause etc., mithin zu Heulen und Zähneklappern, bitterer Not und Depression allenthalben.



Peter J. Kraus: Joint Adventure

joint.jpgDas wirklich Negative zu diesem Buch vorweg: Ich darf es nicht rezensieren. Zu nahe stehen mir Verlag, Autor und Text, das Arbeiten mit Pseudonymen überlassen wir anderen, daher nur ein paar, nun ja: Fakten zum Buch.

Die Geschichte spielt in Kalifornien, der siebtgrößten Volkswirtschaft der Welt, mit einer starken Landwirtschaft, deren ökonomisch ergiebigstes Produkt – Marihuana ist. Weit dahinter folgen Trauben. Süßlich riecht es zur Erntezeit vor allem im Norden, in Humboldt County. Die Felder sind versteckt, doch jeder weiß, was dort angebaut wird, alle sind irgendwie drin verwickelt, alle leben gut davon, solange man den Schein wahrt.



Peter J. Kraus: Joint Adventure

joint.jpgDas wirklich Negative zu diesem Buch vorweg: Ich darf es nicht rezensieren. Zu nahe stehen mir Verlag, Autor und Text, das Arbeiten mit Pseudonymen überlassen wir anderen, daher nur ein paar, nun ja: Fakten zum Buch.

Die Geschichte spielt in Kalifornien, der siebtgrößten Volkswirtschaft der Welt, mit einer starken Landwirtschaft, deren ökonomisch ergiebigstes Produkt – Marihuana ist. Weit dahinter folgen Trauben. Süßlich riecht es zur Erntezeit vor allem im Norden, in Humboldt County. Die Felder sind versteckt, doch jeder weiß, was dort angebaut wird, alle sind irgendwie drin verwickelt, alle leben gut davon, solange man den Schein wahrt.



Der Antikrimi als Musterkrimi

judenbuche.jpg"19 Variationen über Die Judenbuche von Annette von Droste-Hülshoff" verspricht uns das Buch "So wie du mir" aus dem Pendragon Verlag. Und ebenso spontan wie traumatisiert erinnert man sich des Textes, Schrecken des Deutschunterrichts, als Lektüre- und Interpretationszwang den Verdacht nährten, ein Studium der Literaturwissenschaft ähnele gewiss einer Runde Folter im Keller der Inquisition. Andererseits: Jahrzehnte später, abgeklärter und der Folter entronnen, hat "Die Judenbuche" durchaus ihren Reiz. Das liegt, wie Mitherausgeber Walter Gödden in seinem Nachwort treffend erwähnt, "an der elementaren Offenheit des Textes, der mehr Rätsel aufgibt, als er löst".



Matthias P. Gibert: Schmuddelkinder

gibert.jpg"Ungemein tiefgründig, sensibel und topaktuell" sei Giberts Buch, so verspricht es uns die Verlagswerbung. Und was ist es wirklich? Das genaue Gegenteil. Opfer eherner mathematische Gesetze, welche besagen, dass etwas Positives unweigerlich ins Negative kippt, wenn man es mit dem Faktor –1 multipliziert. Dieser Faktor ist bei Gibert die deutsche Sprache.



Buchmesse 2010

Willkommen zu unserem jährlichen Buchmesse-Krimireport. Wie stets das Wichtigste zuerst: schwarze Strumpfhosen. Sie sind der offensichtliche Modetrend der Saison, schwarze Strumpfhosen, die in ebenso schwarzen Stiefeln – auch apart mit Stulpen – enden, dazu kurze bis mittellange Röcke in, man staune, Schwarz oder allen Varianten von Grau. Nebentrends: Damenhosen haben wieder Schlag, die zahlreich auf der Messe herumlungernden Fernsehregisseure – "Bring ma Stativ!" – tragen die letzten Reste des ergrauten Haares nicht mehr pferdeschwänzig, sondern haben es zu einer Art Königsberger Klops im Nacken zusammengeknotet.



Krimidarwinismus

Morgen Frankfurt, morgen Messe (13 -14 Uhr bei Conte, C 110), heute die neue →Kolumne auf der Krimicouch. Es geht um Verlagsodysseen und den üblichen Darwinismus im Krimisegment, es wird unverhohlen für das neue Buch von Peter J. Kraus geworben. Man liest sich, man sieht sich.



Dominique Manotti: Letzte Schicht

manotti.jpgWir leben in herrlichen Zeiten. Wells'sche Maschinen transportieren uns einer Zukunft entgegen, in der man mit dem Vokabular der Vergangenheit hantieren wird, mit Klassen und Klassenkampf, mit Ausbeutung und sozialkritischer Literatur. Es gab eine Zeit, da hielten wir dies für überwunden wie überhaupt alles Dichotomische, alles Schwarzweiße, das Leben wurde, was gute Kriminalliteratur immer schon war, nämlich differenzierter.



Kleine Messekorrektur

Schön, dass man mal einen Blick auf den →Terminkalender des Conte Verlags geworfen hat. Die haben mich nämlich für den Buchmessebesuch am Donnerstag nicht um 12 Uhr, sondern um 13 Uhr eingetragen. Heißt: Neben Bratwürsten und Brezeln können willkommene Gäste auch Nachmittagskaffee, Zimtschnecken und Käsekuchen mitbringen. Freu mich schon drauf.



Kleine Messekorrektur

Schön, dass man mal einen Blick auf den →Terminkalender des Conte Verlags geworfen hat. Die haben mich nämlich für den Buchmessebesuch am Donnerstag nicht um 12 Uhr, sondern um 13 Uhr eingetragen. Heißt: Neben Bratwürsten und Brezeln können willkommene Gäste auch Nachmittagskaffee, Zimtschnecken und Käsekuchen mitbringen. Freu mich schon drauf.



Du Opfer

"Aus Unzufriedenheit über ihre Opferrolle hat sich eine bestohlene Berlinerin erfolgreich für die Aufklärung der an ihr begangenen Straftaten engagiert."
(Mitteilung der Polizeipressestelle Berlin vom 28.09.10, mit Dank an P.B.)

Hm, denkt man spontan, das ist aber doof. Opferrolle? Ist diese Frau nicht schlicht ein Opfer, nämlich von Kreditkartenbetrügern? Und was heißt "Unzufriedenheit"? Kann man auch damit zufrieden sein und sitzt man vielleicht am Küchentisch und überlegt sich, ob mans ist oder nicht?



Du Opfer

"Aus Unzufriedenheit über ihre Opferrolle hat sich eine bestohlene Berlinerin erfolgreich für die Aufklärung der an ihr begangenen Straftaten engagiert."
(Mitteilung der Polizeipressestelle Berlin vom 28.09.10, mit Dank an P.B.)

Hm, denkt man spontan, das ist aber doof. Opferrolle? Ist diese Frau nicht schlicht ein Opfer, nämlich von Kreditkartenbetrügern? Und was heißt "Unzufriedenheit"? Kann man auch damit zufrieden sein und sitzt man vielleicht am Küchentisch und überlegt sich, ob mans ist oder nicht?



Paul Freeman: Laster und Tugend

freeman.jpgKlar, es ist der Schauplatz, der zunächst auf Paul Freemans Krimi "Laster und Tugend" neugierig macht. Saudi-Arabien. Enger Verbündeter der USA, mit Erdöl gesegnet, dankbarer Abnehmer westlicher Luxusgüter – einerseits. Aber auch die Heimat von Herrn Bin Laden und den meisten der 0911-Attentäter, mit strengen islamischen Gesetzen, die u.a. das Verbot alkoholischer Getränke regeln. Wir wissen eine Menge über Saudi-Arabien oder glauben es zumindest. Wie wird es nach der Lektüre von "Laster und Tugend" sein?



Paul Freeman: Laster und Tugend

freeman.jpgKlar, es ist der Schauplatz, der zunächst auf Paul Freemans Krimi "Laster und Tugend" neugierig macht. Saudi-Arabien. Enger Verbündeter der USA, mit Erdöl gesegnet, dankbarer Abnehmer westlicher Luxusgüter – einerseits. Aber auch die Heimat von Herrn Bin Laden und den meisten der 0911-Attentäter, mit strengen islamischen Gesetzen, die u.a. das Verbot alkoholischer Getränke regeln. Wir wissen eine Menge über Saudi-Arabien oder glauben es zumindest. Wie wird es nach der Lektüre von "Laster und Tugend" sein?



Bedrohung

Es ist wieder soweit. Die Buchmesse naht, großes Heringsschieben durch die Gänge, in den Kojen verängstigte Autoren, von den Besuchern kritisch beäugt und meistens links liegen gelassen. Ein unwürdiges Schauspiel, dem sich auch Schreiber dieses nicht zu entziehen vermag und aus diesem Grunde ankündigt, am Donnerstag, den 07. Oktober 2010 am Stand C 110 des Saarbrücker →Conte Verlags eine Stunde lang herumzulungern. Und zwar von 12 – 13 Uhr, zur besten Mittagszeit also. Wer ihn ansprechen, anfassen oder füttern will, ist herzlich willkommen. Bei dieser Gelegenheit lohnt auch ein Blick auf die neuesten Hervorbringungen von Conte, u.a. Werke von Peter J. Kraus, Gaston Leroux und Jean Amila.



Bedrohung

Es ist wieder soweit. Die Buchmesse naht, großes Heringsschieben durch die Gänge, in den Kojen verängstigte Autoren, von den Besuchern kritisch beäugt und meistens links liegen gelassen. Ein unwürdiges Schauspiel, dem sich auch Schreiber dieses nicht zu entziehen vermag und aus diesem Grunde ankündigt, am Donnerstag, den 07. Oktober 2010 am Stand C 110 des Saarbrücker →Conte Verlags eine Stunde lang herumzulungern. Und zwar von 12 – 13 Uhr, zur besten Mittagszeit also. Wer ihn ansprechen, anfassen oder füttern will, ist herzlich willkommen. Bei dieser Gelegenheit lohnt auch ein Blick auf die neuesten Hervorbringungen von Conte, u.a. Werke von Peter J. Kraus, Gaston Leroux und Jean Amila.



Definition ist das Gegenteil von Definition

Nun, da ich Spannungsliteratur-Deutschland bis locker ins Jahr 2012 hinein mit amateurhaften Krimis versorgt habe (noch nicht veröffentlicht, aber das kommt noch), wäre es an der Zeit, sich konzentriert und ausführlich der theoretischen Seite des Sujets zu widmen. "2368 Einträge zu Watching The Detectives" zeigt mir die Blogsoftware gerade an, eine Menge spontan gefälltes Holz, das es jetzt zu durchmustern gilt. Ausmisten, ja, doch, auch das; viele Einträge sind spontan entstanden, Gedankenskizzen. Einige Ideen aufgreifen, miteinander verbinden, neue entwickeln. "Was ist Krimi" soll das Ganze schließlich heißen, und wahrscheinlich heißt es am Ende ganz anders. Aber "Was ist Krimi" vorerst und selbstverständlich ohne Fragezeichen.



Definition ist das Gegenteil von Definition

Nun, da ich Spannungsliteratur-Deutschland bis locker ins Jahr 2012 hinein mit amateurhaften Krimis versorgt habe (noch nicht veröffentlicht, aber das kommt noch), wäre es an der Zeit, sich konzentriert und ausführlich der theoretischen Seite des Sujets zu widmen. "2368 Einträge zu Watching The Detectives" zeigt mir die Blogsoftware gerade an, eine Menge spontan gefälltes Holz, das es jetzt zu durchmustern gilt. Ausmisten, ja, doch, auch das; viele Einträge sind spontan entstanden, Gedankenskizzen. Einige Ideen aufgreifen, miteinander verbinden, neue entwickeln. "Was ist Krimi" soll das Ganze schließlich heißen, und wahrscheinlich heißt es am Ende ganz anders. Aber "Was ist Krimi" vorerst und selbstverständlich ohne Fragezeichen.



Der Skandal der Saison

Noch hat die diesjährige Buchmesse ihre Tore nicht geöffnet, da steht das beherrschende Thema – jedenfalls für das Produktsegment Krimi – schon fest: der im Rabiat Verlag Wolfsburg pünktlich zum Messebeginn angekündigte Roman "Der Schrei der Edelfeder" von Elsa Land (Pseudonym). Doch warum erregt dieses Buch die Gemüter? Weil es, wie der Topkritiker P. Zürn beklagt, "einfach doof" ist oder, so der Verleger Erasmus Schmidt, "der letzte mögliche Tabubruch des Genres"? wtd sprach mit Schmidt über das Buch, den Verfasser und das Thema.



Der Skandal der Saison

Noch hat die diesjährige Buchmesse ihre Tore nicht geöffnet, da steht das beherrschende Thema – jedenfalls für das Produktsegment Krimi – schon fest: der im Rabiat Verlag Wolfsburg pünktlich zum Messebeginn angekündigte Roman "Der Schrei der Edelfeder" von Elsa Land (Pseudonym). Doch warum erregt dieses Buch die Gemüter? Weil es, wie der Topkritiker P. Zürn beklagt, "einfach doof" ist oder, so der Verleger Erasmus Schmidt, "der letzte mögliche Tabubruch des Genres"? wtd sprach mit Schmidt über das Buch, den Verfasser und das Thema.



Garry Disher: Rostmond

rostmond.jpgGarry Disher hat seine Verdienste. Die Reihe um den Gangster Wyatt (bei Pulpmaster erschienen) ist mehr als eine Variation des "irgendwie guter Gangster"-Schemas, mit den Romanen um den Polizisten Hal Challis (beim Unionsverlag) sind ihm in der Vergangenheit nicht nur spannende Krimis, sondern auch geschickt verzahnte Psychogramme der australischen Gesellschaft gelungen. Keine Selbstverständlichkeit; und wie schnell man damit scheitern kann, zeigt Disher fatalerweise in seinem neuen Roman "Rostmond" höchstselbst.



Garry Disher: Rostmond

rostmond.jpgGarry Disher hat seine Verdienste. Die Reihe um den Gangster Wyatt (bei Pulpmaster erschienen) ist mehr als eine Variation des "irgendwie guter Gangster"-Schemas, mit den Romanen um den Polizisten Hal Challis (beim Unionsverlag) sind ihm in der Vergangenheit nicht nur spannende Krimis, sondern auch geschickt verzahnte Psychogramme der australischen Gesellschaft gelungen. Keine Selbstverständlichkeit; und wie schnell man damit scheitern kann, zeigt Disher fatalerweise in seinem neuen Roman "Rostmond" höchstselbst.



Merkwürdige Gedanken an einem merkwürdigen Samstag

Lesen bildet und Denken erweitert den Horizont? Das sind, sorry, die verbalen Tricks, mit denen sie uns in die Schulbänke locken. In Wirklichkeit, das wissen die Kindsverderber ganz genau, verhält es sich andersrum. Wer liest und denkt, verliert seine Überzeugungen, seine Definitionen, seinen Halt. Am allerschlimmsten aber ist dran, wer Krimis liest und sich Gedanken darüber macht. Denn was ein Krimi IST, weiß nur, wer nie einen gelesen hat. Worum es in einem Krimi geht, erschließt sich allein in völliger Gedankenlosigkeit.



Merkwürdige Gedanken an einem merkwürdigen Samstag

Lesen bildet und Denken erweitert den Horizont? Das sind, sorry, die verbalen Tricks, mit denen sie uns in die Schulbänke locken. In Wirklichkeit, das wissen die Kindsverderber ganz genau, verhält es sich andersrum. Wer liest und denkt, verliert seine Überzeugungen, seine Definitionen, seinen Halt. Am allerschlimmsten aber ist dran, wer Krimis liest und sich Gedanken darüber macht. Denn was ein Krimi IST, weiß nur, wer nie einen gelesen hat. Worum es in einem Krimi geht, erschließt sich allein in völliger Gedankenlosigkeit.



Eine dringende Bitte

Liebe Krimischaffende, hört das auch irgend wann wieder auf? Und zwar möglichst bald, wenn’s geht, am liebsten jetzt gleich? Menschen, die plötzlich ihr Gedächtnis verlieren oder glauben, ganz andere zu sein, Menschen, die von ihrer Umwelt nicht mehr erkannt werden und Spielbälle finsterer Mächte und übler Halunken sind? Ja, klar, Herr Fitzek hat das mit Erfolg vorgemacht, aber muss es nun jeder zweite nachmachen? Unter uns: Das Thema ist seit Wilkie Collins' "Die Frau in Weiß" (1860!) aber auch so was von durch, das glaubt ihr gar nicht. Verwirrte Frauen, Doppelgängerinnen, grausige Irrenhäuser, alte Geheimnisse und böse Jungs (viva Conte Fosco!) im Hintergrund – alles schon mal da gewesen und, sorry, auch nicht mehr zu toppen. Also? Mal kurz hinsetzen und nachdenken? Sich die Welt anschauen? Mal was Neues aus den Fingern saugen? Danke.



Eine dringende Bitte

Liebe Krimischaffende, hört das auch irgend wann wieder auf? Und zwar möglichst bald, wenn’s geht, am liebsten jetzt gleich? Menschen, die plötzlich ihr Gedächtnis verlieren oder glauben, ganz andere zu sein, Menschen, die von ihrer Umwelt nicht mehr erkannt werden und Spielbälle finsterer Mächte und übler Halunken sind? Ja, klar, Herr Fitzek hat das mit Erfolg vorgemacht, aber muss es nun jeder zweite nachmachen? Unter uns: Das Thema ist seit Wilkie Collins' "Die Frau in Weiß" (1860!) aber auch so was von durch, das glaubt ihr gar nicht. Verwirrte Frauen, Doppelgängerinnen, grausige Irrenhäuser, alte Geheimnisse und böse Jungs (viva Conte Fosco!) im Hintergrund – alles schon mal da gewesen und, sorry, auch nicht mehr zu toppen. Also? Mal kurz hinsetzen und nachdenken? Sich die Welt anschauen? Mal was Neues aus den Fingern saugen? Danke.



Frank Göhre: Der Auserwählte

göhre.jpgFrank Göhres "Der Auserwählte" ist die Höchststrafe für einen Krimikritiker. Denn nichts will passen, nichts erfüllt die Erwartungen. Die Koordinatensysteme des Genres ächzen, im Prokrustesbett der Versatzstücke passt es hinten und vorne nicht, klarer Fall von versemmeltem Krimi, denkt man - und liest dennoch weiter, von Enttäuschung zu Enttäuschung, und am Ende legt man das Buch zufrieden aus der Hand und ärgert sich darüber, dass man sich nicht ärgert.



Frank Göhre: Der Auserwählte

göhre.jpgFrank Göhres "Der Auserwählte" ist die Höchststrafe für einen Krimikritiker. Denn nichts will passen, nichts erfüllt die Erwartungen. Die Koordinatensysteme des Genres ächzen, im Prokrustesbett der Versatzstücke passt es hinten und vorne nicht, klarer Fall von versemmeltem Krimi, denkt man - und liest dennoch weiter, von Enttäuschung zu Enttäuschung, und am Ende legt man das Buch zufrieden aus der Hand und ärgert sich darüber, dass man sich nicht ärgert.



Schlachteplatte 02.10

(Und wieder dampft es – mal verführerisch, mal abscheulich – im Schlachtzimmer Wutschel, wo die Hausherrin mit geübter Hand Krimis zerlegt. Die Herren MacBride, James und Brown sowie Frau Welsh hat es diesmal erwischt, frisch tröpfeln die Buchstaben in den Auffangbottich und werden von der Schlachterin zu feinen kleinen Rezensionen verrührt.)



Schlachteplatte 02.10

(Und wieder dampft es – mal verführerisch, mal abscheulich – im Schlachtzimmer Wutschel, wo die Hausherrin mit geübter Hand Krimis zerlegt. Die Herren MacBride, James und Brown sowie Frau Welsh hat es diesmal erwischt, frisch tröpfeln die Buchstaben in den Auffangbottich und werden von der Schlachterin zu feinen kleinen Rezensionen verrührt.)



1. Deutscher Atomkrimi-Preis

Der Krimi ist DER Gesellschaftsroman. Sagt man. Doch wo, bitte schön, ist dann der Atomkrimi? Es gibt ihn einfach nicht, und das ist ein Skandal. Ist es doch die Atomenergie, die uns billigen Strom liefert, die Lebenshaltungskosten niedrig hält und so für sozialen Frieden sorgt. Außerdem besteht jeder Mensch aus Atomen, die einen mehr, die anderen weniger. Atom heißt Kraft – und Atomkraft heißt Lebensfreude – und Lebensfreude heißt: Krimis lesen.



1. Deutscher Atomkrimi-Preis

Der Krimi ist DER Gesellschaftsroman. Sagt man. Doch wo, bitte schön, ist dann der Atomkrimi? Es gibt ihn einfach nicht, und das ist ein Skandal. Ist es doch die Atomenergie, die uns billigen Strom liefert, die Lebenshaltungskosten niedrig hält und so für sozialen Frieden sorgt. Außerdem besteht jeder Mensch aus Atomen, die einen mehr, die anderen weniger. Atom heißt Kraft – und Atomkraft heißt Lebensfreude – und Lebensfreude heißt: Krimis lesen.



Schwarz ist keine Farbe

Und noch ein →kleiner Beitrag zum Noir. Diesmal in meiner Monatskolumne auf der Krimicouch.



Schwarz ist keine Farbe

Und noch ein →kleiner Beitrag zum Noir. Diesmal in meiner Monatskolumne auf der Krimicouch.



Hansjörg Schneider: Hunkeler und die Augen des Ödipus

hunkeler.jpgEin Krimi, in dem über Sophokles und Adorno räsonniert wird, kann nur bei Diogenes erscheinen, erspart es doch Patricia Highsmith und Georges Simenon, den Friedhof zu wechseln, wenn sie sich in ihren Gräbern wälzen. Eine Art Bildungsbürgerkrimi ist das, überraschenderweise, denn vielleicht hatte man geglaubt, der sei nur eine Schimäre, es gebe ihn gar nicht. Aber es gibt ihn wie etwa die Menschen, die ihre Kinder nicht mit "Unterprivilegierten" allzu lange die Schulbänke drücken lassen wollen, liberal-asoziales Pack eben, doch pardon: Das passt jetzt nicht zu Hansjörg Schneiders "Hunkeler"-Roman, das ist eine spontane Assoziation des Kritikers, der die Gemüter durch die Versicherung zu beruhigen versucht, dass sie in "Hunkeler und die Augen des Ödipus" kein bisschen in Gefahr schweben werden, irgend etwas assoziieren zu müssen.



Hansjörg Schneider: Hunkeler und die Augen des Ödipus

hunkeler.jpgEin Krimi, in dem über Sophokles und Adorno räsonniert wird, kann nur bei Diogenes erscheinen, erspart es doch Patricia Highsmith und Georges Simenon, den Friedhof zu wechseln, wenn sie sich in ihren Gräbern wälzen. Eine Art Bildungsbürgerkrimi ist das, überraschenderweise, denn vielleicht hatte man geglaubt, der sei nur eine Schimäre, es gebe ihn gar nicht. Aber es gibt ihn wie etwa die Menschen, die ihre Kinder nicht mit "Unterprivilegierten" allzu lange die Schulbänke drücken lassen wollen, liberal-asoziales Pack eben, doch pardon: Das passt jetzt nicht zu Hansjörg Schneiders "Hunkeler"-Roman, das ist eine spontane Assoziation des Kritikers, der die Gemüter durch die Versicherung zu beruhigen versucht, dass sie in "Hunkeler und die Augen des Ödipus" kein bisschen in Gefahr schweben werden, irgend etwas assoziieren zu müssen.



Hansjörg Schneider: Hunkeler und die Augen des Ödipus

hunkeler.jpgEin Krimi, in dem über Sophokles und Adorno räsonniert wird, kann nur bei Diogenes erscheinen, erspart es doch Patricia Highsmith und Georges Simenon, den Friedhof zu wechseln, wenn sie sich in ihren Gräbern wälzen. Eine Art Bildungsbürgerkrimi ist das, überraschenderweise, denn vielleicht hatte man geglaubt, der sei nur eine Schimäre, es gebe ihn gar nicht. Aber es gibt ihn wie etwa die Menschen, die ihre Kinder nicht mit "Unterprivilegierten" allzu lange die Schulbänke drücken lassen wollen, liberal-asoziales Pack eben, doch pardon: Das passt jetzt nicht zu Hansjörg Schneiders "Hunkeler"-Roman, das ist eine spontane Assoziation des Kritikers, der die Gemüter durch die Versicherung zu beruhigen versucht, dass sie in "Hunkeler und die Augen des Ödipus" kein bisschen in Gefahr schweben werden, irgend etwas assoziieren zu müssen.



Australische Blogschelte

"Challis sinnierte eine Weile über die Idee von Blogs nach, vor allem in Dirk Roes Fall. Es schien ganz so, als hätten Privatsphäre, Würde und Zurückhaltung für die Cyberspace-Generation keinerlei Bedeutung mehr. Man konnte meinen, dass es heute vollkommen in Ordnung war, jeden halb ausgegorenen, langweiligen oder bösartigen Gedanken, jedes Gefühl, jeden verletzten Stolz hinauszuposaunen." ( Garry Disher, "Rostmond", Unionsverlag 2010, S. 67/68)



Australische Blogschelte

"Challis sinnierte eine Weile über die Idee von Blogs nach, vor allem in Dirk Roes Fall. Es schien ganz so, als hätten Privatsphäre, Würde und Zurückhaltung für die Cyberspace-Generation keinerlei Bedeutung mehr. Man konnte meinen, dass es heute vollkommen in Ordnung war, jeden halb ausgegorenen, langweiligen oder bösartigen Gedanken, jedes Gefühl, jeden verletzten Stolz hinauszuposaunen." ( Garry Disher, "Rostmond", Unionsverlag 2010, S. 67/68)



Australische Blogschelte

"Challis sinnierte eine Weile über die Idee von Blogs nach, vor allem in Dirk Roes Fall. Es schien ganz so, als hätten Privatsphäre, Würde und Zurückhaltung für die Cyberspace-Generation keinerlei Bedeutung mehr. Man konnte meinen, dass es heute vollkommen in Ordnung war, jeden halb ausgegorenen, langweiligen oder bösartigen Gedanken, jedes Gefühl, jeden verletzten Stolz hinauszuposaunen." ( Garry Disher, "Rostmond", Unionsverlag 2010, S. 67/68)



Sozialer Profit

Deutschland verarmt. Woran liegt das? An der Globalisierung! Weil Asiaten und Afrikaner sich nicht entblöden, für einen Sack Reis oder Maniok zu arbeiten, müssen wir es auch! Das ist doof, aber nicht zu ändern. Nicht zu ändern? Doch! Durch unternehmerische Mildtätigkeit! Man nehme nur den Saarbrücker Conte Verlag und sich an diesem ein Beispiel.



Sozialer Profit

Deutschland verarmt. Woran liegt das? An der Globalisierung! Weil Asiaten und Afrikaner sich nicht entblöden, für einen Sack Reis oder Maniok zu arbeiten, müssen wir es auch! Das ist doof, aber nicht zu ändern. Nicht zu ändern? Doch! Durch unternehmerische Mildtätigkeit! Man nehme nur den Saarbrücker Conte Verlag und sich an diesem ein Beispiel.



Schlachteplatte 01.10

(Im Hause Wutschel hat man sich einer alten ländlichen Tradition erinnert, der Hausschlachtung. Wo aber früher Nutztiere unters Messer kamen und lecker Wellfleisch, Blut- und Leberwurst etc. hergeben mussten, zerlegt Hausherrin Anna Veronica Wutschel ab sofort süße kleine Krimis in handlich-appetitlich-krimikritische Portionshappen. Deftig, naturbelassen, wohlschmeckend.)



Schlachteplatte 01.10

(Im Hause Wutschel hat man sich einer alten ländlichen Tradition erinnert, der Hausschlachtung. Wo aber früher Nutztiere unters Messer kamen und lecker Wellfleisch, Blut- und Leberwurst etc. hergeben mussten, zerlegt Hausherrin Anna Veronica Wutschel ab sofort süße kleine Krimis in handlich-appetitlich-krimikritische Portionshappen. Deftig, naturbelassen, wohlschmeckend.)



Nii Parkes: Die Spur des Bienenfressers

Beginnen wir mit einer Falschmeldung: Der Afrikakrimi boomt. Oje. Natürlich nicht. Was fröhlich hypt, ist der Südafrikakrimi und auch das ist wohl schon passé, nachdem es sich fußball- und trötenmäßig ausgehypt hat. Und Afrikakrimi? Nun ja. Der moderne Kriminalroman, wie man ihn allerorten mehr oder weniger routiniert runterschreibt. Also kein Afrikakrimi. Dafür, wenigstens in kleinen Dosen gereicht, eine Art Abkehr vom amerikanisch-europäisch geprägten Ratiokrimi. Nach Vamba Sherifs →"Geheimauftrag in Wologizi" jetzt Nii Parkes mit "Die Spur des Blenenfressers".



Nii Parkes: Die Spur des Bienenfressers

Beginnen wir mit einer Falschmeldung: Der Afrikakrimi boomt. Oje. Natürlich nicht. Was fröhlich hypt, ist der Südafrikakrimi und auch das ist wohl schon passé, nachdem es sich fußball- und trötenmäßig ausgehypt hat. Und Afrikakrimi? Nun ja. Der moderne Kriminalroman, wie man ihn allerorten mehr oder weniger routiniert runterschreibt. Also kein Afrikakrimi. Dafür, wenigstens in kleinen Dosen gereicht, eine Art Abkehr vom amerikanisch-europäisch geprägten Ratiokrimi. Nach Vamba Sherifs →"Geheimauftrag in Wologizi" jetzt Nii Parkes mit "Die Spur des Blenenfressers".



Nii Parkes: Die Spur des Bienenfressers

Beginnen wir mit einer Falschmeldung: Der Afrikakrimi boomt. Oje. Natürlich nicht. Was fröhlich hypt, ist der Südafrikakrimi und auch das ist wohl schon passé, nachdem es sich fußball- und trötenmäßig ausgehypt hat. Und Afrikakrimi? Nun ja. Der moderne Kriminalroman, wie man ihn allerorten mehr oder weniger routiniert runterschreibt. Also kein Afrikakrimi. Dafür, wenigstens in kleinen Dosen gereicht, eine Art Abkehr vom amerikanisch-europäisch geprägten Ratiokrimi. Nach Vamba Sherifs →"Geheimauftrag in Wologizi" jetzt Nii Parkes mit "Die Spur des Blenenfressers".



Die verwischte Deutlichkeit

parkes.jpgAndrea Bajanis "Mit herzlichen Grüßen" oder "Die Spur des Bienenfressers" von Nii Parkes: eines der beiden Bücher, die ich gerade lese, ist ein Krimi, aber welches? Das eine ist wie ein Krimi aufgebaut und dennoch... das andere ist dezidiert KEIN Krimi und dennoch...

Also wieder die alte Suche nach der Definition von "Krimi"? Was ja gemeinhin so lustig ist wie Einsteins Suche nach der Weltformel, bei der man aber leider nicht weiß, was die Gravitation in dem ganzen schönen System soll. Dabei kann man nur ermuntern, sich dem Definieren von "Krimi" zu widmen. Nicht weil am Ende so etwas wie eine "Definition" stehen könnte, sondern weil durch das Definieren selbst eine Definition illusorisch wird.



Die verwischte Deutlichkeit

parkes.jpgAndrea Bajanis "Mit herzlichen Grüßen" oder "Die Spur des Bienenfressers" von Nii Parkes: eines der beiden Bücher, die ich gerade lese, ist ein Krimi, aber welches? Das eine ist wie ein Krimi aufgebaut und dennoch... das andere ist dezidiert KEIN Krimi und dennoch...

Also wieder die alte Suche nach der Definition von "Krimi"? Was ja gemeinhin so lustig ist wie Einsteins Suche nach der Weltformel, bei der man aber leider nicht weiß, was die Gravitation in dem ganzen schönen System soll. Dabei kann man nur ermuntern, sich dem Definieren von "Krimi" zu widmen. Nicht weil am Ende so etwas wie eine "Definition" stehen könnte, sondern weil durch das Definieren selbst eine Definition illusorisch wird.



Die verwischte Deutlichkeit

parkes.jpgAndrea Bajanis "Mit herzlichen Grüßen" oder "Die Spur des Bienenfressers" von Nii Parkes: eines der beiden Bücher, die ich gerade lese, ist ein Krimi, aber welches? Das eine ist wie ein Krimi aufgebaut und dennoch... das andere ist dezidiert KEIN Krimi und dennoch...

Also wieder die alte Suche nach der Definition von "Krimi"? Was ja gemeinhin so lustig ist wie Einsteins Suche nach der Weltformel, bei der man aber leider nicht weiß, was die Gravitation in dem ganzen schönen System soll. Dabei kann man nur ermuntern, sich dem Definieren von "Krimi" zu widmen. Nicht weil am Ende so etwas wie eine "Definition" stehen könnte, sondern weil durch das Definieren selbst eine Definition illusorisch wird.



3 Minuten noir

Man muss nicht wie Derek Raymond die Gesellschaft für einen Zustand halten, der nur im Schreibmodus des noir sichtbar wird. Ein Röntgengerät ist er durchaus, denn noir erlaubt einen Blick durch das Fleisch auf die Knochen unseres Zusammenlebens und seiner Regeln. Nur: Ein Skelett ist ein Skelett, und das agiert höchstens in Gruselfilmen als zusammenhängend Menschliches. Ansonsten ist es nichts weiter als ein Haufen Knochen, ohne Muskeln und Sehnen, ohne Fleisch und Fett die Andeutung von Form.



3 Minuten noir

Man muss nicht wie Derek Raymond die Gesellschaft für einen Zustand halten, der nur im Schreibmodus des noir sichtbar wird. Ein Röntgengerät ist er durchaus, denn noir erlaubt einen Blick durch das Fleisch auf die Knochen unseres Zusammenlebens und seiner Regeln. Nur: Ein Skelett ist ein Skelett, und das agiert höchstens in Gruselfilmen als zusammenhängend Menschliches. Ansonsten ist es nichts weiter als ein Haufen Knochen, ohne Muskeln und Sehnen, ohne Fleisch und Fett die Andeutung von Form.



3 Minuten noir

Man muss nicht wie Derek Raymond die Gesellschaft für einen Zustand halten, der nur im Schreibmodus des noir sichtbar wird. Ein Röntgengerät ist er durchaus, denn noir erlaubt einen Blick durch das Fleisch auf die Knochen unseres Zusammenlebens und seiner Regeln. Nur: Ein Skelett ist ein Skelett, und das agiert höchstens in Gruselfilmen als zusammenhängend Menschliches. Ansonsten ist es nichts weiter als ein Haufen Knochen, ohne Muskeln und Sehnen, ohne Fleisch und Fett die Andeutung von Form.



10 Themen, über die zu schreiben sich nicht lohnt

Mann, über was ist hier in den letzten Jahren nicht alles geschrieben worden! Manchmal wolkig, manchmal heiter, erschöpfend oder en passant, mit anschließender Prügel für den Autor oder nicht. Aber manche Themen sind inzwischen so was von durch, dass es an der Zeit ist, sie endgültig kurz und bündig abzuschließen. Keine Diskussionen mehr, höchstens noch das eine oder andere Späßlein drüber. Hier die Worstlist nicht nur für diesen Monat. Freuen wir uns statt dessen auf neue Themen wie "Welche Farben bevorzugen Krimiautoren bei ihren Unterhosen?"



10 Themen, über die zu schreiben sich nicht lohnt

Mann, über was ist hier in den letzten Jahren nicht alles geschrieben worden! Manchmal wolkig, manchmal heiter, erschöpfend oder en passant, mit anschließender Prügel für den Autor oder nicht. Aber manche Themen sind inzwischen so was von durch, dass es an der Zeit ist, sie endgültig kurz und bündig abzuschließen. Keine Diskussionen mehr, höchstens noch das eine oder andere Späßlein drüber. Hier die Worstlist nicht nur für diesen Monat. Freuen wir uns statt dessen auf neue Themen wie "Welche Farben bevorzugen Krimiautoren bei ihren Unterhosen?"



10 Themen, über die zu schreiben sich nicht lohnt

Mann, über was ist hier in den letzten Jahren nicht alles geschrieben worden! Manchmal wolkig, manchmal heiter, erschöpfend oder en passant, mit anschließender Prügel für den Autor oder nicht. Aber manche Themen sind inzwischen so was von durch, dass es an der Zeit ist, sie endgültig kurz und bündig abzuschließen. Keine Diskussionen mehr, höchstens noch das eine oder andere Späßlein drüber. Hier die Worstlist nicht nur für diesen Monat. Freuen wir uns statt dessen auf neue Themen wie "Welche Farben bevorzugen Krimiautoren bei ihren Unterhosen?"



Robert B. Parker: Alte Wunden

parker.jpgEin neuer Auftrag für Spenser (na ja, im Original von 2003) und die alten Reflexe. Nichts zu bemängeln, Kriminalliteratur auf bestem Unterhaltungsniveau, gute Bekannte, die tun, was sie schon immer getan haben. Ein Banküberfall von 1974, bei dem eine scheinbar Unbeteiligte erschossen wurde, sorgt diesmal für "alte Wunden", als die Tochter der Getöteten Spenser um Aufklärung bittet. Die Aktion war von einer "studentischen Aktionsgruppe" durchgeführt worden und rasch zeigt sich, dass alte Wunden, wenn sie aufbrechen, schnell zu neuen führen können.



Robert B. Parker: Alte Wunden

parker.jpgEin neuer Auftrag für Spenser (na ja, im Original von 2003) und die alten Reflexe. Nichts zu bemängeln, Kriminalliteratur auf bestem Unterhaltungsniveau, gute Bekannte, die tun, was sie schon immer getan haben. Ein Banküberfall von 1974, bei dem eine scheinbar Unbeteiligte erschossen wurde, sorgt diesmal für "alte Wunden", als die Tochter der Getöteten Spenser um Aufklärung bittet. Die Aktion war von einer "studentischen Aktionsgruppe" durchgeführt worden und rasch zeigt sich, dass alte Wunden, wenn sie aufbrechen, schnell zu neuen führen können.



Robert B. Parker: Alte Wunden

parker.jpgEin neuer Auftrag für Spenser (na ja, im Original von 2003) und die alten Reflexe. Nichts zu bemängeln, Kriminalliteratur auf bestem Unterhaltungsniveau, gute Bekannte, die tun, was sie schon immer getan haben. Ein Banküberfall von 1974, bei dem eine scheinbar Unbeteiligte erschossen wurde, sorgt diesmal für "alte Wunden", als die Tochter der Getöteten Spenser um Aufklärung bittet. Die Aktion war von einer "studentischen Aktionsgruppe" durchgeführt worden und rasch zeigt sich, dass alte Wunden, wenn sie aufbrechen, schnell zu neuen führen können.



Wolfgang Bitburger rests in pieces

Wolfgang Bitburger, der Doyen der deutschen Krimikritik, ist tot. Der bei Kollegen wie Autoren wegen seiner stets kenntnisreichen und ausgewogenen Rezensionen gleichermaßen geschätzte Bitburger verstarb gestern im Alter von 89 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls, den er bereits im Frühjahr während der Tagung "Krimikritik – Fluch oder Segen oder beides?" in Bad Krotzingen erlitten hatte. "Wir verlieren einen Gentleman der liebevollen Krimianalyse", heisst es in einem Nachruf des "Itzehoer Volksboten", für den Bitburger ebenso schrieb wie für andere Massenmedien.



Wolfgang Bitburger rests in pieces

Wolfgang Bitburger, der Doyen der deutschen Krimikritik, ist tot. Der bei Kollegen wie Autoren wegen seiner stets kenntnisreichen und ausgewogenen Rezensionen gleichermaßen geschätzte Bitburger verstarb gestern im Alter von 89 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls, den er bereits im Frühjahr während der Tagung "Krimikritik – Fluch oder Segen oder beides?" in Bad Krotzingen erlitten hatte. "Wir verlieren einen Gentleman der liebevollen Krimianalyse", heisst es in einem Nachruf des "Itzehoer Volksboten", für den Bitburger ebenso schrieb wie für andere Massenmedien.



Wolfgang Bitburger rests in pieces

Wolfgang Bitburger, der Doyen der deutschen Krimikritik, ist tot. Der bei Kollegen wie Autoren wegen seiner stets kenntnisreichen und ausgewogenen Rezensionen gleichermaßen geschätzte Bitburger verstarb gestern im Alter von 89 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls, den er bereits im Frühjahr während der Tagung "Krimikritik – Fluch oder Segen oder beides?" in Bad Krotzingen erlitten hatte. "Wir verlieren einen Gentleman der liebevollen Krimianalyse", heisst es in einem Nachruf des "Itzehoer Volksboten", für den Bitburger ebenso schrieb wie für andere Massenmedien.



Detektei Geheimnislos

Die Detektei Geheimnislos hat ihr kleines Büro im Hinterhof der Literatur. Kein Firmenschild, keine Annoncen, das Mobiliar schäbig, der Detektiv mit der ausgebeulten Polsterung seines Sessels verwachsen, Kriminalromane lesend. Sie langweilen ihn, er wartet.



Detektei Geheimnislos

Die Detektei Geheimnislos hat ihr kleines Büro im Hinterhof der Literatur. Kein Firmenschild, keine Annoncen, das Mobiliar schäbig, der Detektiv mit der ausgebeulten Polsterung seines Sessels verwachsen, Kriminalromane lesend. Sie langweilen ihn, er wartet.



Detektei Geheimnislos

Die Detektei Geheimnislos hat ihr kleines Büro im Hinterhof der Literatur. Kein Firmenschild, keine Annoncen, das Mobiliar schäbig, der Detektiv mit der ausgebeulten Polsterung seines Sessels verwachsen, Kriminalromane lesend. Sie langweilen ihn, er wartet.



The fastest couch ever

Kaum geschrieben, schon veröffentlicht. Etwas zu →Deutschkrimis auf der Couch, in Verlängerung des vorangegangenen Eintrags.



The fastest couch ever

Kaum geschrieben, schon veröffentlicht. Etwas zu →Deutschkrimis auf der Couch, in Verlängerung des vorangegangenen Eintrags.



The fastest couch ever

Kaum geschrieben, schon veröffentlicht. Etwas zu →Deutschkrimis auf der Couch, in Verlängerung des vorangegangenen Eintrags.



Problem gelöst

Grummeln bei FACEBOOK. Steht doch auf der neuen Krimiwelt-Bestenliste mal wieder nur ein deutscher Titel, noch dazu auf hinteren Plätzen. Ein unhaltbarer Zustand, finden die AutorInnen, man erfährt erstaunt, selbst die Verlage hätten sich schon darüber "beschwert", ohne Erfolg allerdings. Wer ist dran schuld? Die Kritiker. Und überhaupt.



Problem gelöst

Grummeln bei FACEBOOK. Steht doch auf der neuen Krimiwelt-Bestenliste mal wieder nur ein deutscher Titel, noch dazu auf hinteren Plätzen. Ein unhaltbarer Zustand, finden die AutorInnen, man erfährt erstaunt, selbst die Verlage hätten sich schon darüber "beschwert", ohne Erfolg allerdings. Wer ist dran schuld? Die Kritiker. Und überhaupt.



Problem gelöst

Grummeln bei FACEBOOK. Steht doch auf der neuen Krimiwelt-Bestenliste mal wieder nur ein deutscher Titel, noch dazu auf hinteren Plätzen. Ein unhaltbarer Zustand, finden die AutorInnen, man erfährt erstaunt, selbst die Verlage hätten sich schon darüber "beschwert", ohne Erfolg allerdings. Wer ist dran schuld? Die Kritiker. Und überhaupt.



Rückständige Zeitgenossen

Es ist unglaublich. Jetzt, wo es quasi amtlich ist, dass man sich für Arthur Conan Doyle und sein mediokres Geschöpf Sherlock Holmes nicht mehr zu interessieren braucht, →protestieren gestandene Autoren wie Julian Barnes oder Ian Rankin oder Stephen Fry gegen den Zerfall des Landhauses des alten und überschätzten Meisters. Ja sakra, wo leben die eigentlich? Warum nehmen diese Ignoranten einfach keine Notiz von neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen? Es ist manchmal wirklich traurig, in welch rückständigen Zeiten man leben muss.



Rückständige Zeitgenossen

Es ist unglaublich. Jetzt, wo es quasi amtlich ist, dass man sich für Arthur Conan Doyle und sein mediokres Geschöpf Sherlock Holmes nicht mehr zu interessieren braucht, →protestieren gestandene Autoren wie Julian Barnes oder Ian Rankin oder Stephen Fry gegen den Zerfall des Landhauses des alten und überschätzten Meisters. Ja sakra, wo leben die eigentlich? Warum nehmen diese Ignoranten einfach keine Notiz von neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen? Es ist manchmal wirklich traurig, in welch rückständigen Zeiten man leben muss.



Rückständige Zeitgenossen

Es ist unglaublich. Jetzt, wo es quasi amtlich ist, dass man sich für Arthur Conan Doyle und sein mediokres Geschöpf Sherlock Holmes nicht mehr zu interessieren braucht, →protestieren gestandene Autoren wie Julian Barnes oder Ian Rankin oder Stephen Fry gegen den Zerfall des Landhauses des alten und überschätzten Meisters. Ja sakra, wo leben die eigentlich? Warum nehmen diese Ignoranten einfach keine Notiz von neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen? Es ist manchmal wirklich traurig, in welch rückständigen Zeiten man leben muss.



Eifel in der taz

Eine ganze Seite Eifelkrimi in der →taz? Na ja, nicht wirklich. Jacques Berndorf hat seinen neuen Roman "Die Nürburg-Papiere" in der Mainzer Staatskanzlei vom Ministerpräsidenten persönlich vorstellen lassen, der wiederum ächzt unter der tatsächlichen "Nürburg-Affäre", die das Buch thematisiert, Krimiautoren schreiben häufig unter Pseudonym, weil sie früher mal Pornos geschrieben haben, in den meisten Krimis kommt der Ausdruck "nicht wirklich" vor, so der Autor Helmut Höge, und eigentlich verfehlt Berndorf sein Thema, aber wieso eigentlich, das erfahren wir nicht, über das ganze Buch erfahren wir eigentlich nichts und so könnte man behaupten, Höge habe irgendwie sein Thema verfehlt oder auch nicht, wenn das Thema die "Nürburg-Affäre" war und nicht die "Nürburg-Papiere", genaueres weiß man nicht wirklich, das aber ganz bestimmt.



Eifel in der taz

Eine ganze Seite Eifelkrimi in der →taz? Na ja, nicht wirklich. Jacques Berndorf hat seinen neuen Roman "Die Nürburg-Papiere" in der Mainzer Staatskanzlei vom Ministerpräsidenten persönlich vorstellen lassen, der wiederum ächzt unter der tatsächlichen "Nürburg-Affäre", die das Buch thematisiert, Krimiautoren schreiben häufig unter Pseudonym, weil sie früher mal Pornos geschrieben haben, in den meisten Krimis kommt der Ausdruck "nicht wirklich" vor, so der Autor Helmut Höge, und eigentlich verfehlt Berndorf sein Thema, aber wieso eigentlich, das erfahren wir nicht, über das ganze Buch erfahren wir eigentlich nichts und so könnte man behaupten, Höge habe irgendwie sein Thema verfehlt oder auch nicht, wenn das Thema die "Nürburg-Affäre" war und nicht die "Nürburg-Papiere", genaueres weiß man nicht wirklich, das aber ganz bestimmt.



Eifel in der taz

Eine ganze Seite Eifelkrimi in der →taz? Na ja, nicht wirklich. Jacques Berndorf hat seinen neuen Roman "Die Nürburg-Papiere" in der Mainzer Staatskanzlei vom Ministerpräsidenten persönlich vorstellen lassen, der wiederum ächzt unter der tatsächlichen "Nürburg-Affäre", die das Buch thematisiert, Krimiautoren schreiben häufig unter Pseudonym, weil sie früher mal Pornos geschrieben haben, in den meisten Krimis kommt der Ausdruck "nicht wirklich" vor, so der Autor Helmut Höge, und eigentlich verfehlt Berndorf sein Thema, aber wieso eigentlich, das erfahren wir nicht, über das ganze Buch erfahren wir eigentlich nichts und so könnte man behaupten, Höge habe irgendwie sein Thema verfehlt oder auch nicht, wenn das Thema die "Nürburg-Affäre" war und nicht die "Nürburg-Papiere", genaueres weiß man nicht wirklich, das aber ganz bestimmt.



Eifel in der taz

Eine ganze Seite Eifelkrimi in der →taz? Na ja, nicht wirklich. Jacques Berndorf hat seinen neuen Roman "Die Nürburg-Papiere" in der Mainzer Staatskanzlei vom Ministerpräsidenten persönlich vorstellen lassen, der wiederum ächzt unter der tatsächlichen "Nürburg-Affäre", die das Buch thematisiert, Krimiautoren schreiben häufig unter Pseudonym, weil sie früher mal Pornos geschrieben haben, in den meisten Krimis kommt der Ausdruck "nicht wirklich" vor, so der Autor Helmut Höge, und eigentlich verfehlt Berndorf sein Thema, aber wieso eigentlich, das erfahren wir nicht, über das ganze Buch erfahren wir eigentlich nichts und so könnte man behaupten, Höge habe irgendwie sein Thema verfehlt oder auch nicht, wenn das Thema die "Nürburg-Affäre" war und nicht die "Nürburg-Papiere", genaueres weiß man nicht wirklich, das aber ganz bestimmt.



Suite Noire

Mit vier Bändchen startet der Distel Literaturverlag seine Übersetzungen der französischen Buchreihe "Suite Noire". Herausgegeben wird sie seit 2006 vom einschlägig bekannten Jean-Bernard Pouy, 36 Titel sind es bisher, acht davon 2008/2009 vom französischen Sender France 2 für das Fernsehen adaptiert. Eine besondere Reihe, inhaltlich wie thematisch stark reglementiert, kein Band hat mehr als 100 Seiten, jeder ist eine Hommage an einen ganz bestimmten Titel der berühmten "Serie Noire", die seit 1945 bei Gallimard erscheint mit einer Ausnahme: Didier Daenninckx' "On achève bien les chevaux", das die "Suite Noire" eröffnet, ehrt Horace McCoys "They shoot horses, don't they?" ("Nur Pferden gibt man den Gnadenschuss") von 1935, das nicht in die "Serie Noire" Eingang gefunden hat. Weitere Informationen und die Liste der bislang erschienenen Titel findet man →hier.



Suite Noire

Mit vier Bändchen startet der Distel Literaturverlag seine Übersetzungen der französischen Buchreihe "Suite Noire". Herausgegeben wird sie seit 2006 vom einschlägig bekannten Jean-Bernard Pouy, 36 Titel sind es bisher, acht davon 2008/2009 vom französischen Sender France 2 für das Fernsehen adaptiert. Eine besondere Reihe, inhaltlich wie thematisch stark reglementiert, kein Band hat mehr als 100 Seiten, jeder ist eine Hommage an einen ganz bestimmten Titel der berühmten "Serie Noire", die seit 1945 bei Gallimard erscheint mit einer Ausnahme: Didier Daenninckx' "On achève bien les chevaux", das die "Suite Noire" eröffnet, ehrt Horace McCoys "They shoot horses, don't they?" ("Nur Pferden gibt man den Gnadenschuss") von 1935, das nicht in die "Serie Noire" Eingang gefunden hat. Weitere Informationen und die Liste der bislang erschienenen Titel findet man →hier.



Suite Noire

Mit vier Bändchen startet der Distel Literaturverlag seine Übersetzungen der französischen Buchreihe "Suite Noire". Herausgegeben wird sie seit 2006 vom einschlägig bekannten Jean-Bernard Pouy, 36 Titel sind es bisher, acht davon 2008/2009 vom französischen Sender France 2 für das Fernsehen adaptiert. Eine besondere Reihe, inhaltlich wie thematisch stark reglementiert, kein Band hat mehr als 100 Seiten, jeder ist eine Hommage an einen ganz bestimmten Titel der berühmten "Serie Noire", die seit 1945 bei Gallimard erscheint mit einer Ausnahme: Didier Daenninckx' "On achève bien les chevaux", das die "Suite Noire" eröffnet, ehrt Horace McCoys "They shoot horses, don't they?" ("Nur Pferden gibt man den Gnadenschuss") von 1935, das nicht in die "Serie Noire" Eingang gefunden hat. Weitere Informationen und die Liste der bislang erschienenen Titel findet man →hier.



Verbrechensbekämpfung

Und wieder redet jeder vom absoluten Beweis. Von der elektronischen Hochrüstung, der lückenlosen Videoüberwachung, der totalen Kontrolle. Ein Ball kracht gegen die Unterkante der Latte, springt zurück und kommt hinter der Torlinie auf. Kein Tor. Also Fehlentscheidung. Ein Verbrechen, das nicht geahndet wird.



Verbrechensbekämpfung

Und wieder redet jeder vom absoluten Beweis. Von der elektronischen Hochrüstung, der lückenlosen Videoüberwachung, der totalen Kontrolle. Ein Ball kracht gegen die Unterkante der Latte, springt zurück und kommt hinter der Torlinie auf. Kein Tor. Also Fehlentscheidung. Ein Verbrechen, das nicht geahndet wird.



Verbrechensbekämpfung

Und wieder redet jeder vom absoluten Beweis. Von der elektronischen Hochrüstung, der lückenlosen Videoüberwachung, der totalen Kontrolle. Ein Ball kracht gegen die Unterkante der Latte, springt zurück und kommt hinter der Torlinie auf. Kein Tor. Also Fehlentscheidung. Ein Verbrechen, das nicht geahndet wird.



Peinlich plappernde Päpste

Man kennt das ja mit den Päpsten. Eine Zeitlang schaut man zu ihnen auf, wenn sie sich in vollem Wichs mit dem Papamobil durch die Gemeinde kutschieren lassen. Irgend wann aber erkennt selbst der Gutgläubigste, dass diese Päpste in Wirklichkeit doch nur Vorsitzende obskurer Organisationen mit bisweilen ekligem Personal sind.



Peinlich plappernde Päpste

Man kennt das ja mit den Päpsten. Eine Zeitlang schaut man zu ihnen auf, wenn sie sich in vollem Wichs mit dem Papamobil durch die Gemeinde kutschieren lassen. Irgend wann aber erkennt selbst der Gutgläubigste, dass diese Päpste in Wirklichkeit doch nur Vorsitzende obskurer Organisationen mit bisweilen ekligem Personal sind.



Peinlich plappernde Päpste

Man kennt das ja mit den Päpsten. Eine Zeitlang schaut man zu ihnen auf, wenn sie sich in vollem Wichs mit dem Papamobil durch die Gemeinde kutschieren lassen. Irgend wann aber erkennt selbst der Gutgläubigste, dass diese Päpste in Wirklichkeit doch nur Vorsitzende obskurer Organisationen mit bisweilen ekligem Personal sind.



Peinlich plappernde Päpste

Man kennt das ja mit den Päpsten. Eine Zeitlang schaut man zu ihnen auf, wenn sie sich in vollem Wichs mit dem Papamobil durch die Gemeinde kutschieren lassen. Irgend wann aber erkennt selbst der Gutgläubigste, dass diese Päpste in Wirklichkeit doch nur Vorsitzende obskurer Organisationen mit bisweilen ekligem Personal sind.



Rezi andernorts

Okay, im Fussball klappts grad nicht so gut in Spanien, aber anständige Kriminalromane schreiben sie schon. Domingo Villar etwa, lässt sich →hier nachlesen.



Rezi andernorts

Okay, im Fussball klappts grad nicht so gut in Spanien, aber anständige Kriminalromane schreiben sie schon. Domingo Villar etwa, lässt sich →hier nachlesen.



Rezi andernorts

Okay, im Fussball klappts grad nicht so gut in Spanien, aber anständige Kriminalromane schreiben sie schon. Domingo Villar etwa, lässt sich →hier nachlesen.



Rezi andernorts

Okay, im Fussball klappts grad nicht so gut in Spanien, aber anständige Kriminalromane schreiben sie schon. Domingo Villar etwa, lässt sich →hier nachlesen.



Endlose Geschichten

Manche Bücher sind wie manche Menschen. Man hört ihnen gerne zu, sie erzählen nicht brillant, aber durchaus flüssig, was sie erzählen hat Unterhaltungswert und man weiss, wenn sie aufhören zu erzählen, dann ist das Erzählte auch schon längst im großen Häcksler von Erinnern und Vergessen verschwunden.



Endlose Geschichten

Manche Bücher sind wie manche Menschen. Man hört ihnen gerne zu, sie erzählen nicht brillant, aber durchaus flüssig, was sie erzählen hat Unterhaltungswert und man weiss, wenn sie aufhören zu erzählen, dann ist das Erzählte auch schon längst im großen Häcksler von Erinnern und Vergessen verschwunden.



Endlose Geschichten

Manche Bücher sind wie manche Menschen. Man hört ihnen gerne zu, sie erzählen nicht brillant, aber durchaus flüssig, was sie erzählen hat Unterhaltungswert und man weiss, wenn sie aufhören zu erzählen, dann ist das Erzählte auch schon längst im großen Häcksler von Erinnern und Vergessen verschwunden.



Historisches und Historisches

...habe ich die Ehre anzuzeigen dawelche von mir gemachte Gedanken, historische Krimis betreffend. Und zwar auf der hochwürdigen →Krimicouch. Zur besonderen Beachtung empfohlen und empfehle mich jetzt selber, habe die Ehre.



Historisches und Historisches

...habe ich die Ehre anzuzeigen dawelche von mir gemachte Gedanken, historische Krimis betreffend. Und zwar auf der hochwürdigen →Krimicouch. Zur besonderen Beachtung empfohlen und empfehle mich jetzt selber, habe die Ehre.



Historisches und Historisches

...habe ich die Ehre anzuzeigen dawelche von mir gemachte Gedanken, historische Krimis betreffend. Und zwar auf der hochwürdigen →Krimicouch. Zur besonderen Beachtung empfohlen und empfehle mich jetzt selber, habe die Ehre.



Historisches und Historisches

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Krimilexikon -A-

Eines der ehrgeizigsten Projekte der deutschen Krimikultur legt endlich erste Ergebnisse vor. Das von der Arbeitsgruppe "lexikalische Erfassung" geplante "historisch-kritische Lexikon der deutschsprachigen Kriminalliteratur" unter Leitung von Wolfram Dietz ("Dinkelsbühler Neue Presse") und Prof. Dr. Egon Schlenndorf (Fernuni Hagen) wird in den nächsten Jahren alles Wissenswerte zum Genre unter Mithilfe zahlreicher Fachgelehrter aus dem In- und Ausland zusammentragen und nach dem Stand der neuesten Forschung präsentieren. Als erstes Massenmedium veröffentlicht wtd vorläufige Auszüge aus den bisherigen Arbeiten der Gruppe.



Krimilexikon -A-

Eines der ehrgeizigsten Projekte der deutschen Krimikultur legt endlich erste Ergebnisse vor. Das von der Arbeitsgruppe "lexikalische Erfassung" geplante "historisch-kritische Lexikon der deutschsprachigen Kriminalliteratur" unter Leitung von Wolfram Dietz ("Dinkelsbühler Neue Presse") und Prof. Dr. Egon Schlenndorf (Fernuni Hagen) wird in den nächsten Jahren alles Wissenswerte zum Genre unter Mithilfe zahlreicher Fachgelehrter aus dem In- und Ausland zusammentragen und nach dem Stand der neuesten Forschung präsentieren. Als erstes Massenmedium veröffentlicht wtd vorläufige Auszüge aus den bisherigen Arbeiten der Gruppe.



Krimilexikon -A-

Eines der ehrgeizigsten Projekte der deutschen Krimikultur legt endlich erste Ergebnisse vor. Das von der Arbeitsgruppe "lexikalische Erfassung" geplante "historisch-kritische Lexikon der deutschsprachigen Kriminalliteratur" unter Leitung von Wolfram Dietz ("Dinkelsbühler Neue Presse") und Prof. Dr. Egon Schlenndorf (Fernuni Hagen) wird in den nächsten Jahren alles Wissenswerte zum Genre unter Mithilfe zahlreicher Fachgelehrter aus dem In- und Ausland zusammentragen und nach dem Stand der neuesten Forschung präsentieren. Als erstes Massenmedium veröffentlicht wtd vorläufige Auszüge aus den bisherigen Arbeiten der Gruppe.



Krimilexikon -A-

Eines der ehrgeizigsten Projekte der deutschen Krimikultur legt endlich erste Ergebnisse vor. Das von der Arbeitsgruppe "lexikalische Erfassung" geplante "historisch-kritische Lexikon der deutschsprachigen Kriminalliteratur" unter Leitung von Wolfram Dietz ("Dinkelsbühler Neue Presse") und Prof. Dr. Egon Schlenndorf (Fernuni Hagen) wird in den nächsten Jahren alles Wissenswerte zum Genre unter Mithilfe zahlreicher Fachgelehrter aus dem In- und Ausland zusammentragen und nach dem Stand der neuesten Forschung präsentieren. Als erstes Massenmedium veröffentlicht wtd vorläufige Auszüge aus den bisherigen Arbeiten der Gruppe.



Lena, Krimi, Pop und der Rest

Wenn drei Leute eine CD, einen Film, ein Buch mögen, ist das noch lange kein Pop. Pop bedeutet Masse, Dynamik, Hype und Täuschung, bedeutet, sich auf einen Nenner zu einigen, ungeachtet der Struktur und der möglichen Komplexität eines Gegenstandes. Lena ist Pop, weil sie Lena ist und sonst nichts. Ein trotz des medialen Irrsinns auf zwei, drei Begriffe reduzierbares Wesen: natürlich, hübsch, eigensinnig.



Lena, Krimi, Pop und der Rest

Wenn drei Leute eine CD, einen Film, ein Buch mögen, ist das noch lange kein Pop. Pop bedeutet Masse, Dynamik, Hype und Täuschung, bedeutet, sich auf einen Nenner zu einigen, ungeachtet der Struktur und der möglichen Komplexität eines Gegenstandes. Lena ist Pop, weil sie Lena ist und sonst nichts. Ein trotz des medialen Irrsinns auf zwei, drei Begriffe reduzierbares Wesen: natürlich, hübsch, eigensinnig.



Lena, Krimi, Pop und der Rest

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Lena, Krimi, Pop und der Rest

Wenn drei Leute eine CD, einen Film, ein Buch mögen, ist das noch lange kein Pop. Pop bedeutet Masse, Dynamik, Hype und Täuschung, bedeutet, sich auf einen Nenner zu einigen, ungeachtet der Struktur und der möglichen Komplexität eines Gegenstandes. Lena ist Pop, weil sie Lena ist und sonst nichts. Ein trotz des medialen Irrsinns auf zwei, drei Begriffe reduzierbares Wesen: natürlich, hübsch, eigensinnig.



Die Zeit, die Zeit

"In der schreibenden Zunft gibt es eine Arbeitsteilung. Die Journalisten sind für die Gegenwart zuständig, die Dichter für die Vergangenheit. Was abzusinken droht in den Tümpel des Vergessens, das holt die Literatur mit der Kraft der Erinnerung ans Licht und zeigt, dass das Vergangene nicht vergeht."

Es gab mal eine Zeit, da hatte, wer in der gleichnamigen Wochenzeitung über Literatur schrieb, wenigstens einen Hauch von Kenntnis, das Theoretische betreffend. →Tempi passati.



Die Zeit, die Zeit

"In der schreibenden Zunft gibt es eine Arbeitsteilung. Die Journalisten sind für die Gegenwart zuständig, die Dichter für die Vergangenheit. Was abzusinken droht in den Tümpel des Vergessens, das holt die Literatur mit der Kraft der Erinnerung ans Licht und zeigt, dass das Vergangene nicht vergeht."

Es gab mal eine Zeit, da hatte, wer in der gleichnamigen Wochenzeitung über Literatur schrieb, wenigstens einen Hauch von Kenntnis, das Theoretische betreffend. →Tempi passati.



Die Zeit, die Zeit

"In der schreibenden Zunft gibt es eine Arbeitsteilung. Die Journalisten sind für die Gegenwart zuständig, die Dichter für die Vergangenheit. Was abzusinken droht in den Tümpel des Vergessens, das holt die Literatur mit der Kraft der Erinnerung ans Licht und zeigt, dass das Vergangene nicht vergeht."

Es gab mal eine Zeit, da hatte, wer in der gleichnamigen Wochenzeitung über Literatur schrieb, wenigstens einen Hauch von Kenntnis, das Theoretische betreffend. →Tempi passati.



Die Zeit, die Zeit

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Es gab mal eine Zeit, da hatte, wer in der gleichnamigen Wochenzeitung über Literatur schrieb, wenigstens einen Hauch von Kenntnis, das Theoretische betreffend. →Tempi passati.



Die Zeit, die Zeit

"In der schreibenden Zunft gibt es eine Arbeitsteilung. Die Journalisten sind für die Gegenwart zuständig, die Dichter für die Vergangenheit. Was abzusinken droht in den Tümpel des Vergessens, das holt die Literatur mit der Kraft der Erinnerung ans Licht und zeigt, dass das Vergangene nicht vergeht."

Es gab mal eine Zeit, da hatte, wer in der gleichnamigen Wochenzeitung über Literatur schrieb, wenigstens einen Hauch von Kenntnis, das Theoretische betreffend. →Tempi passati.



Die Zeit, die Zeit

"In der schreibenden Zunft gibt es eine Arbeitsteilung. Die Journalisten sind für die Gegenwart zuständig, die Dichter für die Vergangenheit. Was abzusinken droht in den Tümpel des Vergessens, das holt die Literatur mit der Kraft der Erinnerung ans Licht und zeigt, dass das Vergangene nicht vergeht."

Es gab mal eine Zeit, da hatte, wer in der gleichnamigen Wochenzeitung über Literatur schrieb, wenigstens einen Hauch von Kenntnis, das Theoretische betreffend. →Tempi passati.



Martin Mucha: Papierkrieg

Irgend wann jenseits von Seite 100 bin ich dann aus der Nummer ausgestiegen. Da gibt es einen Autor, der ganz nett schreiben kann, manchmal direkt witzig, und also schreibt er einen Kriminalroman, einen österreichischen, einen wienerischen, und wahrscheinlich hat er sie alle gelesen, diese ganze Spezerl- und Stritziwirtschaft, und das kann er halt auch und warum also nicht. Nun, darauf gibt es eine Antwort.



Martin Mucha: Papierkrieg

Irgend wann jenseits von Seite 100 bin ich dann aus der Nummer ausgestiegen. Da gibt es einen Autor, der ganz nett schreiben kann, manchmal direkt witzig, und also schreibt er einen Kriminalroman, einen österreichischen, einen wienerischen, und wahrscheinlich hat er sie alle gelesen, diese ganze Spezerl- und Stritziwirtschaft, und das kann er halt auch und warum also nicht. Nun, darauf gibt es eine Antwort.



Martin Mucha: Papierkrieg

Irgend wann jenseits von Seite 100 bin ich dann aus der Nummer ausgestiegen. Da gibt es einen Autor, der ganz nett schreiben kann, manchmal direkt witzig, und also schreibt er einen Kriminalroman, einen österreichischen, einen wienerischen, und wahrscheinlich hat er sie alle gelesen, diese ganze Spezerl- und Stritziwirtschaft, und das kann er halt auch und warum also nicht. Nun, darauf gibt es eine Antwort.



Martin Mucha: Papierkrieg

Irgend wann jenseits von Seite 100 bin ich dann aus der Nummer ausgestiegen. Da gibt es einen Autor, der ganz nett schreiben kann, manchmal direkt witzig, und also schreibt er einen Kriminalroman, einen österreichischen, einen wienerischen, und wahrscheinlich hat er sie alle gelesen, diese ganze Spezerl- und Stritziwirtschaft, und das kann er halt auch und warum also nicht. Nun, darauf gibt es eine Antwort.



Martin Mucha: Papierkrieg

Irgend wann jenseits von Seite 100 bin ich dann aus der Nummer ausgestiegen. Da gibt es einen Autor, der ganz nett schreiben kann, manchmal direkt witzig, und also schreibt er einen Kriminalroman, einen österreichischen, einen wienerischen, und wahrscheinlich hat er sie alle gelesen, diese ganze Spezerl- und Stritziwirtschaft, und das kann er halt auch und warum also nicht. Nun, darauf gibt es eine Antwort.



Moral

Wenn einem Autor nichts mehr einfällt, wird er moralisch. Damit kriegt er sie alle. Und wenn einen nicht, dann ist der eben unmoralisch. Das Wort "Moral" ist das Pflaster auf den Wunden eines Textes, die billige Blitzheilung siecher Plots, das Placebo gegen Sätze mit Sinn-Alzheimer, das Dach, unter dem sich die intellektuell obdachlose Aussage vor sich selbst versteckt. Naja, eben ein Scheißkrimi, aber er thematisiert wenigstens den Fremdenhass. Schon tausend Mal gelesen, den ungelenken Mist, aber immerhin geißelt er den Ehrenmord. Schon wieder Nazi-0815, aber wir erfahren doch, wie schlimm es damals war und dass es auch gute Deutsche gab. Moral eben. Unangreifbar, mit eingebautem Applaus.



Moral

Wenn einem Autor nichts mehr einfällt, wird er moralisch. Damit kriegt er sie alle. Und wenn einen nicht, dann ist der eben unmoralisch. Das Wort "Moral" ist das Pflaster auf den Wunden eines Textes, die billige Blitzheilung siecher Plots, das Placebo gegen Sätze mit Sinn-Alzheimer, das Dach, unter dem sich die intellektuell obdachlose Aussage vor sich selbst versteckt. Naja, eben ein Scheißkrimi, aber er thematisiert wenigstens den Fremdenhass. Schon tausend Mal gelesen, den ungelenken Mist, aber immerhin geißelt er den Ehrenmord. Schon wieder Nazi-0815, aber wir erfahren doch, wie schlimm es damals war und dass es auch gute Deutsche gab. Moral eben. Unangreifbar, mit eingebautem Applaus.



Moral

Wenn einem Autor nichts mehr einfällt, wird er moralisch. Damit kriegt er sie alle. Und wenn einen nicht, dann ist der eben unmoralisch. Das Wort "Moral" ist das Pflaster auf den Wunden eines Textes, die billige Blitzheilung siecher Plots, das Placebo gegen Sätze mit Sinn-Alzheimer, das Dach, unter dem sich die intellektuell obdachlose Aussage vor sich selbst versteckt. Naja, eben ein Scheißkrimi, aber er thematisiert wenigstens den Fremdenhass. Schon tausend Mal gelesen, den ungelenken Mist, aber immerhin geißelt er den Ehrenmord. Schon wieder Nazi-0815, aber wir erfahren doch, wie schlimm es damals war und dass es auch gute Deutsche gab. Moral eben. Unangreifbar, mit eingebautem Applaus.



Moral

Wenn einem Autor nichts mehr einfällt, wird er moralisch. Damit kriegt er sie alle. Und wenn einen nicht, dann ist der eben unmoralisch. Das Wort "Moral" ist das Pflaster auf den Wunden eines Textes, die billige Blitzheilung siecher Plots, das Placebo gegen Sätze mit Sinn-Alzheimer, das Dach, unter dem sich die intellektuell obdachlose Aussage vor sich selbst versteckt. Naja, eben ein Scheißkrimi, aber er thematisiert wenigstens den Fremdenhass. Schon tausend Mal gelesen, den ungelenken Mist, aber immerhin geißelt er den Ehrenmord. Schon wieder Nazi-0815, aber wir erfahren doch, wie schlimm es damals war und dass es auch gute Deutsche gab. Moral eben. Unangreifbar, mit eingebautem Applaus.



Moral

Wenn einem Autor nichts mehr einfällt, wird er moralisch. Damit kriegt er sie alle. Und wenn einen nicht, dann ist der eben unmoralisch. Das Wort "Moral" ist das Pflaster auf den Wunden eines Textes, die billige Blitzheilung siecher Plots, das Placebo gegen Sätze mit Sinn-Alzheimer, das Dach, unter dem sich die intellektuell obdachlose Aussage vor sich selbst versteckt. Naja, eben ein Scheißkrimi, aber er thematisiert wenigstens den Fremdenhass. Schon tausend Mal gelesen, den ungelenken Mist, aber immerhin geißelt er den Ehrenmord. Schon wieder Nazi-0815, aber wir erfahren doch, wie schlimm es damals war und dass es auch gute Deutsche gab. Moral eben. Unangreifbar, mit eingebautem Applaus.



Moral

Wenn einem Autor nichts mehr einfällt, wird er moralisch. Damit kriegt er sie alle. Und wenn einen nicht, dann ist der eben unmoralisch. Das Wort "Moral" ist das Pflaster auf den Wunden eines Textes, die billige Blitzheilung siecher Plots, das Placebo gegen Sätze mit Sinn-Alzheimer, das Dach, unter dem sich die intellektuell obdachlose Aussage vor sich selbst versteckt. Naja, eben ein Scheißkrimi, aber er thematisiert wenigstens den Fremdenhass. Schon tausend Mal gelesen, den ungelenken Mist, aber immerhin geißelt er den Ehrenmord. Schon wieder Nazi-0815, aber wir erfahren doch, wie schlimm es damals war und dass es auch gute Deutsche gab. Moral eben. Unangreifbar, mit eingebautem Applaus.



Conte kann

Ach, es ist schön, durch die →Herbstvorschau des Conte Verlages zu blättern, fast gänzlich unbeteiligt, denn den nächsten dpr aus dem feinen Saarbrücker Haus gibts erst im Frühjahr. Ein kleines Nachwort für einen alten Franzosen und, große Freude, die Gewissheit, dass es endlich gelungen ist, dem phantastischen Peter J. Kraus eine neue Heimat zu verschaffen. "Joint Adventure" heisst das Werklein und wärmt nicht nur von außen. Und dann gibt es noch einen Amila und ein mysteriöses Tapirtier, aber das schaut ihr euch jetzt alles selber an, gell?



Conte kann

Ach, es ist schön, durch die →Herbstvorschau des Conte Verlages zu blättern, fast gänzlich unbeteiligt, denn den nächsten dpr aus dem feinen Saarbrücker Haus gibts erst im Frühjahr. Ein kleines Nachwort für einen alten Franzosen und, große Freude, die Gewissheit, dass es endlich gelungen ist, dem phantastischen Peter J. Kraus eine neue Heimat zu verschaffen. "Joint Adventure" heisst das Werklein und wärmt nicht nur von außen. Und dann gibt es noch einen Amila und ein mysteriöses Tapirtier, aber das schaut ihr euch jetzt alles selber an, gell?



Conte kann

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Conte kann

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Conte kann

Ach, es ist schön, durch die →Herbstvorschau des Conte Verlages zu blättern, fast gänzlich unbeteiligt, denn den nächsten dpr aus dem feinen Saarbrücker Haus gibts erst im Frühjahr. Ein kleines Nachwort für einen alten Franzosen und, große Freude, die Gewissheit, dass es endlich gelungen ist, dem phantastischen Peter J. Kraus eine neue Heimat zu verschaffen. "Joint Adventure" heisst das Werklein und wärmt nicht nur von außen. Und dann gibt es noch einen Amila und ein mysteriöses Tapirtier, aber das schaut ihr euch jetzt alles selber an, gell?



KC im Mai

Mit geziemender Verspätung erschienen: →die neueste Ausgabe der Krimi-Couch, Deutschlands größtes und beliebtestes Krimimagazin. Mit vielen Rezensionen und Interviews, u.a. auch zwei dringend notwendigen Nachholarbeiten des Bloggers. Der hat sich, auch mit Verspätung, Stefan Kiesbyes →"Nebenan ein Mädchen" zur Brust genommen und ist des Lobes voll. Da der Titel nun auch als Taschenbuch erscheint, sogar eine verblüffend aktuelle Rezension. Christine Lehmanns ebenfalls besprochener →"Allmachtsdackel" siecht derweil der Altersschwäche entgegen, ist aber dennoch sehr lesenswert.



KC im Mai

Mit geziemender Verspätung erschienen: →die neueste Ausgabe der Krimi-Couch, Deutschlands größtes und beliebtestes Krimimagazin. Mit vielen Rezensionen und Interviews, u.a. auch zwei dringend notwendigen Nachholarbeiten des Bloggers. Der hat sich, auch mit Verspätung, Stefan Kiesbyes →"Nebenan ein Mädchen" zur Brust genommen und ist des Lobes voll. Da der Titel nun auch als Taschenbuch erscheint, sogar eine verblüffend aktuelle Rezension. Christine Lehmanns ebenfalls besprochener →"Allmachtsdackel" siecht derweil der Altersschwäche entgegen, ist aber dennoch sehr lesenswert.



KC im Mai

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KC im Mai

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KC im Mai

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KC im Mai

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KC im Mai

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Peter O'Donnell

Peter O'Donnell ist tot. Er starb am 3. Mai 2010 im Ater von 90 Jahren in London, ein Kriminalschriftsteller, dessen bekannteste Serienfigur Modesty Blaise heisst, eine taffe Powerfrau auf den ersten Blick, auf den zweiten von irritierender Ambivalenz.



Peter O'Donnell

Peter O'Donnell ist tot. Er starb am 3. Mai 2010 im Ater von 90 Jahren in London, ein Kriminalschriftsteller, dessen bekannteste Serienfigur Modesty Blaise heisst, eine taffe Powerfrau auf den ersten Blick, auf den zweiten von irritierender Ambivalenz.



Peter O'Donnell

Peter O'Donnell ist tot. Er starb am 3. Mai 2010 im Ater von 90 Jahren in London, ein Kriminalschriftsteller, dessen bekannteste Serienfigur Modesty Blaise heisst, eine taffe Powerfrau auf den ersten Blick, auf den zweiten von irritierender Ambivalenz.



Peter O'Donnell

Peter O'Donnell ist tot. Er starb am 3. Mai 2010 im Ater von 90 Jahren in London, ein Kriminalschriftsteller, dessen bekannteste Serienfigur Modesty Blaise heisst, eine taffe Powerfrau auf den ersten Blick, auf den zweiten von irritierender Ambivalenz.



Peter O'Donnell

Peter O'Donnell ist tot. Er starb am 3. Mai 2010 im Ater von 90 Jahren in London, ein Kriminalschriftsteller, dessen bekannteste Serienfigur Modesty Blaise heisst, eine taffe Powerfrau auf den ersten Blick, auf den zweiten von irritierender Ambivalenz.



Peter O'Donnell

Peter O'Donnell ist tot. Er starb am 3. Mai 2010 im Ater von 90 Jahren in London, ein Kriminalschriftsteller, dessen bekannteste Serienfigur Modesty Blaise heisst, eine taffe Powerfrau auf den ersten Blick, auf den zweiten von irritierender Ambivalenz.



Peter O'Donnell

Peter O'Donnell ist tot. Er starb am 3. Mai 2010 im Ater von 90 Jahren in London, ein Kriminalschriftsteller, dessen bekannteste Serienfigur Modesty Blaise heisst, eine taffe Powerfrau auf den ersten Blick, auf den zweiten von irritierender Ambivalenz.



Rat

Die →neue dpr-Kolumne auf der Krimicouch ist online. Heute für Autorinnen und Autoren, die es unbedingt schaffen wollen. 10 goldene Ratschläge...



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Das deutsche Element

"XYZ ist ein deutscher Thriller, der sich vor den amerikanischen nicht zu verstecken braucht."

Reden wir nicht von Vergangenheit und Tradition der deutschen Kriminalliteratur, reden wir von ihrer Gegenwart. Immerhin: Es gibt sie. Nicht mehr die entfernte Verwandte der Literatur, für deren Anwesenheit am Katzentisch der Familie man sich schämt, noch nicht – und vielleicht nie – dort platziert, wo die Sippe ihre großen Diskussionen führt, ihre Entscheidungen trifft. Aber überhaupt: DEUTSCHE Kriminalliteratur?



Das deutsche Element

"XYZ ist ein deutscher Thriller, der sich vor den amerikanischen nicht zu verstecken braucht."

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Immer mehr Alibis

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Schön. Das Frühjahrsheft der frankokanadischen Krimizeitschrift ALIBIS ist ausgeliefert, "Polar, Noir & Mystere" auch für die des Französischen einigermaßen mächtigen hiesigen besseren Krimistände. Wie immer mit Kurzkrimis, Neuerscheinungen und Rezensionen sowie einem längeren Artikel über den zeitgenössischen Spionageroman, geschrieben von Norbert Spehner, den wir in Anbetracht der Aktualität nicht als den frankokanadischen Krimipapst verunglimpfen wollen. Auf der →Website gibt es weitere Leckereien, wir schließen wie immer mit dem Wunsch, es möge uns der Herr eine eigene Krimizeitschrift bescheren und erinnern uns daran, dass man →im Tümpel der Panzerechsen gerade in dieser Angelegenheit beschäftigt ist.



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Roberto Alajmo: Mammaherz

Man lernt doch immer wieder was dazu. Ein sizilianischer Autor, eine eloquent-vertrackte, durchaus humorvolle Sprache, aha: Camilleri. Den der Verlag auch umgehend diesen Autor Roberto Alajmo als besonderes Erzähltalent preisen lässt. Tja. Recht hat er. Aber ganz anders als man zunächst vermutet.



Roberto Alajmo: Mammaherz

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Roberto Alajmo: Mammaherz

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Roberto Alajmo: Mammaherz

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Roberto Alajmo: Mammaherz

Man lernt doch immer wieder was dazu. Ein sizilianischer Autor, eine eloquent-vertrackte, durchaus humorvolle Sprache, aha: Camilleri. Den der Verlag auch umgehend diesen Autor Roberto Alajmo als besonderes Erzähltalent preisen lässt. Tja. Recht hat er. Aber ganz anders als man zunächst vermutet.



Opfer und Täter, Täter und Opfer -2-

Es kann ein Kennzeichen gelungener Kriminalliteratur sein, uns hinter die Kulissen der allgegenwärtigen Dichotomien blicken zu lassen, die schematischen Darstellungen von gut und böse, Opfer und Täter. Weniger zum Zweck, uns zu suggerieren, ein Täter sei immer auch ein Opfer und vice versa, sondern um ganz allgemein unseren Blick für das eben nie Eindeutige zu schärfen.



Opfer und Täter, Täter und Opfer -2-

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Opfer und Täter, Täter und Opfer -2-

Es kann ein Kennzeichen gelungener Kriminalliteratur sein, uns hinter die Kulissen der allgegenwärtigen Dichotomien blicken zu lassen, die schematischen Darstellungen von gut und böse, Opfer und Täter. Weniger zum Zweck, uns zu suggerieren, ein Täter sei immer auch ein Opfer und vice versa, sondern um ganz allgemein unseren Blick für das eben nie Eindeutige zu schärfen.



Jo Nesbø: Leopard

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(Seit unsere Mitarbeiterin Anna Veronica Wutschel jenen unvergesslichsten aller deutschen Krimisätze gehört hat – "Harry Hole mal den Wagen" – ist sie besonders empfänglich für die Werke des norwegischen Autors Jo Nesbø. Und da es ihr endlich gelungen ist, bei ebay ein Sortiment durchgestrichener o's zu ergattern, rezensiert sie die Bücher nun auch. Lesen Sie den beiliegenden Tatsachenbeweis.)



Jo Nesbø: Leopard

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Jo Nesbø: Leopard

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(Seit unsere Mitarbeiterin Anna Veronica Wutschel jenen unvergesslichsten aller deutschen Krimisätze gehört hat – "Harry Hole mal den Wagen" – ist sie besonders empfänglich für die Werke des norwegischen Autors Jo Nesbø. Und da es ihr endlich gelungen ist, bei ebay ein Sortiment durchgestrichener o's zu ergattern, rezensiert sie die Bücher nun auch. Lesen Sie den beiliegenden Tatsachenbeweis.)



Opfer und Täter, Täter und Opfer -1-

Einer der kleinsten gemeinsamen Nenner in der Kriminalliteratur ist die Notwendigkeit von Opfern und Tätern. Wer das eine ist und wer das andere, vor allem jedoch, dass kein Zweifel daran besteht, wem welche Rolle zufällt. Nun ist dies in Kriminalromanen kein großes Problem, denn meistens gibt es jemanden, der die Kugel abschießt und jemanden, den sie tödlich trifft. Mag sein, dass wir gelegentlich Mitgefühl mit dem Täter empfinden, seine Täterschaft darauf zurückführen, selbst einmal Opfer gewesen zu sein. Dennoch läuft alles darauf hinaus, am Ende beide Seiten akkurat getrennt und benannt zu haben.



Opfer und Täter, Täter und Opfer -1-

Einer der kleinsten gemeinsamen Nenner in der Kriminalliteratur ist die Notwendigkeit von Opfern und Tätern. Wer das eine ist und wer das andere, vor allem jedoch, dass kein Zweifel daran besteht, wem welche Rolle zufällt. Nun ist dies in Kriminalromanen kein großes Problem, denn meistens gibt es jemanden, der die Kugel abschießt und jemanden, den sie tödlich trifft. Mag sein, dass wir gelegentlich Mitgefühl mit dem Täter empfinden, seine Täterschaft darauf zurückführen, selbst einmal Opfer gewesen zu sein. Dennoch läuft alles darauf hinaus, am Ende beide Seiten akkurat getrennt und benannt zu haben.



Opfer und Täter, Täter und Opfer -1-

Einer der kleinsten gemeinsamen Nenner in der Kriminalliteratur ist die Notwendigkeit von Opfern und Tätern. Wer das eine ist und wer das andere, vor allem jedoch, dass kein Zweifel daran besteht, wem welche Rolle zufällt. Nun ist dies in Kriminalromanen kein großes Problem, denn meistens gibt es jemanden, der die Kugel abschießt und jemanden, den sie tödlich trifft. Mag sein, dass wir gelegentlich Mitgefühl mit dem Täter empfinden, seine Täterschaft darauf zurückführen, selbst einmal Opfer gewesen zu sein. Dennoch läuft alles darauf hinaus, am Ende beide Seiten akkurat getrennt und benannt zu haben.



Opfer und Täter, Täter und Opfer -1-

Einer der kleinsten gemeinsamen Nenner in der Kriminalliteratur ist die Notwendigkeit von Opfern und Tätern. Wer das eine ist und wer das andere, vor allem jedoch, dass kein Zweifel daran besteht, wem welche Rolle zufällt. Nun ist dies in Kriminalromanen kein großes Problem, denn meistens gibt es jemanden, der die Kugel abschießt und jemanden, den sie tödlich trifft. Mag sein, dass wir gelegentlich Mitgefühl mit dem Täter empfinden, seine Täterschaft darauf zurückführen, selbst einmal Opfer gewesen zu sein. Dennoch läuft alles darauf hinaus, am Ende beide Seiten akkurat getrennt und benannt zu haben.



Killing Helgoland

Bände mit kriminellen Kurzgeschichten, die den Rezensenten gelegentlich erreichen, werden von diesem selten an einem Stück gelesen. Er sucht sich zuerst die Arbeiten von Autorinnen aus, weil er aus Erfahrung weiss, dass ihm die Geschichten von Frauen besser gefallen als die von Männern, nur Gott oder wer auch immer kennt den Grund.



Killing Helgoland

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Killing Helgoland

Bände mit kriminellen Kurzgeschichten, die den Rezensenten gelegentlich erreichen, werden von diesem selten an einem Stück gelesen. Er sucht sich zuerst die Arbeiten von Autorinnen aus, weil er aus Erfahrung weiss, dass ihm die Geschichten von Frauen besser gefallen als die von Männern, nur Gott oder wer auch immer kennt den Grund.



Killing Helgoland

Bände mit kriminellen Kurzgeschichten, die den Rezensenten gelegentlich erreichen, werden von diesem selten an einem Stück gelesen. Er sucht sich zuerst die Arbeiten von Autorinnen aus, weil er aus Erfahrung weiss, dass ihm die Geschichten von Frauen besser gefallen als die von Männern, nur Gott oder wer auch immer kennt den Grund.



Das Ich und das Ranking

Hoho! Wie uns soeben unsere Wiesbadener Filiale von Watching WTD mitteilte, konnten wir uns in einer →Blog-Hitparade auf einem guten 12. Rang behaupten. Den ebenfalls respektablen Platz 20 ergatterte der altehrwürdige Krimiblog des Kollegen Menke. Nett und vielen Dank für den Tipp, liebe Frau Kurzkrimiautorin.

Hoffentlich auch nett →die neueste Kolumne des Bloggers auf der Krimicouch. Mit dem Ich auf Du und Er sozusagen oder: Erzähl, Perspektive! Wir wünschen gute nachösterliche Unterhaltung.



Das Ich und das Ranking

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Hoffentlich auch nett →die neueste Kolumne des Bloggers auf der Krimicouch. Mit dem Ich auf Du und Er sozusagen oder: Erzähl, Perspektive! Wir wünschen gute nachösterliche Unterhaltung.



Das Ich und das Ranking

Hoho! Wie uns soeben unsere Wiesbadener Filiale von Watching WTD mitteilte, konnten wir uns in einer →Blog-Hitparade auf einem guten 12. Rang behaupten. Den ebenfalls respektablen Platz 20 ergatterte der altehrwürdige Krimiblog des Kollegen Menke. Nett und vielen Dank für den Tipp, liebe Frau Kurzkrimiautorin.

Hoffentlich auch nett →die neueste Kolumne des Bloggers auf der Krimicouch. Mit dem Ich auf Du und Er sozusagen oder: Erzähl, Perspektive! Wir wünschen gute nachösterliche Unterhaltung.



Warnung vor dem Alligator

Von verschiedensten Seiten erreichte uns die Bitte resp. der dringende Befehl, von dem Erwerbe von →"Alligatorpapiere. Magazin zur Kriminalliteratur. Nr. 1/200" nachdrücklichst abzuraten. Nach eingehendem Studium des Periodikums kommen wir dieser Bitte / diesem Befehl gerne und mehr als nur pflichtgemäß nach.



Warnung vor dem Alligator

Von verschiedensten Seiten erreichte uns die Bitte resp. der dringende Befehl, von dem Erwerbe von →"Alligatorpapiere. Magazin zur Kriminalliteratur. Nr. 1/200" nachdrücklichst abzuraten. Nach eingehendem Studium des Periodikums kommen wir dieser Bitte / diesem Befehl gerne und mehr als nur pflichtgemäß nach.



Hat alles ein Ende?

Die Musikzeitschrift "Spex" rezensiert nicht mehr und schon raunt man vom →"Ende der Musikkritik" und warum es vielleicht doch noch nicht erreicht sei. Und die Krimikritik? Überholt? Nur noch Spielplatz für Egoshooter, während sich der Normalleser mit dem üblichen "Die Geschmäcker sind eh verschieden" abwendet? Ja, ist interessant, mal drüber nachzudenken. Und manche Krimis entziehen sich der Kritik von vornherein, weil sie, sagen wir es direkt, zumindest Sätze enthalten, die mit "Literatur" in einem andeutungsweise künstlerischen Sinn nichts mehr zu tun haben.

"Von Vater hatte sie sich nicht verabschieden können, was wehtat wie eine offene Wunde. (...) Vielleicht weil sie ihren Vater nie geliebt hatte.(...) Und Caroline war in diesem Bermudadreieck aus Vater und Söhnen verschwunden."

Um nur mal einen kurzen schmerzhaften Blick auf Seite 95 von Inge Löhnigs "In weisser Stille" zu werfen. Und sich zu fragen, ob es nicht ein Segen für schreibende Menschen wäre, ein automatisches Warnsystem schlage ihnen sofort den Griffel aus der Hand, sobald sie sich anschicken, solche Nullsätze zu schreiben. Wie soll man das kritisieren? Ich weiss es nicht, ich kann es nicht. Vielleicht ist die übliche Krimikritik tatsächlich überholt, vielleicht liegt das weder an den Kritikern noch an den Lesern, sondern an der Belanglosigkeit dessen, was beiden Seiten aufgetischt wird und daran, dass es dem Gros der Kritiker und dem Gros der Leser ziemlich schnuppe ist. Vielleicht bewegt sich (Kriminal-)Literatur tatsächlich außerhalb der Örtlichkeiten, in die Literatur eindringen sollte, vielleicht ist sie Durchs-Fernseh-Zappen für Leute, die lieber lesen, aber eigentlich auch nur zappen wollen. Nun ja. Das sind betrübliche Aussichten.



Hat alles ein Ende?

Die Musikzeitschrift "Spex" rezensiert nicht mehr und schon raunt man vom →"Ende der Musikkritik" und warum es vielleicht doch noch nicht erreicht sei. Und die Krimikritik? Überholt? Nur noch Spielplatz für Egoshooter, während sich der Normalleser mit dem üblichen "Die Geschmäcker sind eh verschieden" abwendet? Ja, ist interessant, mal drüber nachzudenken. Und manche Krimis entziehen sich der Kritik von vornherein, weil sie, sagen wir es direkt, zumindest Sätze enthalten, die mit "Literatur" in einem andeutungsweise künstlerischen Sinn nichts mehr zu tun haben.

"Von Vater hatte sie sich nicht verabschieden können, was wehtat wie eine offene Wunde. (...) Vielleicht weil sie ihren Vater nie geliebt hatte.(...) Und Caroline war in diesem Bermudadreieck aus Vater und Söhnen verschwunden."

Um nur mal einen kurzen schmerzhaften Blick auf Seite 95 von Inge Löhnigs "In weisser Stille" zu werfen. Und sich zu fragen, ob es nicht ein Segen für schreibende Menschen wäre, ein automatisches Warnsystem schlage ihnen sofort den Griffel aus der Hand, sobald sie sich anschicken, solche Nullsätze zu schreiben. Wie soll man das kritisieren? Ich weiss es nicht, ich kann es nicht. Vielleicht ist die übliche Krimikritik tatsächlich überholt, vielleicht liegt das weder an den Kritikern noch an den Lesern, sondern an der Belanglosigkeit dessen, was beiden Seiten aufgetischt wird und daran, dass es dem Gros der Kritiker und dem Gros der Leser ziemlich schnuppe ist. Vielleicht bewegt sich (Kriminal-)Literatur tatsächlich außerhalb der Örtlichkeiten, in die Literatur eindringen sollte, vielleicht ist sie Durchs-Fernseh-Zappen für Leute, die lieber lesen, aber eigentlich auch nur zappen wollen. Nun ja. Das sind betrübliche Aussichten.



Was ist passiert?

Wieder mal das Genre neu erfunden. Gestern beim Spülen, um genau zu sein. Wir haben den Whodunit, vielleicht auch den Whydone, aber kein Schwein hat bisher einen Whatdone geschrieben. Täter und Opfer sind bekannt, doch zum Teufel: WAS ist eigentlich passiert?



Michael Connelly: So wahr uns Gott helfe

(Nein, im Moment hilft nicht einmal Gott der lädierten wtd-Mannschaft. Nur Anna Veronica Wutschel, unser Fels in der Brandung, tut es, was uns auch viel lieber ist. Lesen Sie hier, was sie von Michael Connelly hält.)



Verstaucht

So ist das, wenn die Frühlingssäfte gären. Ein paar vorbereitende Gartenarbeiten, eine zu schwere Leiter und eine nicht weniger schwer verstauchte rechte Hand. BITTE JETZT KEINE DRECKIGEN WITZE!!! Für diesen knappen Text brauche ich gefühlte vier Stunden und trete also die nächsten Tage ein wenig kürzer. Auf einen Bericht in der &rarr,Samstags-TAZ möchte ich dennoch verweisen, es geht um die Frage "Gibts zu viele Krimis im Fernsehen?", und wenn es wieder geht mit der Hand, schreib ich vielleicht was drüber. Jetzt lest erst mal so.



News und Neuigkeiten

Na so was. Jetzt bin ich beim →Golkonda Verlag gelandet und weiss nix davon. In dieses noch ganz junge Etablissement hat es nämlich die Funny-Crimes-Reihe verschlagen, zu der zu gehören ich die Ehre habe. Gibt auch gleich ein unmoralisch günstiges Angebot. (Danke Achim von der Couch für den Hinweis).

Und dass Herr Alligator jetzt →eine Zeitschrift herausgibt, wisst ihr ja schon längst.



Patrick Pécherot: Nebel am Montmartre

Hat die krimiliterarische Welt wirklich auf einen Roman gewartet, der nicht von Léo Malet stammt, aber uns dennoch mit den Abenteuern seines Helden Nestor Burma kommt? Wahrscheinlich nicht. Aber auf das meiste hat diese Welt nicht gewartet und dann dankbar angenommen...



Patrick Pécherot: Nebel am Montmartre

Hat die krimiliterarische Welt wirklich auf einen Roman gewartet, der nicht von Léo Malet stammt, aber uns dennoch mit den Abenteuern seines Helden Nestor Burma kommt? Wahrscheinlich nicht. Aber auf das meiste hat diese Welt nicht gewartet und dann dankbar angenommen...



Paris, Paris

Pariser Wochen. Morgen gibt es hier die Rezension zu Patrick Pécherots "Nebel am Montmartre", eine Hommage an Leo Malet. Nächste Woche dann widmen wir uns ausführlich dem neuen Roman von Pablo De Santis, "Das Rätsel von Paris". Aber neben dem Handlungsort haben beide Bücher bei allen sonstigen Unterschieden noch einiges gemeinsam. Sie sind "historische Krimis" und vermengen "Realität" und Fiktion. Während Pécherot Nestor Burma, den Protagonisten Malets, aus Zitaten und autor-biografischen Daten montiert, beschäftigt sich De Santis mit seinem großen Thema vom Streben nach Perfektion und Erkenntnis und dem darin zwangsläufig implizierten Scheitern. Und zwar, wenn ich dies nach 100 Seiten Lektüre richtig vorhersage, am Beispiel der Detektivliteratur. Aber dazu bald mehr. Und dass die Pécherot-Rezi nicht schon heute kommt, muss dem Rezensenten angelastet werden, der statt "Sperrfrist 24. Februar" konsequent "Sperrfrist 26. Februar" gelesen hat.



Paris, Paris

Pariser Wochen. Morgen gibt es hier die Rezension zu Patrick Pécherots "Nebel am Montmartre", eine Hommage an Leo Malet. Nächste Woche dann widmen wir uns ausführlich dem neuen Roman von Pablo De Santis, "Das Rätsel von Paris". Aber neben dem Handlungsort haben beide Bücher bei allen sonstigen Unterschieden noch einiges gemeinsam. Sie sind "historische Krimis" und vermengen "Realität" und Fiktion. Während Pécherot Nestor Burma, den Protagonisten Malets, aus Zitaten und autor-biografischen Daten montiert, beschäftigt sich De Santis mit seinem großen Thema vom Streben nach Perfektion und Erkenntnis und dem darin zwangsläufig implizierten Scheitern. Und zwar, wenn ich dies nach 100 Seiten Lektüre richtig vorhersage, am Beispiel der Detektivliteratur. Aber dazu bald mehr. Und dass die Pécherot-Rezi nicht schon heute kommt, muss dem Rezensenten angelastet werden, der statt "Sperrfrist 24. Februar" konsequent "Sperrfrist 26. Februar" gelesen hat.



Fred Vargas: Der verbotene Ort (avw)

(Seit Anna Veronica Wutschel als Leiterin der Abteilung Qualitätskontrolle bei wtd tätig ist, jätet sie unermüdlich im Rezensionsweinberg des Herrn dpr. Alle vollständig misslungenen Besprechungen des Chefs müssen durch eine fachkundige austariert werden, →Fred Vargas macht den Anfang. Wurde aber auch Zeit...)



Fred Vargas: Der verbotene Ort (avw)

(Seit Anna Veronica Wutschel als Leiterin der Abteilung Qualitätskontrolle bei wtd tätig ist, jätet sie unermüdlich im Rezensionsweinberg des Herrn dpr. Alle vollständig misslungenen Besprechungen des Chefs müssen durch eine fachkundige austariert werden, →Fred Vargas macht den Anfang. Wurde aber auch Zeit...)



Aus einem Krimitagebuch

Wir alle kennen und lieben ihn. Ein Autor von Rang und Namen, so dass es nicht notwendig sein dürfte, letzten hier zu nennen. Mit Hilfe einiger günstiger Ereignisse ist es wtd gelungen, Zugriff auf das digitale Tagebuch des Meisters zu erhalten. Lesen Sie im folgenden erste Auszüge...



Aus einem Krimitagebuch

Wir alle kennen und lieben ihn. Ein Autor von Rang und Namen, so dass es nicht notwendig sein dürfte, letzten hier zu nennen. Mit Hilfe einiger günstiger Ereignisse ist es wtd gelungen, Zugriff auf das digitale Tagebuch des Meisters zu erhalten. Lesen Sie im folgenden erste Auszüge...



Facebook

Ey, das Internet ist ja richtig geil! Man kann sich z.B. bei Facebook anmelden und hat gleich darauf schon zwei richtig dufte Freundinnen! Dafür hab ich früher Jahre gebraucht! Also: →dpr ist jetzt bei Facebook, schaut mal, was man damit alles machen kann und lädt alle ein, mit ihm befreundet zu sein, was immer das auch heissen mag. Nee, nee, schon geil dieses Internet. Früher musste man die Mädels zum Essen einladen und so...



Facebook

Ey, das Internet ist ja richtig geil! Man kann sich z.B. bei Facebook anmelden und hat gleich darauf schon zwei richtig dufte Freundinnen! Dafür hab ich früher Jahre gebraucht! Also: →dpr ist jetzt bei Facebook, schaut mal, was man damit alles machen kann und lädt alle ein, mit ihm befreundet zu sein, was immer das auch heissen mag. Nee, nee, schon geil dieses Internet. Früher musste man die Mädels zum Essen einladen und so...



Ray Bradbury / Tim Hamilton: Fahrenheit 451

Ray Bradburys Klassiker "Fahrenheit 451" ist so viel Krimi wie Science Fiction, also ganz oder gar nicht. Die Geschichte der fürsorglichen Bücherverbrennung zum Schutze der Bevölkerung vor allzu großer Belästigung des Verstandes ist zeitlos und von globaler, mühelos auf sämtliche Formen der Verdummung übertragbarer Gültigkeit. Sie lebt von Bilden und Metaphern, deren schönste jenes Schlussbild der Buch-Menschen ist, in deren Erinnerung die Literatur überlebt und durch das Sich-Erinnern bewahrt bleibt.



Ray Bradbury / Tim Hamilton: Fahrenheit 451

Ray Bradburys Klassiker "Fahrenheit 451" ist so viel Krimi wie Science Fiction, also ganz oder gar nicht. Die Geschichte der fürsorglichen Bücherverbrennung zum Schutze der Bevölkerung vor allzu großer Belästigung des Verstandes ist zeitlos und von globaler, mühelos auf sämtliche Formen der Verdummung übertragbarer Gültigkeit. Sie lebt von Bilden und Metaphern, deren schönste jenes Schlussbild der Buch-Menschen ist, in deren Erinnerung die Literatur überlebt und durch das Sich-Erinnern bewahrt bleibt.



Passt scho'

Wer schreibt die einzig wahren Geschichten? Das Leben? Nö: die Buchreklame. Beweis: nachstehende Kombination aus Wahn und Wahrheit, der treffendste Kommentar zur "Hegemann-Affaire", die ultimative Gleichung in der niederen Mathematik des Papierhandels. Mit Dank fürs Auffinden von dee-peer-ahhh! an Mrs. P. from B.

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Passt scho'

Wer schreibt die einzig wahren Geschichten? Das Leben? Nö: die Buchreklame. Beweis: nachstehende Kombination aus Wahn und Wahrheit, der treffendste Kommentar zur "Hegemann-Affaire", die ultimative Gleichung in der niederen Mathematik des Papierhandels. Mit Dank fürs Auffinden von dee-peer-ahhh! an Mrs. P. from B.

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Vom Stehlen

Reden wir nicht über den neuesten Literaturwundermädi-Hype, nicht über Copyright und feuilletonistische Verblasenheit. Auch nicht über Jens Lindner und den Piper-Verlag, über →Zerknirschtheit und Blamage. So tickt diese Wahnsinnsszene nun einmal, so tickte sie schon immer. Nein, reden wir über den alltäglichen Diebstahl, ohne den Literatur undenkbar wäre.



Vom Stehlen

Reden wir nicht über den neuesten Literaturwundermädi-Hype, nicht über Copyright und feuilletonistische Verblasenheit. Auch nicht über Jens Lindner und den Piper-Verlag, über →Zerknirschtheit und Blamage. So tickt diese Wahnsinnsszene nun einmal, so tickte sie schon immer. Nein, reden wir über den alltäglichen Diebstahl, ohne den Literatur undenkbar wäre.



Nelson DeMille: Das Vermächtnis

Nicht nur dpr hat sich in letzter Zeit die selbige mit dicken Wälzern vertrieben. Auch Anna Veronica Wutschel begab sich auf die gewundenen Pfade eines Gesellschaftspanoramas. Und diese längere Exkursion hat ihr durchaus gefallen.



Nelson DeMille: Das Vermächtnis

Nicht nur dpr hat sich in letzter Zeit die selbige mit dicken Wälzern vertrieben. Auch Anna Veronica Wutschel begab sich auf die gewundenen Pfade eines Gesellschaftspanoramas. Und diese längere Exkursion hat ihr durchaus gefallen.



Nelson DeMille: Das Vermächtnis

Nicht nur dpr hat sich in letzter Zeit die selbige mit dicken Wälzern vertrieben. Auch Anna Veronica Wutschel begab sich auf die gewundenen Pfade eines Gesellschaftspanoramas. Und diese längere Exkursion hat ihr durchaus gefallen.



James Ellroy: Blut will fließen

Es gibt nur wenige dickleibige Bücher, die ich von der ersten bis zur letzten Seite mit der Inbrunst eines unrettbar Gefangenen lese. Irgendwann kommt der Moment der Redundanz, was kaum anders sein kann, und ich warte förmlich darauf – und auch darauf, wie es dem Autor gelingt, diesen Moment zu überwinden. "Blut will fließen", abschließender Band von James Ellroys Amerika-Trilogie (nach "Ein amerikanischer Thriller" und "Ein amerikanischer Albtraum"), gehört bei aller Kunstfertigkeit nicht zu den Büchern, bei denen ich mir nach Seite 500 noch Überraschungen erhoffe. Wobei Redundanz nichts Negatives per se sein muss. Und Ellroy selbst in der Redundanz das Gehirn des Lesers noch zu geschäftigen weiss.



James Ellroy: Blut will fließen

Es gibt nur wenige dickleibige Bücher, die ich von der ersten bis zur letzten Seite mit der Inbrunst eines unrettbar Gefangenen lese. Irgendwann kommt der Moment der Redundanz, was kaum anders sein kann, und ich warte förmlich darauf – und auch darauf, wie es dem Autor gelingt, diesen Moment zu überwinden. "Blut will fließen", abschließender Band von James Ellroys Amerika-Trilogie (nach "Ein amerikanischer Thriller" und "Ein amerikanischer Albtraum"), gehört bei aller Kunstfertigkeit nicht zu den Büchern, bei denen ich mir nach Seite 500 noch Überraschungen erhoffe. Wobei Redundanz nichts Negatives per se sein muss. Und Ellroy selbst in der Redundanz das Gehirn des Lesers noch zu geschäftigen weiss.



James Ellroy: Blut will fließen

Es gibt nur wenige dickleibige Bücher, die ich von der ersten bis zur letzten Seite mit der Inbrunst eines unrettbar Gefangenen lese. Irgendwann kommt der Moment der Redundanz, was kaum anders sein kann, und ich warte förmlich darauf – und auch darauf, wie es dem Autor gelingt, diesen Moment zu überwinden. "Blut will fließen", abschließender Band von James Ellroys Amerika-Trilogie (nach "Ein amerikanischer Thriller" und "Ein amerikanischer Albtraum"), gehört bei aller Kunstfertigkeit nicht zu den Büchern, bei denen ich mir nach Seite 500 noch Überraschungen erhoffe. Wobei Redundanz nichts Negatives per se sein muss. Und Ellroy selbst in der Redundanz das Gehirn des Lesers noch zu geschäftigen weiss.



Von Spannern, Mistkerlchen und anderen Autoren

Guido Westerwelle hat einen wunderbaren Krimi geschrieben (wir stellen uns das mal vor, obwohl es schwerfällt). Würden Sie deshalb in Zukunft FDP wählen? Oder, weil Ihnen der Mensch Westerwelle völlig unsympathisch ist, seinen Krimi überhaupt gar nicht lesen? Hypothetische Fragen. Aber im Kern doch solche, die unser Leseverhalten entscheidend prägen können. Denn hinter jedem Text steckt eine Person, und manchmal steckt sie im Text selbst. Was uns für gewöhnlich nicht interessiert, es sei denn, wir glauben diese Person zu kennen. James Ellroy zum Beispiel.



Von Spannern, Mistkerlchen und anderen Autoren

Guido Westerwelle hat einen wunderbaren Krimi geschrieben (wir stellen uns das mal vor, obwohl es schwerfällt). Würden Sie deshalb in Zukunft FDP wählen? Oder, weil Ihnen der Mensch Westerwelle völlig unsympathisch ist, seinen Krimi überhaupt gar nicht lesen? Hypothetische Fragen. Aber im Kern doch solche, die unser Leseverhalten entscheidend prägen können. Denn hinter jedem Text steckt eine Person, und manchmal steckt sie im Text selbst. Was uns für gewöhnlich nicht interessiert, es sei denn, wir glauben diese Person zu kennen. James Ellroy zum Beispiel.



Von Spannern, Mistkerlchen und anderen Autoren

Guido Westerwelle hat einen wunderbaren Krimi geschrieben (wir stellen uns das mal vor, obwohl es schwerfällt). Würden Sie deshalb in Zukunft FDP wählen? Oder, weil Ihnen der Mensch Westerwelle völlig unsympathisch ist, seinen Krimi überhaupt gar nicht lesen? Hypothetische Fragen. Aber im Kern doch solche, die unser Leseverhalten entscheidend prägen können. Denn hinter jedem Text steckt eine Person, und manchmal steckt sie im Text selbst. Was uns für gewöhnlich nicht interessiert, es sei denn, wir glauben diese Person zu kennen. James Ellroy zum Beispiel.



Fünf

Ja, peinlich. Da muss man mich auf der Krimi-Couch dran erinnern, dass heute vor fünf Jahren der erste wtd-Beitrag online gegangen ist. Tag der Freude, Tag der Trauer, ganz wie belieben. Eröffnen wir also ein Kondolenzbuch und hoffen auch Eintragungen. Wollt ihr noch fünf Jahre oder lieber doch nicht? Am Ende zähle ich aus und unterwerfe mich der Mehrheit. So, und jetzt weiter an die Arbeit, die Pulle der Witwe in Reichweite.



Fünf

Ja, peinlich. Da muss man mich auf der Krimi-Couch dran erinnern, dass heute vor fünf Jahren der erste wtd-Beitrag online gegangen ist. Tag der Freude, Tag der Trauer, ganz wie belieben. Eröffnen wir also ein Kondolenzbuch und hoffen auch Eintragungen. Wollt ihr noch fünf Jahre oder lieber doch nicht? Am Ende zähle ich aus und unterwerfe mich der Mehrheit. So, und jetzt weiter an die Arbeit, die Pulle der Witwe in Reichweite.



Fünf

Ja, peinlich. Da muss man mich auf der Krimi-Couch dran erinnern, dass heute vor fünf Jahren der erste wtd-Beitrag online gegangen ist. Tag der Freude, Tag der Trauer, ganz wie belieben. Eröffnen wir also ein Kondolenzbuch und hoffen auch Eintragungen. Wollt ihr noch fünf Jahre oder lieber doch nicht? Am Ende zähle ich aus und unterwerfe mich der Mehrheit. So, und jetzt weiter an die Arbeit, die Pulle der Witwe in Reichweite.



Schubladen auf der Couch

Tja. Anderswo hab ich inzwischen einen weiblichen Fanclub... und der liest gerade →meine neue Kolumne über den Schubladenzwang nicht nur in der Kriminalliteratur. Können wtd-Leser natürlich auch. Beides. Lesen und Mitglied im Fanclub werden...



Schubladen auf der Couch

Tja. Anderswo hab ich inzwischen einen weiblichen Fanclub... und der liest gerade →meine neue Kolumne über den Schubladenzwang nicht nur in der Kriminalliteratur. Können wtd-Leser natürlich auch. Beides. Lesen und Mitglied im Fanclub werden...



Verdauungsprozesse

Geschafft. James Ellroys "Blut will fließen" liegt - gut gekaut ist halb verdaut - im Lesemagen und wartet auf das Wiederkäuen. Ja, blödes Bild, ich weiß. Denn was beim Verdauen unweigerlich geschieht - ist das eigentlich ein chemischer Prozess? Ich war in Bio und Chemie immer ne NIete - endet unweigerlich in Ausscheidung und als jene Scheiße, die man baut, wenn man besonders appetitlich rezensieren will.

Nun ja. Wie ich den Ellroy nun wiederkäuen werde? Ganz ehrlich: Die allenthalben bereitgestellte historische Bedeutungskrücke (amerikanische Geschichte in ihren schmutzigsten Variationen) werde ich nur benutzen, um mich in die Rezension hinein zu schleppen. Danach laufe ich hoffentlich auf eigenen Beinen. Lasst euch überraschen, ich bin auch schon ganz gespannt.



Verdauungsprozesse

Geschafft. James Ellroys "Blut will fließen" liegt - gut gekaut ist halb verdaut - im Lesemagen und wartet auf das Wiederkäuen. Ja, blödes Bild, ich weiß. Denn was beim Verdauen unweigerlich geschieht - ist das eigentlich ein chemischer Prozess? Ich war in Bio und Chemie immer ne NIete - endet unweigerlich in Ausscheidung und als jene Scheiße, die man baut, wenn man besonders appetitlich rezensieren will.

Nun ja. Wie ich den Ellroy nun wiederkäuen werde? Ganz ehrlich: Die allenthalben bereitgestellte historische Bedeutungskrücke (amerikanische Geschichte in ihren schmutzigsten Variationen) werde ich nur benutzen, um mich in die Rezension hinein zu schleppen. Danach laufe ich hoffentlich auf eigenen Beinen. Lasst euch überraschen, ich bin auch schon ganz gespannt.



Alibis 33

alibis33_400.jpg

Auf die frankokanadische Krimizeitschrift ALIBIS verweisen wir immer wieder gern. Auch die aktuelle Nummer 33 kommt mit bewährter Mischung ins Haus: Kurzkrimis, Kritiken, Übersichten und zwei längere Arbeiten zum 25jährigen Jubiliäum eines besonderen "Todesspiels" sowie zu historischen Krimis, die in der griechischen, römischen und ägyptischen Antike spielen. Und wie immer empfehlenswert: der →Internetauftritt mit zahlreichen und selbstverständlich kostenlosen Informationen.



Alibis 33

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Auf die frankokanadische Krimizeitschrift ALIBIS verweisen wir immer wieder gern. Auch die aktuelle Nummer 33 kommt mit bewährter Mischung ins Haus: Kurzkrimis, Kritiken, Übersichten und zwei längere Arbeiten zum 25jährigen Jubiliäum eines besonderen "Todesspiels" sowie zu historischen Krimis, die in der griechischen, römischen und ägyptischen Antike spielen. Und wie immer empfehlenswert: der →Internetauftritt mit zahlreichen und selbstverständlich kostenlosen Informationen.



Mo Hayder: Haut

(Anna Veronica Wutschel, unsere Spezialistin für sinnstiftende literarische Selbsttherapien schreibender Frauen und gelegentlich auch Männer, hat sich durch Mo Hayders "Haut" gelesen, um unter all dem Blut und den Tränen und dem Angstschweiß das zu finden, was man von Krimis gemeinhin erwartet: ein bissel Spannung, die nicht gleich mit der dramaturgischen Pumpgun zwischen die Buchdeckel gehustet wird. Ob sie fündig wurde? Spannend...)



Mo Hayder: Haut

(Anna Veronica Wutschel, unsere Spezialistin für sinnstiftende literarische Selbsttherapien schreibender Frauen und gelegentlich auch Männer, hat sich durch Mo Hayders "Haut" gelesen, um unter all dem Blut und den Tränen und dem Angstschweiß das zu finden, was man von Krimis gemeinhin erwartet: ein bissel Spannung, die nicht gleich mit der dramaturgischen Pumpgun zwischen die Buchdeckel gehustet wird. Ob sie fündig wurde? Spannend...)



Neue Tendenzen der Krimikritik. Ein Tagungsbericht

Wie schon in den Vorjahren trafen sich auch in diesem Januar die Mitglieder des Verbandes deutscher Krimikritiker in Printmedien (VDK i.P.) zu einer Tagung im idyllischen Bad Boll, um neue Tendenzen ihres Gewerbes zu diskutieren.



Neue Tendenzen der Krimikritik. Ein Tagungsbericht

Wie schon in den Vorjahren trafen sich auch in diesem Januar die Mitglieder des Verbandes deutscher Krimikritiker in Printmedien (VDK i.P.) zu einer Tagung im idyllischen Bad Boll, um neue Tendenzen ihres Gewerbes zu diskutieren.



Gesamtpaket

Wer dafür verantwortlich ist, weiß man nicht. Aber irgendwer setzt sie in die Welt, die dummdeutschen Modewörter. Früher war jedermann auf Synergieeffekte aus, dann hat man sich dreimal täglich selbst erfunden, und jetzt zählt nur noch das GESAMTPAKET.



Gesamtpaket

Wer dafür verantwortlich ist, weiß man nicht. Aber irgendwer setzt sie in die Welt, die dummdeutschen Modewörter. Früher war jedermann auf Synergieeffekte aus, dann hat man sich dreimal täglich selbst erfunden, und jetzt zählt nur noch das GESAMTPAKET.



Yrsa Sigurđardóttir: Die eisblaue Spur

"Die eisblaue Spur" ist eines jener Bücher, bei deren Lektüre man Gott auf den Knien dankt, kein Übersetzer zu sein. Man transportiert aus dem Isländischen ins Deutsche so wie man meinetwegen eine Fuhre Kartoffeln von München nach Hamburg schafft. Sich an die Verkehrsregeln halten, zügig fahren, aber wissen, dass Kartoffeln ein relativ bedürfnisloses Gut sind, dass auch schon mal einen Wackler verträgt. Ansonsten wird’s eine recht langweilige Fahrt. Und die dürfte auch Übersetzerin Tina Flecken beim Transport dieses Buches gehabt haben.



Yrsa Sigurđardóttir: Die eisblaue Spur

"Die eisblaue Spur" ist eines jener Bücher, bei deren Lektüre man Gott auf den Knien dankt, kein Übersetzer zu sein. Man transportiert aus dem Isländischen ins Deutsche so wie man meinetwegen eine Fuhre Kartoffeln von München nach Hamburg schafft. Sich an die Verkehrsregeln halten, zügig fahren, aber wissen, dass Kartoffeln ein relativ bedürfnisloses Gut sind, dass auch schon mal einen Wackler verträgt. Ansonsten wird’s eine recht langweilige Fahrt. Und die dürfte auch Übersetzerin Tina Flecken beim Transport dieses Buches gehabt haben.



Hallo? Was mach ich hier eigentlich?

Jubiläum steht vor der Tür. Am 7. Februar 2005 gab es hier zum ersten Mal Nachrichten von den beobachteten Detektiven, nur ein gewisser Hamburger Krimiblog war schneller (Glückwunsch in die Diaspora). Keine Spur von Plan, keine Idee von Wollen und Werden. Und jetzt schau ich in die Statistik, die mir – wenn sie nicht lügt, aber irgendwie tun sie das alle – erzählt, hier seien 2288 Einträge und 8811 Kommentare geschrieben worden. Schön. Und wozu das alles?



Hallo? Was mach ich hier eigentlich?

Jubiläum steht vor der Tür. Am 7. Februar 2005 gab es hier zum ersten Mal Nachrichten von den beobachteten Detektiven, nur ein gewisser Hamburger Krimiblog war schneller (Glückwunsch in die Diaspora). Keine Spur von Plan, keine Idee von Wollen und Werden. Und jetzt schau ich in die Statistik, die mir – wenn sie nicht lügt, aber irgendwie tun sie das alle – erzählt, hier seien 2288 Einträge und 8811 Kommentare geschrieben worden. Schön. Und wozu das alles?



Äh...sorry

Ja, in dieser Woche vernachlässige ich euch noch ein wenig. Wird sich aber bald ändern, die hämischen Auguren ("Hi, hi, er hat hingeworfen!") muss ich enttäuschen. Hätte da noch die kurze Rezension eines lauen Isländers, die noch kürzere eines sehr lauen Schweden, die nicht weniger kurze eines lausigen Deutschen... aber erspare ich euch. Kommt besseres nach. Bis spätestens nächste Woche oder doch früher!



Äh...sorry

Ja, in dieser Woche vernachlässige ich euch noch ein wenig. Wird sich aber bald ändern, die hämischen Auguren ("Hi, hi, er hat hingeworfen!") muss ich enttäuschen. Hätte da noch die kurze Rezension eines lauen Isländers, die noch kürzere eines sehr lauen Schweden, die nicht weniger kurze eines lausigen Deutschen... aber erspare ich euch. Kommt besseres nach. Bis spätestens nächste Woche oder doch früher!



Notiz: Geschwindigkeit und Landschaften

Sich an Büchern abarbeiten, Büchern wie Textmonster. Okay, ich hab auch wenig Zeit, mein Lesevolumen ist begrenzt, es graut einem fast bei dem Gedanken, wie man diese Meere durchschwimmen soll: Charles Todd ("Kalt wie Stein") mit 510 Seiten und James Ellroy ("Blut will fließen"), schicke 800.



Notiz: Geschwindigkeit und Landschaften

Sich an Büchern abarbeiten, Büchern wie Textmonster. Okay, ich hab auch wenig Zeit, mein Lesevolumen ist begrenzt, es graut einem fast bei dem Gedanken, wie man diese Meere durchschwimmen soll: Charles Todd ("Kalt wie Stein") mit 510 Seiten und James Ellroy ("Blut will fließen"), schicke 800.



Glauben und schreiben

"Die Underworld-USA-Trilogie gilt als Ellroys Opus Magnum, er selbst als Erfinder des Pulp-Krimis."

...und David Peace hat den Noir erfunden. Thomas Mann möglicherweisde den Bibel-Thriller und Friedrich Glauser garantiert den Itzibitziteenie-Regiokrimi. →Liebe Qualitätskrimikritikerdarsteller: Was ihr so glaubt, weil man's euch geraunt hat oder es sich in euch selbst zusammengeleimt - geschenkt. Die Gedanken sind, laut Herrn Eichendorff (Erfinder des Do-nothing-Krimis?), aber auch so was von frei. Aber schreiben? Müsst ihr das wirklich alles schreiben? "Nein!" erschallt es einkehlig aus dem wtd-Building. Und keiner erhört uns...



Glauben und schreiben

"Die Underworld-USA-Trilogie gilt als Ellroys Opus Magnum, er selbst als Erfinder des Pulp-Krimis."

...und David Peace hat den Noir erfunden. Thomas Mann möglicherweisde den Bibel-Thriller und Friedrich Glauser garantiert den Itzibitziteenie-Regiokrimi. →Liebe Qualitätskrimikritikerdarsteller: Was ihr so glaubt, weil man's euch geraunt hat oder es sich in euch selbst zusammengeleimt - geschenkt. Die Gedanken sind, laut Herrn Eichendorff (Erfinder des Do-nothing-Krimis?), aber auch so was von frei. Aber schreiben? Müsst ihr das wirklich alles schreiben? "Nein!" erschallt es einkehlig aus dem wtd-Building. Und keiner erhört uns...



Deutscher Krimipreis 2010

Diese Wette hätte ich also gewonnen. Ulrich Ritzel ("Beifang") und David Peace ("Tokio im Jahr Null") heißen →die glücklichen Gewinner des diesjährigen DKP, auch auf den Plätzen blieben die Überraschungen mit Friedrich Ani und Jörg Juretzka (national) sowie Roger Smith und Ken Bruen (trotz Harry Rowohlts witzischer Übersetzung - oder gerade deswegen?) aus.

Glückwunsch an alle Kollegen. Ritzels Buch ist, wenn man einige Plotmerkwürdigkeiten gnädig übersieht, ein akzeptabler Gewinner, Frauen sind nicht vertreten, was mir als erstes aufgefallen ist (auf Uta-Maria Heim hatte ich ein wenig gehofft, dass man Andrea Maria Schenkel ignorieren würde, war vorauszusehen). Einzige Überraschung: Heinrich Steinfest fehlt... Irgendwann werde ich vielleicht erfahren, ob ich auch wenigstens ein Pünktchen bekommen habe. Im Vorjahr hatte es ja wenigstens für Rang 6 gereicht...

dpr



Kathy Reichs: Das Grab ist erst der Anfang

(Unsere Spezialistin für forensische Mahlzeiten, an denen man sich gerne die Finger verbrennt, jubelt. Kathy Reichs hat wieder zugeschlagen! Leider so, dass man schon nach wenigen Seiten in gnädige Leseohnmacht fällt. Aber lesen Sie selbst, wie Anna Veronica Wutschel en détail urteilt...)



Jim Nisbet: Dunkler Gefährte

Nein, keine literaturtheoretischen Einlassungen an dieser Stelle. Nur das: Durch viele Texte ziehen sich mehr oder weniger offene Bedeutungsstränge, die, richtig miteinander verknüpft, so etwas wie einen Subtext, ein zusätzliches Zeichen- und Bedeutungssystem ergeben. Fast immer wird dabei mit Synekdochen gearbeitet. Ganz allgemein: Das was der Text auf seiner Oberfläche aussagt, ist auf seiner Subebene entweder eine Spezifierung oder eine Verallgemeinerung – oder beides. Wenn wir z.B. Gregor Samsa als Käfer wiederfinden, geht es nicht um die Person Gregor Samsa, es geht um den Menschen an sich in seiner Entfremdung. Habe ich das erkannt, kann ich von dieser höheren Warte des Allgemeinen wieder auf das Spezielle, vielleicht auf meine eigene Situation schließen.



Kommunikationsprobleme und Neues von der Couch

Ja, im Moment kommen wir irgendwie nicht zusammen. Ich kriege eure Mails, aber ich kann sie nicht beantworten. Mein Mailprogramm bockt. Werde, wenn ich ein Stündchen Zeit habe, entsprechend schrauben und bosseln. Bis dahin könnt ihr mich beschimpfen, ohne dass ich umgehend antworten kann. Aber wird schon.

Beschimpfen, weil es eine →neue Kolumne auf der Krimi-Couch gibt? Oder weil das von mir besprochene Buch von Angelo Petrella, "Nazi Paradise" zum Volltreffer des Monats gemacht wurde? Na, ihr findet schon einen Grund...



Synekdoche

Wieder was gelernt. Oder besser: wieder dran erinnert, was man einmal gelernt hat. In Jim Nisbets "Dunkler Gefährte" kommt der Ausdruck "Synekdoche" vor. Von "Synekdoche" spricht man, wenn ein bestimmtes Wort durch einen Unter- oder Oberbegriff ersetzt wird. ""Man versteht unter einem kleinen Teil das Ganze oder unter dem Ganzen einen Teil", soll Cicero gesagt haben, lese ich gerade. Also "Wenn du umziehst, leihe ich dir meine Hand". "Hand" wäre dann der Unterbegriff des konkreten Ausdrucks "Arbeitskraft". "Ich lege dir die Welt zu Füßen" der Oberbegriff von, sagen wir, "nächstes Mal bringe ich den Müll runter".



Schund!

"Bruno befestigte den Plan des Lohwiesenweges (...) an der weißen Metalltafel. Da es keine vier roten Magneten gab, nahm er für die untere linke Ecke einen grünen."
(Rainer Würth, "Krötenwanderung", S. 51)

Das Medium ist die Botschaft, sogar in der Kriminalliteratur. Wäre die ein Topf, er kochte permanent über, seine Belanglosigkeiten, deren Krönungsrequisit obiger grüner Magnet sein könnte, liefen als eine zähe Masse über den Rand und fielen – Tropfen für Tropfen – ins Bodenlose des Schunds. Aus einem Medium, dem honorablen Taschenbuch, in ein anderes, das eselsohrige Heftchen, aus dem Reservat deutschsprachiger Hoch-Kriminalliteratur in den archaischen Urwald deutschsprachiger Nullprosa.



Ulrich Ritzel: Beifang

Beifang. Der Fischer schippert übers Meer, das Schleppnetz sammelt ein, was sich einsammeln lässt. Eigentlich steht ihm der Sinn nur nach Heringen. Aber wenn er dann das Netz an Bord hievt, zappelt alles Mögliche in den Maschen. Jede Menge Kleinfisch, aber auch Delphine, Rochen, Haie, Autoreifen... Was er nicht braucht, wirft der Fischer zurück ins Meer, lebendig oder tot oder so gut wie tot. Eine besonders ökonomisch-ökologische Fangmethode ist das nicht.



Prosit Neujahr!

Was kümmert uns das alte Jahr, wenn das neue vor der Tür steht? Und mit ihm aktuelle Krimikost, auf die man sich schon freuen kann, James Ellroys "Blut will fließen" etwa, knappe 800 Seiten, liegt gut und schwer und schön gebunden in der Hand, oder Pablo De Santis' "Das Rätsel von Paris", was ich sofort mit Eugène Sues "Die Geheimnisse von Paris" assoziiere – mal sehen.

Und sonst? Wünsche ich allen Leserinnen und Lesern den obligatorischen guten Rutsch, einen dicken Kopf und genügend Aspirin für Neujahr. Wtd continues, dies ins Stammbuch der wtd- und dpr-Hasser, die sich auch 2009 erfreulich vermehrt haben. Und Bernd? Margit? Herr Klingenmaier? Ihr bloggt doch im neuen Jahr wieder, gelt? Derweil schauen wir Ludger interessiert bei seinen "Ermittlungen zum Verfall eines Genres" zu und setzen die Dekadenz munter fort. Also: bis 2010!



Gunnar Gunnarsson: Schwarze Vögel

Die isländische Kriminalliteratur hat sich längst im Fahrwasser des Schwedenhypes auf ihre Art skandinavisiert und globalisiert, von anderen nordischen Vertretern des Genres nur noch durch die Namensendungen und gelegentlich ein Übermaß an Eis und Schnee zu unterscheiden. Das ist schade für ein kleines Land mit einer ungewöhnlich alten und ausgeprägten Nationalliteratur. Doch auch Island hat, was Krimis anbetrifft, seine Klassiker, und der größte ist (neben den bekannt blut- und verbrechensgetränkten Geschichten der Edda) Gunnar Gunnarssons "Schwarze Vögel".



Bleibt sauber

So. Traditionsgemäß wünschen der Chef und seine Praktikantinnen ihrer treuen Leserschaft friedvolle und genüssliche Festtage. Mit guter Lektüre und verqueren Gedanken, sauft nicht zu viel, schlagt eure Frauen / Männer nur wenn's nicht anders geht, steckt die Tanne nicht in Brand, passt auf eure Plomben auf, wenn ihr in Omis Weihnachtsgebäck beißt, gewöhnt euch das Rauchen erst ab Neujahr ab, verschwendet wenigstens einen halbwegs liebevollen Gedanken an wtd, wir melden uns nach den Feiertagen wieder - und wehe, ihr seid nicht mehr da!

bye
dpr und seine Mädels mit den Kußmündern



Bleibt sauber

So. Traditionsgemäß wünschen der Chef und seine Praktikantinnen ihrer treuen Leserschaft friedvolle und genüssliche Festtage. Mit guter Lektüre und verqueren Gedanken, sauft nicht zu viel, schlagt eure Frauen / Männer nur wenn's nicht anders geht, steckt die Tanne nicht in Brand, passt auf eure Plomben auf, wenn ihr in Omis Weihnachtsgebäck beißt, gewöhnt euch das Rauchen erst ab Neujahr ab, verschwendet wenigstens einen halbwegs liebevollen Gedanken an wtd, wir melden uns nach den Feiertagen wieder - und wehe, ihr seid nicht mehr da!

bye
dpr und seine Mädels mit den Kußmündern



Frank Nowatzki packt aus!

Es ist ein einziger Skandal: Kleine, dahergelaufene Verlage schnappen den Großen der Branche die besten Autoren weg! Beispiel Pulp Master. Der rührige Verlag des Berliners Frank Nowatzki hat sich allein 2009 mit Gerald Kersh, Jim Nisbet und Angelo Petrella drei Schmückstücke gesichert, hinter denen Random House und Co. her waren wie der Teufel hinter Sebastian Fitzek. Heulen und Zähneklappern in den Führungsetagen, Köpfe kopfloser Jungmanager rollen. Die Folge: Krimikrise - Sinnkrise - Wirtschaftskrise! Und der Finanzminister muss die Mehrwertsteuer für Krimis auf 30 % erhöhen, damit wenigstens der Bruttoumsatz der Großen stimmt. Was haben Sie sich eigentlich dabei gedacht, Herr Nowatzki? Im →großen Weihnachtsinterview des Krimikulturarchivs erzählt er es uns.



Frank Nowatzki packt aus!

Es ist ein einziger Skandal: Kleine, dahergelaufene Verlage schnappen den Großen der Branche die besten Autoren weg! Beispiel Pulp Master. Der rührige Verlag des Berliners Frank Nowatzki hat sich allein 2009 mit Gerald Kersh, Jim Nisbet und Angelo Petrella drei Schmückstücke gesichert, hinter denen Random House und Co. her waren wie der Teufel hinter Sebastian Fitzek. Heulen und Zähneklappern in den Führungsetagen, Köpfe kopfloser Jungmanager rollen. Die Folge: Krimikrise - Sinnkrise - Wirtschaftskrise! Und der Finanzminister muss die Mehrwertsteuer für Krimis auf 30 % erhöhen, damit wenigstens der Bruttoumsatz der Großen stimmt. Was haben Sie sich eigentlich dabei gedacht, Herr Nowatzki? Im →großen Weihnachtsinterview des Krimikulturarchivs erzählt er es uns.



Notdienst 4

Weihnachten. Doch wir fleißigen Mädels von wtd kommen nicht zur Ruhe. Diese Verlagsvorschauen! Alles will der Chef ausgewertet haben. Vorher brauchen wir ihm gar nicht erst das Badewasser einzulassen und den Schampus zu kühlen. Sogar das nette Schreiben von Blanvalet müssen wir öffnen. Aber oh Schreck, was müssen wir da lesen?:

JEFFERY DEAVER NIMMT INTERNET-BLOGGING AUFS KORN

Natürlich in seinem neuen Roman "Allwissend", der für Februar versprochen wird. Ein Blog-Betreiber gerät "auf die Abschussliste des Täters" und es geht um die Frage, "wie schnell die Freiheiten, die es (das Internet) bietet, zur allgemeinen Bedrohung werden können." Als ob wir das nicht längst wüssten. All die Abzocker, die Geschäftlmacher, die Dummbrunzen... Hoffen wir, dass dem Chef wenigstens nichts passiert. So wie der sich hier manchmal aus dem Fenster lehnt...

Larissa und Sonja, diensthabende Zwangspraktikantinnen



Notdienst 4

Weihnachten. Doch wir fleißigen Mädels von wtd kommen nicht zur Ruhe. Diese Verlagsvorschauen! Alles will der Chef ausgewertet haben. Vorher brauchen wir ihm gar nicht erst das Badewasser einzulassen und den Schampus zu kühlen. Sogar das nette Schreiben von Blanvalet müssen wir öffnen. Aber oh Schreck, was müssen wir da lesen?:

JEFFERY DEAVER NIMMT INTERNET-BLOGGING AUFS KORN

Natürlich in seinem neuen Roman "Allwissend", der für Februar versprochen wird. Ein Blog-Betreiber gerät "auf die Abschussliste des Täters" und es geht um die Frage, "wie schnell die Freiheiten, die es (das Internet) bietet, zur allgemeinen Bedrohung werden können." Als ob wir das nicht längst wüssten. All die Abzocker, die Geschäftlmacher, die Dummbrunzen... Hoffen wir, dass dem Chef wenigstens nichts passiert. So wie der sich hier manchmal aus dem Fenster lehnt...

Larissa und Sonja, diensthabende Zwangspraktikantinnen



Notdienst 4

Weihnachten. Doch wir fleißigen Mädels von wtd kommen nicht zur Ruhe. Diese Verlagsvorschauen! Alles will der Chef ausgewertet haben. Vorher brauchen wir ihm gar nicht erst das Badewasser einzulassen und den Schampus zu kühlen. Sogar das nette Schreiben von Blanvalet müssen wir öffnen. Aber oh Schreck, was müssen wir da lesen?:

JEFFERY DEAVER NIMMT INTERNET-BLOGGING AUFS KORN

Natürlich in seinem neuen Roman "Allwissend", der für Februar versprochen wird. Ein Blog-Betreiber gerät "auf die Abschussliste des Täters" und es geht um die Frage, "wie schnell die Freiheiten, die es (das Internet) bietet, zur allgemeinen Bedrohung werden können." Als ob wir das nicht längst wüssten. All die Abzocker, die Geschäftlmacher, die Dummbrunzen... Hoffen wir, dass dem Chef wenigstens nichts passiert. So wie der sich hier manchmal aus dem Fenster lehnt...

Larissa und Sonja, diensthabende Zwangspraktikantinnen



Gerard Donovan: Winter in Maine

Das ist ein Roman, wie ihn uns die PR-Abteilung passend zur Jahreszeit empfiehlt. Viel Schnee, viel Kälte, viel Wildnis, viel Einsamkeit – und man selber lesend am warmen Kamin, ein Glas Rotwein in der Hand, während der Hund zu den Füßen – nein, kein Hund. Denn mit dem hört in Gerard Donovans "Winter in Maine" die Gemütlichkeit auf.



Gerard Donovan: Winter in Maine

Das ist ein Roman, wie ihn uns die PR-Abteilung passend zur Jahreszeit empfiehlt. Viel Schnee, viel Kälte, viel Wildnis, viel Einsamkeit – und man selber lesend am warmen Kamin, ein Glas Rotwein in der Hand, während der Hund zu den Füßen – nein, kein Hund. Denn mit dem hört in Gerard Donovans "Winter in Maine" die Gemütlichkeit auf.



Gerard Donovan: Winter in Maine

Das ist ein Roman, wie ihn uns die PR-Abteilung passend zur Jahreszeit empfiehlt. Viel Schnee, viel Kälte, viel Wildnis, viel Einsamkeit – und man selber lesend am warmen Kamin, ein Glas Rotwein in der Hand, während der Hund zu den Füßen – nein, kein Hund. Denn mit dem hört in Gerard Donovans "Winter in Maine" die Gemütlichkeit auf.



Notdienst 3

Der Chef ist sauer. Gerade Seite 108 in die Tastatur gekloppt (noch keine einzige vernünftige Sexszene! Was ist mit dem Chef los? Wird der alt? Müssen wir ihm die kleinen blauen Pillen untern Weihnachtsbaum legen?) und dann zur Entspannung die Alligatorpapiere gecheckt und →das da gelesen:

"...und ich merke jetzt, dass ich bei der Produktion des Podcasts ein paar längere Erzählpassagen mit Musik unterfüttern muss, damit es dem Hörer nicht zu langweilig wird."



Notdienst 3

Der Chef ist sauer. Gerade Seite 108 in die Tastatur gekloppt (noch keine einzige vernünftige Sexszene! Was ist mit dem Chef los? Wird der alt? Müssen wir ihm die kleinen blauen Pillen untern Weihnachtsbaum legen?) und dann zur Entspannung die Alligatorpapiere gecheckt und →das da gelesen:

"...und ich merke jetzt, dass ich bei der Produktion des Podcasts ein paar längere Erzählpassagen mit Musik unterfüttern muss, damit es dem Hörer nicht zu langweilig wird."



Notdienst 3

Der Chef ist sauer. Gerade Seite 108 in die Tastatur gekloppt (noch keine einzige vernünftige Sexszene! Was ist mit dem Chef los? Wird der alt? Müssen wir ihm die kleinen blauen Pillen untern Weihnachtsbaum legen?) und dann zur Entspannung die Alligatorpapiere gecheckt und →das da gelesen:

"...und ich merke jetzt, dass ich bei der Produktion des Podcasts ein paar längere Erzählpassagen mit Musik unterfüttern muss, damit es dem Hörer nicht zu langweilig wird."



Robert B. Parker: Hundert Dollar Baby

Ist es Lob oder Tadel, einem Kriminalroman zu bescheinigen, er lese sich "nett"? Wohl beides. Robert B. Parkers Spenser-Romane um den Schnüffler aus Boston und seine skurrilen Helfershelfer gehören jedenfalls in diese Schublade der netten Krimis, bei deren Lektüre man vor Enttäuschungen sicher ist, aber auch keine wirklich aufregenden Erkenntnisse erwarten darf. Das liest sich eben. Routiniert, flott, mit ein wenig Tiefgang, pointierten Dialogen und der üblichen Action der Sorte "Spenser und Co. haben immer den letzten Schlag".



Robert B. Parker: Hundert Dollar Baby

Ist es Lob oder Tadel, einem Kriminalroman zu bescheinigen, er lese sich "nett"? Wohl beides. Robert B. Parkers Spenser-Romane um den Schnüffler aus Boston und seine skurrilen Helfershelfer gehören jedenfalls in diese Schublade der netten Krimis, bei deren Lektüre man vor Enttäuschungen sicher ist, aber auch keine wirklich aufregenden Erkenntnisse erwarten darf. Das liest sich eben. Routiniert, flott, mit ein wenig Tiefgang, pointierten Dialogen und der üblichen Action der Sorte "Spenser und Co. haben immer den letzten Schlag".



Notdienst 2

Wir sorgen uns um den Chef. Gerade hat er einen Hühnerfarmer an die Bettpfosten fesseln und einen üblen Trunk schlucken lassen; sardonisch grinsend (der Chef, nicht der Hühnerfarmer!). Danach einen Heftroman fertig gelesen und ohne gebührenden Abstand endlich den letzten, unvollendeten Roman von Vladimir Nabokov in die Hand genommen, "Ein Modell für Laura". - Ist das normal? "Alles Krimi", pflegt der Chef zu murmeln, wenn er vom Schundheftchen zur Hochliteratur wechselt oder jedes Wort, mit dem er die ekligsten Episoden seines neuen Romanes zu schreiben gedenkt, genauestens wägt, als sei es eine feinsinnige Elegie und nicht ein Affront gegen jeden kultivierten Menschen. Doch, doch, wir sorgen uns. Und halten weiter die Stellung.

Marja und Natasha, diensthabende Zwangspraktikantinnen



Notdienst 2

Wir sorgen uns um den Chef. Gerade hat er einen Hühnerfarmer an die Bettpfosten fesseln und einen üblen Trunk schlucken lassen; sardonisch grinsend (der Chef, nicht der Hühnerfarmer!). Danach einen Heftroman fertig gelesen und ohne gebührenden Abstand endlich den letzten, unvollendeten Roman von Vladimir Nabokov in die Hand genommen, "Ein Modell für Laura". - Ist das normal? "Alles Krimi", pflegt der Chef zu murmeln, wenn er vom Schundheftchen zur Hochliteratur wechselt oder jedes Wort, mit dem er die ekligsten Episoden seines neuen Romanes zu schreiben gedenkt, genauestens wägt, als sei es eine feinsinnige Elegie und nicht ein Affront gegen jeden kultivierten Menschen. Doch, doch, wir sorgen uns. Und halten weiter die Stellung.

Marja und Natasha, diensthabende Zwangspraktikantinnen



Notdienst 1

Uh, uh, der Chef hat gerade eine lesbische Jungpharmazeutin in einem Flüsschen ertränkt... da wollen wir ihn gar nicht stören. Sondern nur sagen, dass bei der Krimi-Couch dem Chef seine →Dezemberkolumne jetzt auch offiziell online ist. Ein kleiner Jahresrückblick mit vielen Geschenktipps! Und dann hat er noch eine →kompakte Besprechung von Andrea Maria Schenkels "Bunker" geschrieben, weil ihn der Herr König von der Couch dazu genötigt hat. So, jetzt aber auf leisen Sohlen aus der Redaktion und schon mal das Badewasser eingelassen. Nach dem Dichten ist der Chef immer so verschwitzt.

Oxana und Elena, diensthabende Zwangspraktikantinnen



Notdienst 1

Uh, uh, der Chef hat gerade eine lesbische Jungpharmazeutin in einem Flüsschen ertränkt... da wollen wir ihn gar nicht stören. Sondern nur sagen, dass bei der Krimi-Couch dem Chef seine →Dezemberkolumne jetzt auch offiziell online ist. Ein kleiner Jahresrückblick mit vielen Geschenktipps! Und dann hat er noch eine →kompakte Besprechung von Andrea Maria Schenkels "Bunker" geschrieben, weil ihn der Herr König von der Couch dazu genötigt hat. So, jetzt aber auf leisen Sohlen aus der Redaktion und schon mal das Badewasser eingelassen. Nach dem Dichten ist der Chef immer so verschwitzt.

Oxana und Elena, diensthabende Zwangspraktikantinnen



Standby, Ökomodus, Notdienst, kein Mist

Bis zum Ende des Jahres läuft wtd im Ökomodus. Will sagen: Die eine und andere Rezension, dieser und jener Hinweis, ansonsten aber möchte sich der Blogger ein wenig dem kommenden Werk und sonstigen Kleinigkeiten widmen. 2010 geht es dann wie gewohnt weiter. Ein Notdienst wurde eingerichtet, um wichtige Nachrichten unserer LeserInnen entgegen zu nehmen und zuzubereiten.

Und wichtig ist natürlich dies hier: In der Zeitschrift "Kommune" (06/2009) bespricht Michael Schweizer "Arme Leute" als Teil eines lustigen Dreiers:


"So viele Krimis, so viel Mist. Doch manchmal ist es anders. Dann springen einem die neuen Bücher von Haas, Dieter Paul Rudolph und Christine Lehmann entgegen, beglücken wie erwartet – und überraschen. (...) Offenbar kommt man auf einem gewissen literarischen Niveau an bestimmten Themen nicht vorbei."

Schön. Zwischen Wolf Haas und Christine Lehmann, ohne abzustinken. Leider ist der Artikel (noch) nicht online, aber bald vielleicht doch in →Michael Schweizers Kolumne beim Alligator.



Standby, Ökomodus, Notdienst, kein Mist

Bis zum Ende des Jahres läuft wtd im Ökomodus. Will sagen: Die eine und andere Rezension, dieser und jener Hinweis, ansonsten aber möchte sich der Blogger ein wenig dem kommenden Werk und sonstigen Kleinigkeiten widmen. 2010 geht es dann wie gewohnt weiter. Ein Notdienst wurde eingerichtet, um wichtige Nachrichten unserer LeserInnen entgegen zu nehmen und zuzubereiten.

Und wichtig ist natürlich dies hier: In der Zeitschrift "Kommune" (06/2009) bespricht Michael Schweizer "Arme Leute" als Teil eines lustigen Dreiers:


"So viele Krimis, so viel Mist. Doch manchmal ist es anders. Dann springen einem die neuen Bücher von Haas, Dieter Paul Rudolph und Christine Lehmann entgegen, beglücken wie erwartet – und überraschen. (...) Offenbar kommt man auf einem gewissen literarischen Niveau an bestimmten Themen nicht vorbei."

Schön. Zwischen Wolf Haas und Christine Lehmann, ohne abzustinken. Leider ist der Artikel (noch) nicht online, aber bald vielleicht doch in →Michael Schweizers Kolumne beim Alligator.



Weihnachtslieblingskrimi

Nein, ist das komisch! Da schickt mir →Georg aus Karlsruhe eine Kopie der diesjährigen Lieblingsbücher der Rezensenten der Stuttgarter Zeitung (nein, das ist jetzt noch nicht das Komische!). Und tatsächlich: Ein Kritiker hat auch die "Armen Leute" ganz, ganz lieb (nicht komisch, sondern nachvollziehbar). Aber jetzt: Dieser Kritiker heißt auch Georg mit Vornamen! Wie der Georg aus Karlsruhe, der mir usw. Also ich hab ganz kurz furchtbar lachen müssen. Sachen gibts! Und hier der Beleg; bitte am Montag beim Buchhändler vorlegen:

schorsch.jpg



Weihnachtslieblingskrimi

Nein, ist das komisch! Da schickt mir →Georg aus Karlsruhe eine Kopie der diesjährigen Lieblingsbücher der Rezensenten der Stuttgarter Zeitung (nein, das ist jetzt noch nicht das Komische!). Und tatsächlich: Ein Kritiker hat auch die "Armen Leute" ganz, ganz lieb (nicht komisch, sondern nachvollziehbar). Aber jetzt: Dieser Kritiker heißt auch Georg mit Vornamen! Wie der Georg aus Karlsruhe, der mir usw. Also ich hab ganz kurz furchtbar lachen müssen. Sachen gibts! Und hier der Beleg; bitte am Montag beim Buchhändler vorlegen:

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Unaufgeräumte Krimienden

"Zwei Figuren und Romandrittel lang hält Rudolph den Provinzkrimi bravourös durch, dann schlägt er einen gewagten Haken. Mit dem dritten Erzähler strapaziert er vorsätzlich die Glaubwürdigkeit. Er will die Aufgeräumtheit eines normalen Krimiendes und die Fassbarkeit von Figuren und Verhältnissen sabotieren."

So schreibt es Thomas Klingenmaier heute in der "Stuttgarter Zeitung" über "Arme Leute". Und das ist wie immer auf den Punkt gebracht. Noch nicht online, vielleichts kommts ja noch. So. Und jetzt munter an die Fortsetzung ran. Motto auch hier: Wider die Glaubwürdigkeit, für das Unaufgeräumte!



Unaufgeräumte Krimienden

"Zwei Figuren und Romandrittel lang hält Rudolph den Provinzkrimi bravourös durch, dann schlägt er einen gewagten Haken. Mit dem dritten Erzähler strapaziert er vorsätzlich die Glaubwürdigkeit. Er will die Aufgeräumtheit eines normalen Krimiendes und die Fassbarkeit von Figuren und Verhältnissen sabotieren."

So schreibt es Thomas Klingenmaier heute in der "Stuttgarter Zeitung" über "Arme Leute". Und das ist wie immer auf den Punkt gebracht. Noch nicht online, vielleichts kommts ja noch. So. Und jetzt munter an die Fortsetzung ran. Motto auch hier: Wider die Glaubwürdigkeit, für das Unaufgeräumte!



Hugo Bettauer: Hemmungslos

Ach, das waren lustige Tage! Ein Vatertagsausflug auf Staatskosten mit Aussicht auf fremde Länder und Ordensbrust. Man skandierte "Jeder Schuß ein Russ', jeder Stoß ein Franzos'" oder – auch der Wortwitz sprühte in jenen Tagen – "Serbien muss sterbien". Ob man die "Dicke Berta" sehen würde, jene legendäre Großkanone aus dem Hause Krupp? Oder gar, wer weiß?, auf dem Feld der Ehre einen ähnlich dicken Fisch an die Angel bekäme wie damals 70/71 den französischen Kaiser persönlich? - Doch es sollte kein Feld der Ehre mehr geben. Statt dessen Massenvernichtung mit zeitgemäßer Hightech. Verdun, die nordfranzösischen, belgischen Schützengräben, Ypern, Giftgas und Granaten, Verrecken in der eigenen Scheiße. Erster Weltkrieg.



Hugo Bettauer: Hemmungslos

Ach, das waren lustige Tage! Ein Vatertagsausflug auf Staatskosten mit Aussicht auf fremde Länder und Ordensbrust. Man skandierte "Jeder Schuß ein Russ', jeder Stoß ein Franzos'" oder – auch der Wortwitz sprühte in jenen Tagen – "Serbien muss sterbien". Ob man die "Dicke Berta" sehen würde, jene legendäre Großkanone aus dem Hause Krupp? Oder gar, wer weiß?, auf dem Feld der Ehre einen ähnlich dicken Fisch an die Angel bekäme wie damals 70/71 den französischen Kaiser persönlich? - Doch es sollte kein Feld der Ehre mehr geben. Statt dessen Massenvernichtung mit zeitgemäßer Hightech. Verdun, die nordfranzösischen, belgischen Schützengräben, Ypern, Giftgas und Granaten, Verrecken in der eigenen Scheiße. Erster Weltkrieg.



Die Kaschemme der Bluffer

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Äh - oder so ähnlich. Man kommt leicht durcheinander bei Walther Kabel, dem Extremvielschreiber. Aber weil wir ja alle wissen, warum wir Triviales lesen (ich sage nur: Urmythos!), freuen wir uns auf zwei neue Romane Kabels in der →"Criminalbibliothek des 19. und frühen 20. Jahrhunderts". Ab sofort. Für alle. Für lau.



Die Kaschemme der Bluffer

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Äh - oder so ähnlich. Man kommt leicht durcheinander bei Walther Kabel, dem Extremvielschreiber. Aber weil wir ja alle wissen, warum wir Triviales lesen (ich sage nur: Urmythos!), freuen wir uns auf zwei neue Romane Kabels in der →"Criminalbibliothek des 19. und frühen 20. Jahrhunderts". Ab sofort. Für alle. Für lau.



Eine Geschäftsidee

Eine pfiffige Idee, auch in Zeiten der Finanzkrise auf ihre Kosten zu kommen, hat die Arbeitsgemeinschaft der Freunde des literarischen Landhauskrimis (Internetauftritt wird vorbereitet). Die vehementen Verfechter einer nachzuholenden deutschen Krimitradition (Motto: "Ingrid Noll die deutsche Agatha Christie? Nur über unsere Leichen!") kämpfen nicht nur für eine Wiederbelebung alter und bewährter Strickmuster der Kriminalliteratur. Sie wissen auch, wie man damit Geld verdienen kann...



Geht alles

"Das heißt, jede Entscheidung verschüttet Möglichkeiten, und dem kann man nach Feyerabend nur mit einem bedingungslos demokratischen Kulturverständnis antworten. " … ich sagte, Die Kunst DES Volkes sei Dallas oder Jerry Cotton und daß man erst diese studieren müsse, wenn es einem daran gelegen sei, Kunst und Volk ein wenig näher zu bringen"(...)"

Doch, das ist eine nette Erkenntnis, die Paul Feyerabend →hier hat. Feyerabend? Das ist der Mann, der "anything goes" als wissenschaftliche Maxime ausgegeben hat. Alles geht irgendwie, jede Möglichkeit ist es wert, durchdacht zu werden, die Frage ist nur: wie?



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